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In den vergangenen Monaten haben sich die Aussichten für die Weltkonjunktur weiter eingetrübt, auch wenn noch unklar ist, wie weitreichend der durch die anhaltende Krise des Immobilien- und des Finanzsektors ausgelöste Abschwung in den einzelnen Regionen ausfallen wird. Für die Industrieländer wird für dieses Jahr insgesamt noch ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes prognostiziert, der allerdings unterhalb des langfristigen Trends liegen wird. Im Euroraum treffen die noch anhaltenden bremsenden Effekte des Rohstoffpreisanstiegs mit einer sich weiter abschwächenden Weltkonjunktur sowie einer sich ausweitenden Krise an den Finanzmärkten zusammen. Auch in den Schwellenländern wird sich die bislang sehr kräftige wirtschaftliche Dynamik weiter reduzieren. Hier wird die nachlassende Konjunktur der Industrieländer dämpfend wirken, da sie den Produktionsanstieg durch sinkende Exporte bremst.
Nach Schätzungen der UNWTO (World Tourism Barometer, Oktober 2008) betrug das Wachstum der weltweiten touristischen Ankünfte in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres 4 %. Für das Gesamtjahr 2008 prognostiziert die UNWTO ein gegenüber dem Jahresbeginn verlangsamtes Wachstum des touristischen Gesamtmarktes, wobei die Entwicklung in den einzelnen Regionen unterschiedlich ausfallen soll.
Touristik
Die Auswirkungen der aktuellen Finanzkrise und einer eventuell folgenden wirtschaftlichen Abschwächung in den wesentlichen Quellmärkten des TUI Konzerns auf das Konsumentenverhalten sind noch nicht absehbar. Die letzten Prognosen und die Buchungseingänge der letzten Wochen deuten auf eine regional unterschiedlich ausgeprägte Abschwächung der Nachfrage hin. Auf Grund der abgeschlossenen Sommersaison und der bereits getätigten Buchungen für die laufende Wintersaison dürften die Effekte für das laufende Geschäftsjahr jedoch begrenzt ausfallen.
TUI Travel hat die Sommersaison 2008 gut abgeschlossen. Die gebuchten Umsätze im Mainstream-Geschäft der TUI Travel lagen mit 2 % über den vergleichbaren Vorjahreswerten, die Gästezahlen liegen bei um 8 % verringerten Kapazitäten um 6 % unter dem Vorjahreswert. In den ersten neun Monaten 2008 führten die reduzierten Kapazitäten im Bereich Mainstream sowie eine anhaltend gute Nachfrage nach Reiseangeboten zu einer verbesserten Auslastung und einem geringeren Anteil preisreduzierter Angebote. Die hierdurch gestiegene Ergebnisqualität trug ebenso wie die verbesserte Kostensituation positiv zu der Ergebnisentwicklung bei. Effekte aus den im Jahresverlauf deutlich gestiegenen Energiepreisen konnten durch Sicherungsgeschäfte und Preiszuschläge begrenzt werden. Das Synergiepotenzial konnte planmäßig gehoben werden. Demgegenüber stehen Belastungen aus dem im Vergleich zum Vorjahr deutlichen schwächeren Kurs des britischen Pfundes.
TUI Hotels & Resorts und die Kreuzfahrten wurden durch die stabile Entwicklung in den ersten neun Monaten in ihren Erwartungen für das Gesamtjahr 2008 bestätigt.
Für die Ertragsentwicklung (Bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte [Bereinigtes Sparten-EBITA]) zeichnet sich nach Abschluss der ersten neun Monate folgender Trend für das Geschäftsjahr 2008 ab:
Das Ergebnis von TUI Travel wird, auch bedingt durch die erstmalig ganzjährige Einbeziehung von First Choice, in 2008 ansteigen. Operative Verbesserungen resultieren bei TUI Travel aus Synergien aus der Zusammenführung von TUI und First Choice, Margenverbesserungen durch die eingeleiteten Kapazitäts- und Produktmaßnahmen im Bereich Mainstream sowie einem weiteren Wachstum der Bereiche Specialist, Activity und Online Destination Services. Belastungen ergeben sich aus dem gegenüber Vorjahr rückläufigen Kurs des britischen Pfundes. Dieses wirkt sich insbesondere bei der Umrechnung von positiven Ergebnissen aus dem Pfund-Raum aus, aber auch in höheren Faktorkosten für Hotels im Euro-Raum.
