TUI AG Nachhaltigkeitsbericht
Erfolgreiches Nachhaltigkeitsmanagement erfordert ein grundlegendes Verständnis der wesentlichen Wechselwirkungen ökologischer und sozialer Systeme. Darauf aufbauend entwickelt TUI Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Umwelt- und Nachhaltigkeitsleistungen an ihren Standorten und in den Destinationen. Um die interne und externe Perspektive abzugleichen, wurde in 2009 eine Stakeholderbefragung zu den für die TUI relevanten Nachhaltigkeitsaspekten und zum wahrgenommenen Engagement der TUI zu diesen Aspekten durchgeführt. Anhand der Befragung wurden weitere Potenziale für nachhaltiges Handeln identifiziert. Die Ergebnisse sind im aktuellen TUI AG Nachhaltigkeitsbericht dargestellt.
TUI Travel hat in Zusammenarbeit mit der TUI AG die Festlegung von Zielen und die Umsetzung von Maßnahmen zu Umwelt und Nachhaltigkeit im operativen Bereich in neun konzernweiten Projektgruppen weiter vorangetrieben. Die Projektgruppen sind den vier Kernarbeitsfeldern Klimaschutz, Destinationszusammenarbeit/Supply Chain Management, Kundensensibilisierung und Mitarbeiterengagement zugeordnet. Im aktuellen TUI Travel Nachhaltigkeitsbericht werden alle Aktivitäten genauer beschrieben.
TUI Travel Sustainable Development Report
Zum vierten Mal in Folge ist die TUI AG als einziges Touristikunternehmen weltweit im Subsektor Travel & Tourism im Dow Jones Sustainability Index (DJSI) World gelistet. Darüber hinaus ist die TUI in den Nachhaltigkeitsindizes FTSE4Good, dem DAXglobal Sarasin Sustainability Germany, dem ASPI Eurozone, dem Ethibel Pioneer Index und dem ECPI Ethical Index €uro vertreten. Die oekom Research AG führte TUI in 2009 weiterhin mit dem Investment Status „Prime“.
Mitarbeiter
Die Mitarbeiter eines Unternehmens stellen in der heutigen, von zahlreichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen geprägten Geschäftswelt den entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar. Somit ist auch für die TUI die zentrale Herausforderung, Mitarbeiter zu gewinnen, zu binden und zu fördern. Mit Schwerpunkten im Bereich Aus- und Weiterbildung, zahlreichen Maßnahmen zur Alters- und Gesundheitsvorsorge sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf trug die TUI auch in 2009 dazu bei, diesen Ansatz erfolgreich umzusetzen.
Aus- und Weiterbildung
Nachwuchssicherung und Ausbildung
Um jungen Menschen Chancen für den Berufseinstieg zu bieten und die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns langfristig zu sichern, wurden in den deutschen Gesellschaften zum Bilanzstichtag 2009 rund 500 junge Mitarbeiter qualifiziert ausgebildet. Die hohe Ausbildungsqualität zeigt sich immer wieder in Ehrungen von Absolventen bei den Industrie- und Handelskammern bis hin zur Landesbestenehrung. Von den Auszubildenden, die 2009 ihre Ausbildung abgeschlossen haben, wurden rund 70 % in ein Anstellungsverhältnis übernommen. Die Ausbildungsquote reduzierte sich bedingt durch die Veräußerung der Containerschifffahrt auf 5,3 %. Insgesamt gibt es Ausbildungsmöglichkeiten in 13 unterschiedlichen Berufen und zwei dualen Studiengängen, u. a. Bürokauffrau/-mann, Reiseverkehrskauffrau/-mann oder Bachelor of Arts/Touristik.
