TUI AG Nachhaltigkeitsbericht
Seit 20 Jahren engagiert sich TUI im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung an ihren Standorten und in den Urlaubsländern für Umwelt und Gesellschaft. Bereits 1990 richtete die TUI als erster großer Reiseveranstalter ein Umweltressort ein.
Unter dem Titel „Zu Gast im Paradies“ veröffentlichte die TUI AG im Jubiläumsjahr ihren Nachhaltigkeitsbericht 2009/10. Der Bericht dokumentiert detailliert die Aktivitäten, Fortschritte, Ziele und Kennzahlen im Bereich Nachhaltige Entwicklung und erfüllt die Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI), des international anerkannten Standards für Nachhaltigkeitsberichterstattung.
TUI Travel Sustainable Development Report
TUI Travel hat in Zusammenarbeit mit der TUI AG die Festlegung von Zielen und die Umsetzung von Maßnahmen zu Umwelt und Nachhaltigkeit im operativen Bereich in neun konzernweiten Projektgruppen weiter vorangetrieben. Die Projektgruppen sind den vier Kernarbeitsfeldern Klimaschutz, Destinationszusammenarbeit/Supply Chain Management, Kundensensibilisierung und Mitarbeiterengagement zugeordnet.
Die TUI AG notiert seit dem 20. September 2010 zum fünften Mal in Folge erneut als einziger Touristikkonzern weltweit in den Dow Jones Sustainability Indizes (DJSI) World und Europe. Europas führender Touristikkonzern stellt damit kontinuierlich seine hohe Nachhaltigkeitsleistung unter Beweis. Bei der jährlichen Überprüfung der Indexzusammensetzung erhielt die TUI AG unter anderen Bestnoten in den Kategorien Risikomanagement und Compliance. Der Index umfasst die 318 Unternehmen aus dem 2.500 Mitglieder starken Dow Jones Global Index, die führend auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit sind.
Im September 2010 wurde die Position der TUI AG im Nachhaltigkeitsindex FTSE4Good bestätigt. Weiterhin ist die TUI in den Indizes DAXglobal Sarasin Sustainability Germany, Ethibel Excellence Index und ECPI Ethical Index €uro vertreten. Die oekom Research AG führte TUI im Geschäftsjahr 2009/2010 weiterhin mit dem Investment Status „Prime“.
Strategische Partnerschaften und Kooperationen
Der TUI Konzern engagiert sich im Rahmen eines Multi-Stakeholder-Dialogs und in internationalen Kooperationen für Umwelt-, Naturschutz und Nachhaltige Entwicklung in seinen europäischen Quellmärkten und den touristischen Zielgebieten.
Biodiversity in Good Company Initiative
Seit 2008 ist die TUI AG Mitglied der Initiative „Biodiversity in Good Company“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.. Ziel der beteiligten Unternehmen ist die stärkere Verbindung von wirtschaftlichem Handeln und dem Erhalt der Artenvielfalt. Umgesetzt und begleitet wird die Initiative durch die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). In 2010 wurde das Handbuch Biodiversitätsmanagement gemeinsam mit dem Centre for Sustainability Management der Leuphana Universität Lüneburg veröffentlicht. Ein Online-Portal bietet Unternehmen die Möglichkeit, ein unternehmerisches Management von Biodiversität zu etablieren. Mit der Ausstellung „Ohne Vielfalt der Natur keine Vielfalt der Wirtschaft“, die Station in ganz Deutschland machte, unterstrich die Initiative in 2010 bei den TUI Green Days die Bedeutung von Biodiversität für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg.
European Business and Biodiversity Campaign
Die TUI unterstützte die europäische Kampagne Business and Biodiversity des Global Nature Funds, die 2010 als ‚EU-Life+‘-Projekt ins Leben gerufen wurde. Ziel dieser Kommunikationskampagne ist, das Unternehmensengagement für die nachhaltige Nutzung und Erhaltung der Biodiversität auf EU-Ebene zu stärken. Gemeinsam mit den Partnern der Initiative lud die TUI AG im September 2010 europäische Touristikfachleute zu einem Workshop ein.
Bundesamt für Naturschutz
Die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) wurde im Internationalen Jahr der Biodiversität 2010 intensiviert. Gemeinsame Projekte waren beispielsweise die Entwicklung eines Kinder-Naturschutzmagazins, Malwettbewerbe zum Tag der Artenvielfalt in TUI Kinderclubs oder Gästeausflüge in den Destinationen in Kooperation mit dem BfN und lokalen Naturschutzorganisationen.
Futouris e. V.
Die TUI AG ist Gründungsmitglied der Brancheninitiative Futouris e.V., die Anfang 2009 als gemeinnütziger Verein von mehreren TUI Gesellschaften gegründet wurde. Die Initiative unter Schirmherrschaft des Deutschen Reiseverbands engagiert sich insbesondere in den Bereichen Umweltschutz, Entwicklungszusammenarbeit und der Förderung der Völkerverständigung.