TUI Hotels & Resorts registrierte in 2008 eine anhaltend gute Nachfrage nach Hotelbetten in Fernzielen, den Kanaren und den Destinationen im östlichen Mittelmeerraum. Die Anzahl der Übernachtungen wird daher gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich ansteigen. Das Ergebnis von TUI Hotels & Resorts wird insgesamt leicht unter dem Niveau des Vorjahres erwartet, was insbesondere auf währungsbedingte Belastungen für Zielgebiete im US-Dollar Raum zurückzuführen ist.
Im Bereich Kreuzfahrten profitierte Hapag-Lloyd Kreuzfahrten von einem positiven Marktumfeld für Schiffsreisen und stabilen politischen Rahmenbedingungen in den Zielgebieten. Gestiegene Energiekosten konnten durch höhere durchschnittliche Reisepreise ausgeglichen werden, so dass ein Ergebnis auf dem guten Niveau des Vorjahres erwartet werden kann. Innerhalb des Bereichs Kreuzfahrten sind in 2008 auch die anteiligen Vorlaufkosten für den Aufbau des Geschäftsbetriebs von TUI Cruises zu berücksichtigen.
Zentralbereich
Der Zentralbereich wird aus heutiger Sicht bei erzielten Einsparungen auf Grund der im Vorjahr enthaltenen positiven Effekte aus der Bewertung von Fremdwährungsgeschäften leicht unter dem Vorjahresniveau abschließen.
Aufgegebener Geschäftsbereich
Die Ergebnissituation in der Containerschifffahrt war in den ersten neun Monaten von einem im Vergleich zum Vorjahr deutlichen Anstieg des Frachtratenniveaus geprägt. Dagegen lagen die transportierten Mengen in den ersten neun Monaten unter den Erwartungen. Risiken für das Gesamtjahr liegen in diesem Zusammenhang weiterhin in der noch nicht abschließend zu beurteilenden Auswirkung der Finanzmarktkrise auf die Entwicklung des Welthandels. Daneben spielt für die Ertragssituation die Entwicklung des Preises für Schiffsbunker eine Rolle. Der Bunkerpreis stieg im dritten Quartal 2008 weiter an. Schließlich wird auch die weitere Kursentwicklung des US-Dollar zum Euro Einfluss auf die Ertragsentwicklung in der Containerschifffahrt haben. Trotz eingetrübter Umfeldfaktoren erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2008 eine deutliche Steigerung des Ertragsniveaus im Vergleich zum Vorjahr.
Fortzuführende Geschäftsbereiche/Konzern
Insgesamt erwartet der Vorstand für die fortzuführenden Geschäftsbereiche (Touristik und Zentralbereich) des TUI Konzerns eine deutliche Steigerung des Umsatzes im Geschäftsjahr 2008, die wesentlich auf die erstmalig ganzjährige Einbeziehung der Aktivitäten von First Choice zurückzuführen sein wird. Ausgehend vom Ergebnisziel für die ehemaligen touristischen Einheiten der TUI unter Berücksichtigung der zukünftig erwarteten Ergebnisbeiträge der ehemaligen First Choice-Einheiten sowie erster Synergieerfolge erwartet der Konzern für die Touristik weiterhin einen deutlichen Anstieg des Ergebnisses in 2008.
Für den Gesamtkonzern erwartet der Vorstand auf Grund der operativen Entwicklung in der Touristik und der Containerschifffahrt einen Anstieg des operativen Ergebnisses im Gesamtjahr. Dabei führen die geplanten Sonderbelastungen aus der Fusion von First Choice und der TUI Touristiksparte in 2008 zu einer deutlichen Abweichung zwischen dem berichteten und dem operativen Ergebnis. Während die Frühindikatoren in der Touristik aktuell positiv ausfallen, können die mittelfristigen Auswirkungen der sich verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf die Nachfrage nach Urlaubsreisen aus heutiger Sicht noch nicht zuverlässig beurteilt werden.
Insgesamt zeichnet sich jedoch das Geschäftsmodell der TUI Travel durch eine hohe Flexibilität aus, die es ermöglicht, bei einem Nachfragerückgang entsprechende Kapazitätsanpassungen vorzunehmen.
