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Investor Relations > Finanzberichte > 2. Quartal 2009 > Zwischenabschluss > Grundlagen der Rechnungslegung
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16.05.2012, 17:35
 

Grundlagen der Rechnungslegung

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Zwischenbericht als Download
(PDF-Dokument)

Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2009 wurde in Übereinstimmung mit dem IAS 34 „Zwischenberichterstattung“ in einer im Vergleich zum Konzernjahresabschluss verkürzten Form veröffentlicht. Vom Prinzip der historischen Anschaffungs­kosten wurde nur bei der Bewertung von Finanzinstrumenten abgewichen.

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2009 waren folgende durch das IASB überarbeitete bzw. neu herausgegebene Standards und Interpretationen verpflichtend anzuwenden:

  •  IFRS 8: „Geschäftssegmente“
  •  Änderungen des IAS 1: „Darstellung des Abschlusses“
  • Änderungen des IAS 23: „Fremdkapitalkosten“ bezüglich der Aufhebung des Wahlrechts   zur Aktivierung von Fremdkapitalkosten
  • IFRIC 13: „Kundenbindungsprogramme“
  • Änderungen des IFRS 2: „Aktienbasierte Vergütungen“ bezüglich der Definition von Ausübungsbedingungen und Behandlung von Annullierungen
  • Änderungen des IAS 32: „Finanzinstrumente: Darstellung“ und Folgeänderung des IAS 1: „Darstellung des Abschlusses“ bezüglich kündbarer Finanzinstrumente und bei Liquidation entstehender Verpflichtungen
  • Änderungen des IFRS 1: „Erstmalige Anwendung der IFRS“ und des IAS 27: „Konzern- und Einzelabschlüsse nach IFRS“ hinsichtlich der Bestimmung von Anschaffungskosten einer Beteiligung, eines Gemeinschaftsunternehmens oder eines assoziierten Unternehmens
  • Jährliches Verbesserungsprojekt

IFRS 8 ersetzt die bisherigen Vorschriften des IAS 14 zur Segmentberichterstattung. Die wesentliche Änderung beinhaltet, dass der Aufbau der Segmentberichterstattung der von den Entscheidungsträgern intern verwendeten Berichtsstruktur folgt (Management Approach). Zusätzlich werden ausschließlich zum Abschluss eines Geschäftsjahres Angaben zu geographischen Bereichen und wesentlichen Kunden gefordert.

Ebenfalls im vorliegenden Zwischenabschluss umgesetzt wurden die Änderungen des IAS 1 betreffend die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für IFRS Abschlüsse. Dementsprechend wird nun eine Konzern-Gesamtergebnisrechnung dargestellt und die Eigenkapitalveränderungsrechnung als separater Bestandteil des Abschlusses gezeigt. Die Gesamtergebnisrechnung umfasst den Konzern-Gewinn und -Verlust und die sonstigen Ergebnisse, die den direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen entsprechen. Zusätzlich zu der bisherigen Darstellung werden in der Bilanz im Falle von retrospektiven Anpassungen als weitere Spalte auch die Eröffnungswerte der Vorperiode gezeigt.

Die Änderungen des IAS 23 zur nun verpflichtenden Aktivierung von Fremdkapitalkosten haben keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, da im TUI Konzern bereits das bisherige Wahlrecht zur Aktivierung der Fremdkapital­kosten ausgeübt wurde.

Die Bilanzierung von Bonusprogrammen für Kunden (z.B. Flugmeilen) wurde den Anforderungen des IFRIC 13 angepasst. Prämiengutschriften wird daher nun ein Zeitwert beigemessen und dieser bis zur Einlösung der Gutschrift von den Umsatz­erlösen abgegrenzt. Die Anwendung dieser Interpretation hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Ertragslage des TUI Konzerns. Im Folgenden sind die Aus­wirkungen auf die Posten der Konzernbilanz dargestellt:

Auswirkung des IFRIC 13 auf die Konzernbilanz

Mio € 30.6.2009 31.12.2008 1.1.2008
Aktive latente Steuern + 0,4 + 0,4 + 0,4
Eigenkapital - 1,0 - 0,8 - 0,8
Rückstellungen - 4,1 - 4,0 - 3,2
Sonstige Verbindlichkeiten (inkl. passiver Rechnungsabgrenzungsposten) + 5,5 + 5,2 + 4,4
       
 

Aus der verpflichtenden Anwendung aller weiteren angeführten Änderungen bzw. Verbesserungen von Standards und Interpretationen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des TUI Konzerns.