Entwicklung von Fach- und Führungskräften
Im Jahr 2009 wurden zahlreiche Mitarbeiter und Führungskräfte weiterqualifiziert. Dabei wurden sie u. a. von der TUI Consulting & Services GmbH begleitet und aktiv unterstützt. Sowohl die Nachwuchsgewinnung als auch die Weiterentwicklung von Führungskräften bildeten den Fokus bei den konzerneigenen Potenzial-Diagnose-Verfahren. Neben den bewährten Assessment Center wurde dabei verstärkt die innovative Methode des Management Profilings eingesetzt. Schwerpunkte lagen auf Schulungen zur Verbesserung der Kapazitätsplanung und der Ergebnisse in touristischen Einkaufsverhandlungen. Diese Themenbereiche wurden flankiert durch die Stärkung der interkulturellen und fremdsprachlichen Kompetenz für alle länderübergreifend arbeitenden Teams. Bedingt durch den Einsatz neuer IT-Systeme im Vertrieb wurden spezielle Seminarreihen entwickelt, die die Vernetzung verschiedener Arbeitsbereiche harmonisieren.
Um langfristig auf allen Ebenen die Nachwuchssicherung und -entwicklung für Fach- und Führungspositionen zu gewährleisten, bietet das Internationale Management Trainee Programm des TUI Konzerns seit vielen Jahren eine interessante Einstiegsmöglichkeit für Hochschulabsolventen. In 2009 wurde das Programm stärker international ausgerichtet und gewährt dem Managementnachwuchs aus der ganzen Welt Einblicke in alle Facetten der touristischen Arbeitswelt. Die Einsätze der Trainees bilden eine wichtige Grundlage für die stärkere Zusammenarbeit und Integration innerhalb des Konzerns. Daneben existieren auf nationaler Ebene weitere, auf die spezifischen Bedürfnisse des Veranstalterbereichs und der Fluggesellschaften ausgerichtete maßgeschneiderte Traineeprogramme.
Nach dem Start im Juli 2008 führte TUI Travel auch in 2009 drei weitere Führungsentwicklungs-Programme in Costa Rica durch. In insgesamt fünf Durchläufen nahmen knapp 80 Führungskräfte an dem je viertägigen Projekt teil. Neben beratenden Hilfeleistungen für eine costaricanische Gemeinde konnten die Teilnehmer wertvolle bereichsübergreifende sowie interkulturelle Erfahrungen sammeln.
TUI exzellent!
Mit dem Slogan „TUI exzellent! Du bist der Experte“ ist bei der TUI Deutschland bereits in 2008 ein neues, selbstverantwortliches Prozessmanagement initiiert worden. Ziel ist es, über eine Optimierung der Funktionen und Geschäftsprozesse eine Verbesserung der Rentabilität, der Wettbewerbsfähigkeit sowie der Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit zu ereichen. Um eine kontinuierliche Prozessoptimierung zu gewährleisten, wurden im Berichtszeitraum auf Basis von Arbeitsplatzanalysen und Optimierungsworkshops über 800 Sofortmaßnahmen erarbeitet, die von den Mitarbeitern und Führungskräften eigenverantwortlich umgesetzt wurden. Um die Abläufe kontinuierlich zu optimieren, wurde zusätzlich damit begonnen, weitgehende Transparenz durch eine standardisierte Visualisierung von Ist-Prozessen zu schaffen. Durch ihre intensive Einbindung lernen die Mitarbeiter, effiziente und tragfähige Abläufe zu entwickeln.
TUI Spirit
Die in 2008 gestartete Initiative TUI Spirit von TUI Travel steht für die Vision „Wir wollen außergewöhnliche Reiseerlebnisse schaffen“. In 2009 wurde mit neuen Aktionen und Projekten die Implementierung des TUI Spirits in weiteren Gesellschaften fortgeführt. Ebenso wie in Hannover bei der TUI Deutschland fanden auch bei TUI España TUI Spirit Workshops statt, in denen gemeinsam Ideen zur Umsetzung der Spirit-Werte erarbeitet wurden. Eine umfangreiche Multimedia-Präsentation, die konzernweit zur Verfügung gestellt wurde, dokumentiert aus Sicht von Führungskräften und Mitarbeitern, wie der TUI Spirit in den einzelnen Quellmärkten und Bereichen erfolgreich umgesetzt wurde.
