Umweltqualitätsstandards sind integraler Bestandteil der nachhaltigen Unternehmenspolitik der TUI und werden über die Implementierung zertifizierter Umweltmanagementsysteme kontinuierlich im Konzern verankert. Die Aspekte Klimaschutz und Erhalt der Artenvielfalt stellen dabei wesentliche Handlungsfelder dar.
Kennzahlen zur Konzernumweltleistung
Konzernweites Umweltmonitoring
Im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung wurden die Prozesse zum konzernweiten Monitoring relevanter Kennzahlen ausgeweitet und angepasst. Bei der verstärkten Orientierung an internationalen Standards wie den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI/G3 Guidelines) ist eine Vergleichbarkeit der Kennzahlen weitestgehend berücksichtigt worden. Für einige Kennzahlen wurden durch bestimmte Spezifizierungen und Anpassungen verbesserte Berechnungsmethoden entwickelt. Die Containerschifffahrt wird im Rumpfgeschäftsjahr 2009 bei der Berechnung der Kennzahlen nicht mehr einbezogen, da sie als Aufgegebener Geschäftsbereich geführt wird.
Energieeinsatz
Durch die Fokussierung auf die touristischen Aktivitäten verzeichneten der Flugbereich und die Kreuzschifffahrt die größten Anteile am Energieeinsatz auf Grund der Nutzung fossiler Brennstoffe. So belief sich der Gesamtenergieeinsatz bei den fortzuführenden Geschäftsbereichen des Konzerns auf 73 814 Tera Joule (TJ) im Rumpfgeschäftsjahr (Vorjahreszeitraum: 78 010 TJ). Ein Vergleich des Energieeinsatzes mit dem Wert des Vorjahreszeitraums ist allerdings auf Grund von Veränderungen im Flottenportfolio bei den TUI Fluggesellschaften und einer Ausweitung der Aktivitäten in der Kreuzschifffahrt nur eingeschränkt möglich.
Im Rumpfgeschäftsjahr 2009 erreichten die TUI Fluggesellschaften einen durchschnittlichen spezifischen Treibstoffverbrauch von 3,00 Liter Kerosin pro 100 Passagierkilometer (pkm) (Vorjahreszeitraum: 2,98 L/100 pkm). Der Anstieg ist auf Veränderungen des Flottenportfolios und des Flugplans zurückzuführen. Mit diesem spezifischen Treibstoffverbrauch zählen die TUI Airlines im Vergleich weiterhin zu den effizientesten europäischen Fluggesellschaften.
Bei der Kreuzschifffahrt ergab sich im Rumpfgeschäftsjahr 2009 ein spezifischer Treibstoffverbrauch von 0,24 Liter pro Passagierseemeile (L/pnm) (Vorjahreszeitraum: 0,23 L/pnm).
Kohlendioxidemissionen
TUI setzt sich seit vielen Jahren aktiv mit dem Thema Klimawandel und dessen Auswirkungen auseinander. Auf Grund der hohen Relevanz dieser Aspekte werden die Klima beeinflussenden Kohlendioxidemissionen (CO2) als entscheidende Umweltkennzahl und Steuerungsgröße betrachtet. Der CO2-Gesamtausstoß der fortzuführenden Geschäftsbereiche belief sich im abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahr auf 4,89 Mio. Tonnen (Vorjahreszeitraum: 5,18 Mio. Tonnen). Bei den TUI Fluggesellschaften lag der spezifische CO2-Ausstoß bei 77,3 g pro Passagierkilometer (Vorjahreszeitraum: 76,9 g/pkm). Um dem Klimawandel aktiv zu begegnen, haben sich die TUI Airlines das Ziel gesetzt, ihre spezifischen CO2-Emissionen bis 2013/14 um 6 % zu senken (Basisperiode: 2007/08).
Die Kreuzschifffahrtsflotte hat am CO2-Gesamtausstoß der fortzuführenden Geschäftsbereiche einen Anteil von 6,8 %. Änderungen bei der Flottenzusammensetzung, wie beispielsweise die Indienststellung der neuen „Mein Schiff“ von TUI Cruises, führten zu einer Steigerung des Treibstoffeinsatzes und somit zu einem Anstieg der CO2-Emissionen auf 0,80 kg pro Passagierseemeile (kg/pnm) (Vorjahreszeitraum: 0,75 kg/pnm).
Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Kapitel Nachhaltige Entwicklung
Im Hotelbereich lagen die CO2-Emissionen bei durchschnittlich 10,9 kg CO2 pro Gast und Übernachtung (Vorjahreszeitraum: 10,6 kg/Gast/Nacht). Dieser Anstieg beruht auf Änderungen des Hotelportfolios.
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess im Umweltmanagement
Eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung wurde durch die Einführung und die Weiterentwicklung von Umweltmanagementsystemen in den einzelnen Konzerngesellschaften, insbesondere im Hotelbereich, erreicht.
In 2009 ließen sich vier neue Hotels und Clubs erfolgreich nach dem internationalen Standard ISO 14001 zertifizieren. Insgesamt sind damit die Umweltmanagementsysteme von 58 Anlagen aus dem Portfolio der TUI Hotels & Resorts nach dem internationalen Standard durch unabhängige Experten zertifiziert. Zum Geschäftsjahresende waren die Umweltmanagementsysteme von insgesamt 15 Robinson Clubs, 11 Magic Life Clubs, 9 Grupotels, 9 Iberotels, 5 Dorfhotels, 4 Sol y Mar Hotels, 3 Grecotels sowie 2 Jaz Hotels nach ISO 14001 zertifiziert.
Darüber hinaus wurden die bestehenden Umweltmanagementsysteme der TUI AG, des Reiseveranstalters TUI Deutschland GmbH und der TUI Dienstleistungsgesellschaft mbH in Hannover erweitert und erfolgreich hinsichtlich der ISO 14001-Anforderungen geprüft.
Strategische Partnerschaften und Kooperationen
Weitere Aktivitäten des TUI Konzerns für nachhaltige Entwicklung, Umwelt- und Naturschutz sind auf gesellschaftlichen Dialog und internationale Kooperationen ausgerichtet.
Weitere Inhalte zeigenBusiness & Biodiversity Initiative
Die TUI AG setzte ihr Engagement in der Business & Biodiversity Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit fort. Ziel dieser durch die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) koordinierten Initiative ist die stärkere Integration des Privatsektors in die Zielerreichungen der Konvention über die Biologische Vielfalt zum weltweiten Artenschutz.
In diesem Kontext entstand 2009 eine enge Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz, das u. a. verantwortlich für die Einhaltung des Washingtoner Artenschutzabkommens in Deutschland zeichnet.
Futouris – Die Nachhaltigkeitsinitiative
Anfang 2009 gründeten die TUI AG, TUI Deutschland, TUI Österreich, TUI Suisse, airtours, Gebeco und TUI Leisure Travel gemeinsam die branchenweite Nachhaltigkeitsinitiative Futouris, die sich als gemeinnütziger Verein für die Förderung des Umweltschutzes, des Völkerverständigungsgedankens und der Entwicklungszusammenarbeit in Urlaubsdestinationen einsetzt. Besondere Schwerpunkte bilden der Erhalt der biologischen Vielfalt, der Schutz des Klimas und Bildungsmaßnahmen vor Ort.
Das Engagement der TUI AG als Gründungsmitglied von econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft – wurde fortgeführt. Inhaltlicher Schwerpunkt der Zusammenarbeit war in 2009 neben dem Klima- und Artenschutz auch das Thema Nachhaltige Finanzmärkte. TUI beteiligte sich an der inhaltlichen Ausgestaltung des econsense Klimatech-Atlas und übernahm eine führende Rolle in der Arbeitsgruppe Biologische Vielfalt.
Bonner Konvention
Im Rahmen der bereits 2005 mit der Bonner Konvention (CMS) geschlossenen Absichtserklärung unterstützte die TUI AG das „Year of the Gorilla 2009“ zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen in Afrika. Unter anderem finanziert TUI eine wissenschaftliche Studie, um die Chancen und Risiken geführter touristischer Exkursionen im Hinblick auf ihren Beitrag zum Natur- und Artenschutz zu evaluieren.
Als Mitglied des Evaluierungskomitees der „Europäischen Charta für Nachhaltigen Tourismus in Schutzgebieten“ setzte die TUI AG in 2009 ihre Mitarbeit bei der Implementierung von Standards zur nachhaltigen touristischen Nutzung von europäischen Schutzgebieten fort. Anlässlich des Charter Network Meetings 2009 in der Sierra Nevada diskutierte das Nachhaltigkeitsmanagement der TUI AG mit Nationalparkvertretern über Anforderungen an touristische Angebote in Schutzgebieten aus Sicht eines Touristikunternehmens.
Ziele und Maßnahmen des Abkommens im Kapitel Nachhaltige Entwicklung
Im Februar 2009 bekräftigten die TUI AG und das Umweltministerium der Balearen ihr bereits 2005 erstmalig geschlossenes Rahmenabkommen zur nachhaltigen Entwicklung der spanischen Inseln durch Unterzeichnung eines Folgevertrags. Seit Juni unterstützt TUI Deutschland Wiederaufforstungsmaßnahmen zum TUI Wald auf Mallorca durch einen festen Betrag pro Buchung auf die Balearen.
Tour Operators’ Initiative for Sustainable Tourism Development
Die TUI Travel PLC hat ihr Mandat bei der Tour Operators’ Initiative for Sustainable Tourism Development in 2009 weiter wahrgenommen. Der internationale Zusammenschluss von Reiseveranstaltern engagiert sich in enger Abstimmung mit der World Tourism Organization UNWTO und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) für eine nachhaltige Tourismusentwicklung in Urlaubsregionen.
Durch aktive Mitarbeit in verschiedenen Gremien und die Bereitstellung von Spendengeldern in Höhe von bisher über 1,5 Mio. € förderte TUI Travel die Arbeit der Travel Foundation. Die Stiftung, die 2003 aus einer Zusammenarbeit der britischen Regierung mit der Tourismusbranche entstand, trug im Berichtszeitraum durch Gästeaufklärung, Entwicklung entsprechender Geschäftsmodelle und Durchführung konkreter Projekte zur nachhaltigen Entwicklung in den Destinationen bei.
Zur Weiterentwicklung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie kooperierte TUI Travel auch in 2009 mit der gemeinnützigen Nachhaltigkeitsstiftung “Forum for the Future”, die sowohl die Wirtschaft als auch den öffentlichen Sektor in Nachhaltigkeitsfragen berät. Gemeinsam begannen Forum for the Future und TUI Travel in 2009 mit der Erstellung einer Datenbank relevanter Nachhaltigkeitsthemen, die es Führungskräften erleichtern soll, nachhaltige Entwicklung strategisch in den Geschäftsbereichen zu verankern.