Darüber hinaus wendet der TUI Konzern die im Juni 2009 in EU-Recht umgesetzten Regelungen des überarbeiteten IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ sowie die Änderungen des IAS 27 „Konzern- und Einzelabschlüsse nach IFRS“ bereits für das Geschäftsjahr 2009 an. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden entsprechend den Übergangsvorschriften der Standards geändert.

Die Änderungen des IFRS 3 umfassen im Wesentlichen Bestimmungen zu Kaufpreis­bestandteilen und Anschaffungsnebenkosten, sukzessiven Unternehmenserwerben, Geschäfts- oder Firmenwerten, Minderheitsanteilen und zur Neubewertung von übernommenen Verträgen. IAS 27 legt fest, dass mit einem Kontrollwechsel verbundene Käufe und Verkäufe von Beteiligungen zu einer erfolgswirksamen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der bereits im Konzern gehaltenen bzw. der dann im Konzern verbleibenden Anteile führen. Im Gegensatz dazu werden Transaktionen ohne Kontrollwechsel erfolgsneutral im Eigenkapital abgebildet.

Auswirkungen der vorzeitigen Anwendung von IFRS 3 und IAS 27 auf den Konzernabschluss

Mio €/€ H1 2009
Andere Aufwendungen + 0,5
Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich/Veräußerungsgewinn + 191,5
Konzerngewinn/-verlust + 191,0
Goodwill - 0,5
Eigenkapital + 188,9
Unverwässertes Ergebnis je Aktie + 0,61
aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 0,00
aus aufgegebenem Geschäftsbereich + 0,61
Verwässertes Ergebnis je Aktie + 0,61
aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 0,00
aus aufgegebenem Geschäftsbereich + 0,61
   
 

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellte Ergebnisgröße EBITA stellt das operative Ergebnis des TUI Konzerns dar. Nach dem mehrheitlichen Verkauf der Containerschifffahrt ist das aus dieser Beteiligung resultierende anteilige Ergebnis dementsprechend nicht mehr in das operative Ergebnis des fortzuführenden Bereiches einzubeziehen.

Abgesehen von diesen Änderungen wurde der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2009 grundsätzlich unter Beachtung derselben Bilanzierungs-, Bewertungs- und Darstellungsmethoden aufgestellt, die auch dem vorangegangenen Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 zugrunde lagen.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die TUI AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, die Finanz- oder Geschäftspolitik so zu bestimmen, dass der Konzern aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zieht.

In den Zwischenabschluss zum 30. Juni 2009 wurden neben der TUI AG insgesamt 44 inländische und 683 ausländische Tochterunternehmen einbezogen.

Seit dem 1. Januar 2009 wurden 12 touristische Gesellschaften und eine Gesellschaft der Containerschifffahrt in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Die Zugänge im Bereich der Touristik setzen sich zusammen aus 2 neugegründeten und 10 erworbenen Gesellschaften. Im selben Zeitraum haben zwei touristische Gesellschaften durch Fusion bzw. Geschäftsreduktion den Konsolidierungskreis verlassen. Während im Vergleich zum Jahresende 2008 eine Gesellschaft der Containerschifffahrt auf Grund der Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeit in den Konsolidierungskreis aufgenommen wurde, sind insgesamt 47 Gesellschaften auf Grund des im ersten Quartal 2009 abgeschlossenen Verkaufs der Containerschifffahrt aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden.

Akquisitionen – Desinvestitionen
Im ersten Halbjahr 2009 wurden 10 touristische Gesellschaften zu Anschaffungs­kosten von umgerechnet 34,9 Mio. € erworben. Sämtliche Gesellschaften wurden im zweiten Quartal 2009 erworben.