Soziale Verantwortung
Altersvorsorge
Die in den Unternehmen bestehenden Systeme der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung werden durch differenzierte und vielfältige Angebote an alle Mitarbeiter zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge ergänzt. Die jeweiligen wirtschaftlichen und rechtlichen Möglichkeiten der Gesellschaften sind für die Ausgestaltung der Versorgungszusagen von maßgeblicher Bedeutung. Die Modelle zur privaten Altersvorsorge für Beschäftigte der deutschen Konzerngesellschaften sind unter Nutzung der steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Fördermöglichkeiten ausgestaltet. Neben dem Abschluss von Pensionskassen- und Direktversicherungsverträgen werden auch private Rentenversicherungen (Riester-Rente) zur Erlangung der staatlichen Förderung angeboten. Auch Deferred-Compensation-Modelle zum Aufbau einer nach individuellen Präferenzen ausgewählten Altersvorsorge stehen den Mitarbeitern zur Verfügung.
Altersteilzeit
Im Zuge der betrieblichen Personal- und Nachfolgeplanungen werden in den deutschen Konzerngesellschaften die Möglichkeiten des Altersteilzeitgesetzes für einen gleitenden Übergang aus der beruflichen Tätigkeit in den Ruhestand in vielfältiger Weise genutzt. Die Gestaltung der Arbeitszeit während der Altersteilzeitphase wird nahezu ausschließlich im Blockmodell vorgenommen und ermöglicht somit ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben. Gemäß den Bestimmungen des Altersteilzeitgesetzes werden die im Rahmen des Blockmodells entstehenden Wertguthaben der Beschäftigten im Rahmen eines Kapitalanlagemodells gegen die Insolvenz des Arbeitgebers abgesichert. Für die 267 in Altersteilzeit tätigen Beschäftigten wurden ca. 9,6 Mio. € bereitgestellt.
Belegschaftsaktien
Zur Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmen besteht bei der TUI AG bereits seit vielen Jahren ein Programm zur Ausgabe von Belegschaftsaktien. Dieses Programm bezieht neben den Mitarbeitern sowie Pensionären inländischer Gesellschaften auch die Beschäftigten in einigen europäischen Ländern ein. Den Teilnahmeberechtigten wurden auch in diesem Jahr bis zu 250 Aktien zu einem vergünstigten Preis zur Zeichnung angeboten. Auch die TUI Travel PLC bietet den Mitarbeitern in Großbritannien die Beteiligung am Unternehmen durch den Erwerb von vergünstigten Aktien an.
Gesundheitsmanagement und Arbeitssicherheit
Mit dem Programm „fit with TUI“ praktiziert TUI ein modernes Gesundheitsmanagement. Entsprechend der Luxemburger Deklaration, die von der TUI AG unterzeichnet wurde, gibt es im Konzern eine Reihe von Maßnahmen, die den Stellenwert von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz unterstreichen. Neben Bewegungsangeboten, wie zum Beispiel im Betriebssport, werden zielgruppenspezifische Gesundheitsseminare und Suchtpräventionsmaßnahmen durchgeführt. Des Weiteren können die Mitarbeiter an jährlichen Aktionen wie z. B. der Grippeschutzimpfung, Augenuntersuchungen sowie Rückenprophylaxe und Rückentherapieangeboten teilnehmen. Schwerpunkt bildete in 2009 die Aktion „Check-in for a check-up“, bei der den Mitarbeitern die Teilnahme an diversen Krebsvorsorgemaßnahmen angeboten wurde. Gesundheitsfördernde Maßnahmen werden im Austausch mit den Mitarbeitern entwickelt und umgesetzt. Zum gegenseitigen Austausch dienen regelmäßig stattfindende Mitarbeiterinformationen und -befragungen sowie Expertentreffen der Gesundheits-Koordinatoren mit den Betriebsärzten, der Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern. Für seine vorbildliche Gesundheitssystematik wurde der Standort Hannover der TUI mit dem Corporate Health Award 2009 ausgezeichnet und hat sich mit der Bewertung unter den Top 50 in Deutschland platziert.