In 2010 wurde ein Wissenschaftsrat begründet; gemeinsam mit Futouris werden künftig Projektstandards für Initiativen des Vereins entwickelt, Nachhaltigkeitsindikatoren bestimmt und ein Akkreditierungsverfahren durch den Wissenschaftsrat etabliert. Mit diesen Maßnahmen sowie einem speziellen Monitoringsystem soll sichergestellt werden, dass geförderte Projekte langfristig den aktuellen Nachhaltigkeitsanforderungen entsprechen. Die auf diesem Weg dynamisierten Verfahren ermöglichen einen kontinuierlichen Abgleich der Projektstandards mit neuesten Forschungserkenntnissen und sorgen für eine langfristige Sicherung und Qualifizierung des Nachhaltigkeitsanspruchs von Futouris.
econsense
Das Engagement der TUI AG als Gründungsmitglied von econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft – wurde im Geschäftsjahr fortgeführt. Inhaltliche Schwerpunkte der Zusammenarbeit in 2010 waren die Themenbereiche nachhaltige Finanzmärkte und Biodiversität.
Europarc
Als Mitglied des Evaluierungskomitees der Europäischen Charta für Nachhaltigen Tourismus in Schutzgebieten setzte die TUI AG im Geschäftsjahr ihre Mitarbeit bei der Implementierung von Standards zur nachhaltigen touristischen Nutzung von europäischen Schutzgebieten fort. In 2010 unterstützte die TUI AG die Überarbeitung und Neugestaltung der Evaluierungsdokumente und Kriterien der Charta.
Bonner Konvention
Seit 2005 begleitet die TUI AG mit verschiedenen Aktivitäten die Schutzmaßnahmen der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten, dazu zählen insbesondere die alljährlichen „Year of…“ Sensibilisierungskampagnen in den Zielgebieten.
Rahmenabkommen zur nachhaltigen Entwicklung der Balearen
Bereits seit 2005 besteht ein Rahmenabkommen zwischen dem Umweltministerium der Balearen und der TUI mit dem Ziel der nachhaltigen touristischen Entwicklung Mallorcas. In 2009 wurde ein großflächiges Wiederaufforstungsprojekt im Norden der Insel bei Alcudia gestartet. Bis zum September 2010 wurden bereits 12.000 Olivenbäume und Pinien im Naturschutzgebiet Parc de Llevant gepflanzt.
Tour Operators’ Initiative for Sustainable Tourism Development
Um den Gedanken der nachhaltigen Tourismusentwicklung weiterzutragen und zu fördern, engagiert sich die TUI Travel auch weiterhin gemeinsam mit anderen Reiseveranstaltern und mit Unterstützung der UNEP, der UNESCO und der UNWTO in der Tour Operators‘ Initiative for Sustainable Tourism Development (TOI). Alle Mitglieder dieser weltweiten Initiative sind eine freiwillige Selbstverpflichtung zu ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit in der Tourismusentwicklung eingegangen.
Travel Foundation
Durch aktive Mitarbeit unterstützte TUI Travel auch in 2010 die Arbeit der britischen Travel Foundation für eine nachhaltige touristische Entwicklung. In Zusammenarbeit mit der Stiftung, den Zielgebietsagenturen und lokalen Partnern werden in Urlaubsländern Projekte zum Schutz und zur Verbesserung der Umweltsituation und der Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung durchgeführt. Ein in 2010 gestartetes Forschungsprojekt der Travel Foundation und des Overseas Development Institute beschäftigt sich mit der Erfassung und Verbesserung sozio-ökonomischer Auswirkungen von TUI Travel Hotels am Beispiel eines all-inclusive Betriebs in der Türkei.
Umwelt
Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Umweltqualitätsstandards und deren Umsetzung, u. a. durch eine verstärkte Implementierung von Umweltmanagementsystemen, sind integraler Bestandteil der nachhaltigen Unternehmenspolitik im TUI Konzern. Wesentliche Handlungsfelder sind dabei der Erhalt der biologischen Vielfalt, Klimaschutz und der effiziente Einsatz von Ressourcen.
Konzernweites Umweltmonitoring
Die Prozesse des konzernweiten Monitorings über die Umweltleistung sowie zur Ermittlung aussagekräftiger Kennzahlen im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung wurden kontinuierlich angepasst und erweitert. International anerkannte Standards wie das Treibhausgasprotokoll und die aktuelle Richtlinie der Global Reporting Initiative (GRI/G3 Guidelines) wurden zugrunde gelegt, um dabei eine Vergleichbarkeit der Kennzahlen weitestgehend zu ermöglichen. Für einige Kennzahlen wurden durch bestimmte Spezifizierungen und Anpassungen verbesserte Berechnungsmethoden entwickelt. Das konzernweite Monitoring fokussiert die umweltrelevanten Geschäftstätigkeiten der fortzuführenden Bereiche und dient als Steuerungsgröße zur Verbesserung der Umweltleistung.
Energieeinsatz
Auf Grund der Nutzung fossiler Brennstoffe verzeichnen der Flugbereich und die Kreuzschifffahrt die größten Anteile am Energieeinsatz. Der Gesamtenergieeinsatz der emissionsintensiven Bereiche der fortzuführenden Geschäftsbereiche belief sich im Geschäftsjahr auf 88.947 TJ (Vorjahreszeitraum 95.347 TJ).
Die TUI Fluggesellschaften erreichten einen durchschnittlichen spezifischen Treibstoffverbrauch von 3,00 Liter Kerosin pro 100 Passagierkilometer (pkm) (Vorjahreszeitraum 3,03 L/100 pkm). Der Rückgang ist auf Veränderungen des Flottenportfolios beispielsweise durch die Übertragung des TUIfly City-Fluggeschäfts auf Air Berlin und Änderungen der Flugpläne bei den TUI Fluggesellschaften zurückzuführen. