Markt
Die günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Kalenderjahr 2011 haben sich insgesamt positiv auf die globale Nachfrage nach Reisen ausgewirkt. In den ersten acht Monaten 2011 stiegen die internationalen Ankünfte um 4,5%. Die Ankünfte in Europa entwickelten sich in den ersten acht Monaten 2011 mit einem Wachstum von rund 6% ebenfalls durchweg positiv. Bedingt durch die politischen Umbrüche in Ägypten und Tunesien gingen die Ankünfte in Nordafrika und dem Nahen Osten um rund 15% bzw. um rund 9% zurück (Quelle: UNWTO, November 2011). Für das Gesamtjahr 2011 rechnet die UNWTO mit einem Wachstum des weltweiten Reise- und Tourismusmarkts von 4 bis 4,5%. Damit hält die 2010 begonnene generelle Erholung der touristischen Märkte an.
Der Markt für Geschäfts- und Ferienhotellerie in Europa war im Berichtszeitraum durch ein sich verbesserndes wirtschaftliches Umfeld geprägt. Die Auslastung von Hotels sowie die erzielten Umsätze pro verfügbarem Zimmer entwickelten sich im Geschäftsjahr 2010/11 in Europa weiterhin positiv. Per August 2011 stieg die Auslastung von Hotels in Europa um rund 4% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum (Basis: Vergleich der Auslastung Januar bis August 2011 gegenüber dem Vorjahr). Durch die anziehende Nachfrage konnten die europäischen Hoteliers zusätzlich die durchschnittliche Zimmerrate um über 3% anheben. In Kombination führten beide Effekte zu einem Anstieg der Umsätze pro verfügbarem Zimmer von 7%. Alle Regionen in Europa konnten hierbei eine höhere Auslastung in unterschiedlich starker Ausprägung verzeichnen. Mit einer gestiegenen Auslastung von rund 5%, einem Plus von 3% bei den durchschnittlichen Zimmerraten und damit einem Umsatzwachstum pro verfügbarem Zimmer von knapp 9% konnten südeuropäische Hoteliers überdurchschnittlich von der Entwicklung profitieren. Der günstige Geschäftsverlauf in der europäischen Hotelbranche ist auf das sich verbessernde konjunkturelle Umfeld und auf das Ausbleiben von Sondereffekten wie dem Vulkanausbruch auf Island im Frühjahr 2010 zurückzuführen, der im Vergleichszeitraum den europäischen Flugverkehr teilweise zum Erliegen gebracht hatte (Quelle: Global Hotel Review, STR Global, September 2011). In Nordafrika führten die Unruhen im Zusammenhang mit dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch zu gesunkenen Hotelauslastungen, da sich viele Reisende für alternative Destinationen in Spanien, Griechenland oder der Türkei entschieden.
Der europäische Kreuzfahrtmarkt ist weiterhin ein Wachstumsmarkt. Nach einer Studie des European Cruise Council (ECC: Statistics and Markets, April 2011) stieg die Anzahl europäischer Passagiere bei Hochseekreuzfahrten 2010 auf 5,5 Mio. und damit um 10% gegenüber dem Vorjahr. Der deutsche Hochseekreuzfahrtmarkt wuchs in diesem Zusammenhang überproportional und erreichte bei Passagier- und Umsatzzahlen im Jahr 2010 erneut Rekordwerte. So stieg die Zahl der Passagiere gegenüber 2009 um 19% auf über 1,2 Mio. an. Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Indienststellung neuer, zusätzlicher Schiffe im Massenmarkt. Auch für die Zukunft besteht ein hohes Wachstumspotenzial im deutschen Hochseekreuzfahrtmarkt: Die Marktdurchdringung ist hier mit 1,5% im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung gering – verglichen mit entwickelten Kreuzfahrtmärkten wie Großbritannien, wo dieser Wert mit 2,5% deutlich höher ausfällt.
Wettbewerb
Mit den Reiseveranstaltern, die integrierte bzw. nichtintegrierte Geschäftsmodelle verfolgen, standen Hotelgesellschaften, Fluggesellschaften und Online-Vermittler im Wettbewerb. Aufgrund der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche in einigen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas im Winter und Frühjahr 2011 wurde die angebotene Kapazität in den betroffenen Regionen reduziert und auf andere Destinationen umgeschichtet. TUI Travel profitierte in diesem Umfeld von ihrer starken Marktstellung und dem flexiblen Geschäftsmodell.
Das Wettbewerbsumfeld im Markt für Ferienhotels war weiterhin durch eine steigende Popularität des All Inclusive-Konzepts und einen anhaltenden Trend zu Golf-, Spa-, Wellness- und Gesundheitsprodukten gekennzeichnet. Dabei spielt die Sensitivität der Gäste für Umweltfragen eine unverändert große Rolle. TUI Hotels & Resorts als der in Europa führende Anbieter von Ferienhotels berücksichtigt diese Trends bei der Weiterentwicklung seines attraktiven Portfolios.
Der internationale Hochseekreuzfahrtmarkt wird von wenigen großen Kreuzfahrtgesellschaften dominiert. Der deutsche Hochseekreuzfahrtmarkt teilt sich in nationale und internationale Anbieter. Der Anteil der Passagiere, die mit deutschen Anbietern reisen, ist mit knapp 58% höher als der Anteil der mit internationalen Anbietern Reisenden (DRV: Der Kreuzfahrtenmarkt Deutschland 2010, März 2011). Die wichtigsten Fahrtgebiete im deutschen Kreuzfahrtmarkt sind das westliche Mittelmeer, gefolgt von Nordlandrouten und dem östlichen Mittelmeer. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten war 2010/11 weiterhin der führende Anbieter im deutschen Premium- und Luxussegment für klassische und Expeditionskreuzfahrten. Kreuzfahrten von TUI Cruises richten sich in erster Linie an deutschsprachige Kunden im Alter von 35 bis 70 Jahren.