Auch das Thema Arbeitssicherheit stellt einen wesentlichen Bestandteil des Arbeitsalltags dar. In Zusammenarbeit mit Arbeitssicherheitsexperten werden am Standort Hannover unter anderem arbeitsplatzbezogene Gefährdungsanalysen, permanente Schulungen von Erst- und Brandschutzhelfern sowie Lärmmessungen durchgeführt. Auch auf internationaler Ebene hat die Sicherheit der Mitarbeiter höchste Priorität. Auf Basis einer Arbeitssicherheitserklärung existieren diverse Systeme sowohl zur Verbreitung arbeitssicherheitsrelevanter Informationen und Kommunikation von Best-Practice-Beispielen innerhalb der Belegschaft als auch zur Schulung neuer Mitarbeiter.
Betriebskrankenkasse
Die TUI BKK bietet ein umfassendes Leistungsspektrum für die Absicherung im Krankheitsfall und zur Gesundheitsvorsorge. Seit 2009 gehen die Beitragsmittel auf Grund der Einführung des Gesundheitsfonds nicht mehr unmittelbar an die Kasse, sondern werden in Form alters-, geschlechts- und risikoadjustierter Kopfpauschalen zugewiesen. Vor diesem Hintergrund war die Finanzplanung beträchtlich erschwert, und die BKK hat den seit fünf Jahren gewährten Gesundheitsbonus für die Beschäftigten in 2009 ausgesetzt. Die Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung wurden dagegen ausgebaut und stehen auch weiterhin nicht zur Disposition. Zum Ende des Berichtsjahres lagen die Mitgliederzahlen um rund 3 % über dem Vorjahreswert.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
TUI gehört als eines der Gründungsmitglieder dem bundesweiten Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ an. Ziel von konzernweit geregelten Angeboten ist es, den Mitarbeitern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und familiengerechter Lebensplanung zu ermöglichen. Während der Elternzeit gibt es eine Reihe von Maßnahmen, um den Kontakt zum Unternehmen aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus erhalten Mitarbeiter Zuschüsse zur Kinderbetreuung oder können ihre Kinder am Standort Hannover in der betriebseigenen Krippe, der Little World of TUI, betreuen lassen. Flexible Teilzeitmodelle und Telearbeit sowie die unbezahlte Freistellung für einen längeren Zeitraum werden zudem konzernweit angeboten.
Charta der Vielfalt
In einem internationalen Konzern wie der TUI wird die Diversität der Persönlichkeiten im täglichen Umgang miteinander gelebt. Deshalb bekennt sich die TUI AG zur „Charta der Vielfalt“, einer bundesweiten Unternehmensinitiative zu Vielfalt, Fairness und Wertschätzung in Unternehmen. Herkunft, kulturelle Besonderheiten sowie Gesundheit sind Themen, die in diesem Zusammenhang bei TUI in Form von Projekten besonders hervorgehoben werden. Neben der Integration und Förderung von Kollegen, aber speziell auch von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, unterstützte die TUI AG in 2009 internationale Jugendaustauschprogramme für Mitarbeiterkinder und führte unter dem Stichwort „TUI Initiative“ Aktionen für Menschen mit eingeschränkter Gesundheit durch.
Arbeitnehmervertretungen im Konzern
Im TUI Konzern bestehen auf betrieblicher wie auf überbetrieblicher Ebene national und international ausgerichtete Mitbestimmungsstrukturen. Gemäß der im Konzern gepflegten Mitbestimmungskultur wirken die Arbeitnehmervertretungen in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen an strategischen Weichenstellungen und deren Umsetzungen im Interesse der Arbeitnehmerschaft mit und unterstützen dabei die Interessen des Unternehmens.