Zusammenfassende Darstellung der Akquisitionen



Name und Sitz der erworbenen
Gesellschaft



Geschäftstätigkeit



Erwerber


Erwerbs-
zeitpunkt

Erwor-
bener
Anteil
Anschaf-
fungs-
­­­­­kosten
Mio €
„Adventure Tours Australia Gruppe, Australien (3 Gesellschaften)“ Spezialreiseveranstalter TUI Travel Holdings Ltd. 02.04.09 je 100% 6,4
„Williment World Travel Gruppe, Neuseeland (4 Gesellschaften)“ Spezialreiseveranstalter TUI Travel Holdings New Zealand Ltd. 01.05.09 je 100% 11,0
Aragon Tours Ltd., UK Dienstleister für Kreuzfahrtunternehmen TUI Travel Holdings Ltd. 08.05.09 100% 2,6
„Zeghram Expeditions Gruppe, USA (2 Gesellschaften)“ Reiseveranstalter für Expeditionen First Choice Holdings, Inc. 30.06.09 je 100% 14,9
Gesamt         34,9
           
 

Die Anschaffungskosten in Fremdwährungen wurden jeweils in Euro umgerechnet. Entsprechend den Vorschriften des geänderten IFRS 3 wurden die Nebenkosten in Höhe von umgerechnet 0,5 Mio. € erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Beizulegende Zeitwerte der übertragenen Gegenleistung

Mio €  
Bezahlter Kaufpreis 17,1
Später fälliges oder von zukünftigen Ereignissen abhängiges Entgelt 17,8
Gesamt 34,9

Die Anschaffungskosten umfassen teilweise neben den bereits bezahlten Kaufpreisen auch die beizulegenden Zeitwerte von bedingten, d.h. von zukünftigen Ereignissen abhängigen Gegenleistungen.

Zusammenfassende Darstellung der Erstkonsolidierungsbilanzen





in Mio €, umgerechnet

Buchwerte
zum
Zeitpunkt
des Erwerbs
Neubewertung
von
Vermögens-
werten und
Schulden
Buchwerte
zum
Zeitpunkt
der Erstkon-
solidierung
Immaterielle Vermögenswerte 1,9 1,9 3,8
Sachanlagevermögen 4,1 - 0,2 3,9
Finanzanlagen 0,7 - 0,6 0,1
Anlagevermögen 6,7 1,1 7,8
Vorräte 0,1 – 0,1
Forderungen und sonstige Vermögens­werte, einschließlich Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 4,6 - 0,2 4,4
Finanzmittel 12,4 – 12,4
Latente Ertragsteuerrückstellung 0,1 0,8 0,9
Sonstige Rückstellungen 0,5 0,1 0,6
Finanzschulden 2,8 – 2,8
Verbindlichkeiten und Rechnungs­abgrenzung 13,3 – 13,3
Eigenkapital 7,1 0,0 7,1
       
 

Der sich zwischen den Anschaffungskosten und dem erworbenen, neubewerteten Nettovermögen ergebende Unterschiedsbetrag in Höhe von zum Erwerbszeitpunkt zusammen umgerechnet 29,6 Mio. € (einschließlich Währungsumrechnung) wurde jeweils vorläufig als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Diese Geschäfts- oder Firmenwerte stellen im Wesentlichen einen Teil der erwarteten Synergiepotenziale dar.

Auf Grund des kurzen Zeitraums zwischen dem Erwerb der Gesellschaften und der Erstellung dieses Zwischenabschlusses des TUI Konzerns konnte die Kaufpreiszuordnung zu den einzelnen Vermögenswerten und Schulden nur vorläufig durchgeführt werden und können keine weiteren Angaben zu IFRS 3 erfolgen.

Im vorliegenden Halbjahresabschluss wurden die Kaufpreisallokationen der folgenden im ersten Halbjahr 2008 erworbenen Gesellschaften und Gruppen entsprechend den Vorschriften des IFRS 3 innerhalb der vorgeschriebenen zwölf Monate abgeschlossen:

  • Active Safari-Gruppe, Australien
  • Destination Florida-Gruppe, USA
  • Gullivers-Gruppe, UK
  • Your Sporting Challenge, UK
  • Real Travel-Gruppe, UK
  • World Challenge-Gruppe, UK
  • Sportsworld-Gruppe, UK
  • Travelmood Ltd., UK


Vergleichsinformationen für Berichtsperioden vor Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung des Erwerbsvorgangs sind rückwirkend so darzustellen, als wäre die Kaufpreiszuordnung zum Erwerbszeitpunkt bereits fertig abgeschlossen gewesen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die zusammengefassten endgültigen Kaufpreiszuordnungen:

Endgültige Darstellung der Erstkonsolidierungsbilanzen für die Erwerbe des ersten Halbjahres 2008





Mio €

Buchwerte
zum
Zeitpunkt
des Erwerbs
Neubewertung
von
Vermögens-
werten und
Schulden
Buchwerte
zum
Zeitpunkt
der Erstkon-
solidierung
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 7,0 42,9 49,9
Sachanlagevermögen 4,1 - 0,6 3,5
Anlagevermögen 11,1 42,3 53,4
Vorräte 0,3 - 0,3 0,0
Forderungen und sonstige Vermögenswerte einschließlich latenter Ertragsteueransprüche 25,8 - 0,4 25,4
Finanzmittel 19,8 – 19,8
Ertragsteuerrückstellung - 1,3 14,0 12,7
Finanzschulden 8,2 – 8,2
Verbindlichkeiten und Rechnungs­abgrenzung 58,3 6,5 64,8
Eigenkapital - 8,2 21,1 12,9
       
 

Der aus der Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen neubewerteten Eigenkapital entstandene Geschäfts- oder Firmenwert in der Konzernbilanz erhöhte sich im Vergleich zum 31. Dezember 2008 infolge der geänderten Kaufpreiszuordnung um umgerechnet 3,5 Mio. GBP (3,6 Mio. €) auf 57,8 Mio. GBP (60,2 Mio. €, einschließ­lich Währungsumrechnung). Die aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte verkörpern im Wesentlichen einen Teil der erwarteten Synergiepotenziale. Aus diesen Kaufpreisanpassungen entstanden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns.

Am 23. März 2009 veräußerte die TUI AG die gesamte Containerschifffahrt. Sämtliche Aktien der Hapag-Lloyd AG wurden an die „Albert Ballin“ Holding GmbH & Co. KG, eine mittelbare Tochtergesellschaft des Konsortiums „Albert Ballin“ GmbH & Co. KG, verkauft. Die Containerschifffahrt erwirtschaftete bis Ende März des laufenden Geschäftsjahres bei Umsatzerlösen von 1 118,9 Mio. € ein Ergebnis nach Ertragsteuern in Höhe von - 197,9 Mio. €. Die Veräußerung der insgesamt 47 Tochtergesellschaften erfolgte zu einem Unternehmenswert (ohne Immobilien) von 4,3 Mrd. €. Unter Berücksichtigung der vorzeitigen Anwendung des IAS 27 resultiert nach Abzug der Veräußerungskosten und der endgültigen Kaufpreisbestimmung aus dem Verkauf nunmehr insgesamt ein angepasster Gewinn nach Ertragsteuern von 1 134,9 Mio. € (erstes Quartal 2009: 989,5 Mio. €).

Entkonsolidierungsbilanz der Containerschifffahrt

Mio € März 2009 31.12.2008
Langfristige Vermögenswerte 3 494,9 3 262,6
Kurzfristige Vermögenswerte 1 186,3 699,4
Vermögenswerte 4 681,2 3 962,0
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1 669,6 1 233,6
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1 401,3 1 241,3
Schulden 3 070,9 2 474,9
Eigenkapital 1 610,3 1 487,1
   Anteil der Aktionäre der TUI AG am Eigenkapital 1 609,9 1 486,8
   Anteil anderer Gesellschafter am Eigenkapital 0,4 0,3
     
 

Die zum 31. Dezember 2008 ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden der Containerschifffahrt wurden in der Vorjahresbilanz jeweils in separaten Bilanzposten dargestellt.

Die TUI AG erwarb mittelbar eine unternehmerische Beteiligung in Höhe von 43,33 % an der „Albert Ballin“ Joint Venture GmbH & Co. KG, die alleinige Gesellschafterin der „Albert Ballin“ Holding GmbH & Co. KG ist.

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