TUI Europa-Forum
Das TUI Europa-Forum bestand bereits vor Erlass des Europäischen Betriebsrätegesetzes durch den Deutschen Gesetzgeber in 1996. Seine Zusammensetzung ergibt sich aus der Anzahl der Mitarbeiter der Geschäftsbereiche und der jeweiligen Länder der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums sowie der Schweiz, in denen die TUI durch unmittelbare oder mittelbare Mehrheitsbeteiligungen vertreten ist. In diesem Jahr werden insgesamt 53 Vertreter aus 15 Ländern in das TUI Europa-Forum entsandt. Die Konzernleitung informiert das geschäftsführende Präsidium des TUI Europa-Forums mehrmals im Jahr und berät mit ihm die aktuelle wirtschaftliche und personelle Situation im Konzern. Das TUI Europa-Forum tagt einmal jährlich. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Internationalität im Konzern und dient als Multiplikator zur Transparenz länderübergreifender unternehmerischer Entscheidungen.
Umweltmanagement
TUI engagiert sich nachhaltig für einen verantwortungsvollen Umgang mit Umwelt und Natur. Die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistungen über die Einhaltung umweltrechtlicher Anforderungen hinaus ist definiertes Unternehmensziel. Einen integralen Bestandteil der TUI Qualitätsstandards stellt die Umweltverträglichkeit der Produkte, Dienstleistungen und Prozesse dar. Im Rumpfgeschäftsjahr 2009 verstärkte TUI ihr Engagement im Klimaschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt.
Klimaschutz und Energieeffizienz
Nach Beschlussfassung der Europäischen Union wird der Luftverkehr ab 2012 in den europäischen Emissionshandel einbezogen. Die Fluggesellschaften des TUI Konzerns haben in diesem Zusammenhang alle erforderlichen Prozesse im Flugbetrieb den neuen gesetzlichen Bestimmungen angepasst. Daraus abgeleitete Emissions-Monitoringpläne wurden mit den zuständigen nationalen Behörden abgestimmt.
TUI sieht sich in der Verantwortung, auch weiterhin umfangreiche, Effizienz steigernde Maßnahmen für alle zum Konzern gehörenden Fluggesellschaften umzusetzen. Ein zukunftsweisendes Flottenerneuerungsprogramm leistet wesentliche Beiträge zur Verbesserung der CO2-Bilanz. Die TUI Airlines verfolgen das Reduktionsziel, bis Ende des Geschäftsjahres 2013/14 ihre spezifischen CO2-Emissionen im Bezug zur Basisperiode 2007/08 um 6 % zu senken.
Freiwilliges Carbon-Offsetting
In Zusammenarbeit mit der Stiftung myclimate bietet TUIfly ihren Kunden die Möglichkeit zur freiwilligen Kompensation von Treibhausgasen. Myclimate unterstützte in 2009 mit den Spenden der TUI Kunden ein Entwicklungshilfeprojekt zur Förderung von Energiesparöfen auf Madagaskar. Auch für die Kunden von TUI Deutschland besteht das Angebot, sowohl im Reisebüro als auch im Internet die CO2-Emissionen ihrer gesamten Reise zu kompensieren. Der Reiseveranstalter erhöht den Spendenbeitrag pro Buchung um 50 Cent. Gefördert wurden in 2009 international anerkannte Klimaschutzprojekte in der Türkei und in Peru. Die Kunden von Thomson Travel und First Choice können ihre Emissionen über den „World Care Fund“ kompensieren.
Kompensation von Geschäftsreisen
Die TUI AG kompensierte erstmals rückwirkend alle im Rumpfgeschäftsjahr 2009 entstandenen CO2-Emissionen der Flugreisen ihrer Mitarbeiter über die Stiftung myclimate. Insgesamt wurden 156 Tonnen CO2 klimaneutral gestellt. TUI Deutschland wird mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2009/10 ebenfalls alle geschäftlichen Flugreisen kompensieren.
Der TUI Konzern hat in 2009 erneut an der Emissionsbilanzierung der Industrie teilgenommen. Die TUI Emissionsbilanz wurde zusammen mit den strategischen Aspekten der Klimapolitik der TUI AG im Carbon Disclosure Project 7 beschrieben und internationalen Analysten und Investoren zugänglich gemacht.
Ressourceneffizienz bei TUI Hotels & Resorts
TUI Hotelmarken engagieren sich für einen effizienten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Um den Stromverbrauch innerhalb der Hotelanlagen zu reduzieren, hat beispielsweise Riu in 2009 die Verwendung von Energiesparlampen in ihrer Einkaufspolitik festgeschrieben. Der konsequente Einsatz der Leuchtmittel in zahlreichen Bereichen der Anlagen führt zu jährlichen CO2-Einsparungen in Höhe von 7 500 Tonnen.
Wirtschaft und Biodiversität
Im Geschäftsjahr arbeitete TUI an der weiteren Umsetzung der Leadership Erklärung der Business & Biodiversity Initiative des Umweltbundesministeriums. Diese beinhaltet die Verpflichtung zur Analyse der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die biologische Vielfalt und die Aufnahme von Biodiversitätskriterien in das Umweltmanagementsystem.
„Year of the Gorilla 2009“
TUI unterstützte „Year of the Gorilla 2009“, eine Initiative der Bonner Konvention (CMS) in Kooperation mit dem Great Ape Survival Project des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Zusammen mit ihrer kenianischen Beteiligungsagentur Pollman’s Tours & Safaris startete TUI im Juni eine neue Sensibilisierungskampagne in lokalen Gemeinden, um auf die bedrohten Menschenaffen hinzuweisen und zur Rettung der Lebensräume der Gorillas aufzurufen.
Riu setzte nach einem erfolgreichen Projektstart auch in 2009 ihre Kooperation mit der Artenschutzinitiative zum Schutz von Meeresschildkröten auf den Kapverdischen Inseln fort. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung wurden nächtliche Kontrollgänge und Nistschutzmaßnahmen für Gelege der bedrohten Caretta caretta organisiert. Besuchergruppen der Riu Resorts konnten die schlüpfenden Schildkrötengelege unter Aufsicht beobachten.
Umweltqualität in den TUI Ferienhotels
Umwelt-Gütesiegel EcoResort
Im Rumpfgeschäftsjahr 2009 führten 49 konzerneigene Hotel- und Clubanlagen der TUI Hotels & Resorts nach Überprüfung durch externe Umweltgutachter das Umwelt-Gütesiegel EcoResort. Alle Anlagen von TUI Hotels & Resorts bieten hohe Leistungs-, Qualitäts- und Umweltstandards; darüber hinaus erfordert die Auszeichnung als EcoResort weiteres Engagement. So verfügen die ausgezeichneten Hotels über ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach einer anerkannten nationalen oder internationalen Umweltnorm wie der ISO 14001, setzen auf effizientere Ressourcenverwendung und unterstützen kulturelle, gesellschaftliche oder ökologische Projekte.
TUI Umwelt Champion
Die 100 umweltfreundlichsten Hotels aus dem TUI Deutschland Produktangebot wurden in 2009 erneut mit dem TUI Umwelt Champion ausgezeichnet. Das Umweltengagement der Vertragshoteliers wird unter anderem über eine Checkliste und anhand der Ergebnisse der TUI Gästebefragung ermittelt.
Nachhaltige Produktentwicklung
Eine Ausrichtung der Produktentwicklung auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit ist eine zentrale Aufgabe. Verbraucher orientieren zunehmend ihre Kaufentscheidung auch an der wahrgenommenen ökologischen und sozialen Verantwortung von Unternehmen.
Im deutschen Markt startete im Sommer 2009 das sogenannte Volunteer-Reiseangebot von i-to-i Travel. Kunden verbinden dabei Reiseerlebnisse mit freiwilligem sozialem Engagement. Einheimische organisieren in über 20 Destinationen Umwelt- und Gemeindeprojekte, die die Gäste mit ihrer Arbeitskraft vor Ort unterstützen können.
„Greener Holidays“
Der britische Reiseveranstalter First Choice veröffentlichte in 2009 erstmals den Katalog „Greener Holidays“. Er enthält eine Zusammenstellung nachhaltiger Reiseangebote des Unternehmens und stellt insbesondere umweltschonender geführte Hotels vor.
„Der kleine TUI Artenschützer“
In Kooperation mit dem Bundesamt für Naturschutz entwickelte TUI 2009 einen Souvenirratgeber. „Der kleine TUI Artenschützer“ informiert TUI Kunden in Destinationen mit entsprechendem Aufklärungsbedarf über verbotene Souvenirs aus bedrohten Arten und gibt Tipps für den alternativen Kauf fairer Souvenirs, die zudem die lokale Wirtschaft nachhaltig fördern.
Gesellschaftliches Engagement
Die TUI AG und ihre Beteiligungsgesellschaften bekennen sich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung an ihren weltweiten Standorten und in den Urlaubsländern.
Rahmenabkommen zur nachhaltigen Entwicklung der Balearen
TUI AG und die Regierung der Balearen erneuerten im Februar 2009 ein Rahmenabkommen zur nachhaltigen touristischen Entwicklung der spanischen Inseln. Als eines der ersten Projekte entsteht auf einer Fläche von 48 Hektar in einem Naturpark auf Mallorca der TUI Wald. Die Wiederaufforstungsmaßnahmen werden seit Juni 2009 durch einen festen Betrag pro Buchung auf die Balearen gefördert.
Futouris e.V.
Der im Rumpfgeschäftsjahr neu gegründete Verein „Futouris – Die Nachhaltigkeits-initiative“ setzt auf den weltweiten Dialog mit der gastgebenden Bevölkerung. Gründungsmitglieder sind neben der TUI AG TUI Deutschland, TUI Austria, TUI Suisse, TUI Leisure Travel, Gebeco und airtours. Futouris engagiert sich in Projekten zur Verbesserung der Lebensverhältnisse, zur Förderung von Bildungsmaßnahmen, zum Schutz von Natur und Umwelt und zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Die Schirmherrschaft hat der Deutsche Reiseverband übernommen, die Initiative wird zu einer touristischen Branchenlösung ausgebaut. Darüber hinaus sollen auch Verantwortliche in den Destinationen, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Mitarbeiter, Expedienten und Kunden mit eingebunden werden. Unter anderem wird das Ausbildungsprojekt „Growing the Future“ der Grootbos Foundation in Südafrika unterstützt. In einem Trainingsprogramm erhalten arbeitslose Frauen in der Region Gansbaai eine staatlich anerkannte landwirtschaftliche Ausbildung. Ein erfolgreicher Abschluss sichert den Absolventinnen ein Stück Land.
„Trinkbecher für Trinkwasser“
TUI hat in 2009 gemeinsam mit dem Global Nature Fund (GNF) und dem Bundesligaverein Hannover 96 die Initiative „Trinkbecher für Trinkwasser“ ins Leben gerufen. Der Fan-Dachverband „Rote Kurve“ unterstützt die Aktion. Bei Heimspielen der Mannschaft können Zuschauer das Pfand der Trinkbecher an von Ehrenamtlichen betreuten Aktionsständen spenden. Mit den Spendengeldern wird die Installation von solarbetriebenen Trinkwasseraufbereitungsanlagen in kenianischen Schulen und Gemeinden ohne eigene Stromversorgung finanziert.
Unterstützung benachteiligter Kinder und Jugendlicher
Beluga School for Life
TUI ist seit 2009 offizieller Partner der Beluga School for Life. Das in 2004 gegründete Hilfsprojekt für Waisen und in Not geratene Kinder in Khao Lak, Thailand, widmet sich insbesondere der psychosozialen Betreuung der Opfer des Tsunami von 2004. Schwerpunkt des schulischen Engagements ist werkstattorientierte Arbeit. Die Beluga School for Life Charity Travel bietet Reisen in die Region an, um auch TUI Kunden einen Einblick in den Alltag der Gemeinden zu vermitteln.
ECPAT
TUI Konzerngesellschaften setzten auch in 2009 ihr weltweites Engagement für den Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung fort. TUI Deutschland veranstaltete anlässlich der Tagung der TUI Zielgebietsleiter im Frühjahr 2009 eine Hausmesse mit Beteiligung des Landeskriminalamtes und ECPAT. Darüber hinaus wurden die Hotel-einkäufer von TUI Deutschland in Workshops zur Thematik sensibilisiert. TUI Reiseleiter erhielten im Geschäftsjahr Schulungen zum Schutz von Kindern im Rahmen des TUI Moduls „Permanentes Mitarbeitertraining“. Ehrenamtliche der Initiative ECPAT waren zudem zu Gast bei den TUI Green Days 2009 und informierten die Mitarbeiter der TUI Standorte in Hannover über ihre Arbeit.
Auch im Jahr 2009 unterstützte die TUI AG die Peter Maffay Stiftung mit 150 Freiflügen. Die Stiftung betreut Kinder, die durch Gewalt oder sexuellen Missbrauch im familiären Bereich oder durch schwere Krankheiten traumatisiert sind.
TUI Patenschaft
Die TUI Patenschaft der Mitarbeiter am Standort Hannover unterstützte in 2009 die Initiative „Mittendrin – Verein für die Integration von Menschen mit Behinderungen in Hannover e.V.“. Der Verein fördert betroffene Familien und gibt Schulen sowie Kindertagesstätten Hilfestellung bei der Schaffung von integrativen Betreuungsangeboten. Über die TUI Patenschaft eingenommene Spenden fließen in die Einrichtung einer Beratungsstelle.
Engagement der TUI Stiftung
Weitere Informationen:
Die TUI Stiftung wurde im Jahr 2000 aus Anlass des 75jährigen Jubiläums der Preussag AG, heute TUI AG, gegründet. Die TUI AG bündelt in den Aktivitäten ihr soziales und gesellschaftliches Engagement in Niedersachsen.
Die TUI Stiftung förderte im Zeitraum von Januar bis September 2009 in ihren vier Förderschwerpunkten – Wissenschaft und Forschung, Projekte an Schulen, Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Jugendliche sowie Kunst und Kultur – über 20 ausgewählte Projekte.
Im Bereich Wissenschaft unterstützt die TUI Stiftung bereits seit vier Jahren die Begleitforschung des Projekts „Prävention durch frühe Förderung“ des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen. Im Rahmen eines Modellversuchs werden in Deutschland neue Wege der Frühförderung von Kindern aus Hochrisikofamilien erprobt und deren Effektivität überprüft.
Ebenfalls im Bereich der Wissenschaftsförderung wurde in 2009 zum 21. Mal der Rudolf-Schoen-Preis für die beste wissenschaftliche Veröffentlichung in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) vergeben. Darüber hinaus wurden ausgewählte Forschungsprojekte junger Nachwuchswissenschaftler der MHH gezielt gefördert. Intensiv engagiert sich die TUI Stiftung beim Netzwerk zur Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher, das die ambulante Versorgung dieser Kinder vor Ort deutlich verbessern soll.
Im Bereich Projekte an Schulen förderte die TUI Stiftung insgesamt acht Projekte in Niedersachsen, darunter ein Projekt zur Erhöhung der Lesekompetenz von Grundschülern. Im Bereich Qualifizierungsmaßnahmen wurden zwei Einrichtungen für arbeitslose Jugendliche unterstützt, in denen diese befähigt werden sollen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Zudem wurden in Kooperation mit dem Paritätischen Landesverband Niedersachsen die Förderung von fünf zusätzlichen Ausbildungsplätzen für benachteiligte Jugendliche fortgeführt.
Erstmals wurde 2009 der Förderpreis „Gemeinsam in Hannover – Wir sind die Zukunft“ für Kinder- und Jugendprojekte in Hannover vergeben. Eine prominent besetzte Jury wählte sechs Siegerprojekte aus. Der Preis wird zukünftig jährlich vergeben.
Im Bereich Kunst und Kultur standen ebenfalls vor allem Projekte mit Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt. Gefördert wurde z.B. eine Produktion des jungen schauspiel hannover, in dem Jugendliche selbst ein Stück erarbeiteten und aufführten sowie ein Projekt im Rahmen des Festivals Theaterformen Hannover, das eine Brücke zwischen den Generationen schlagen soll.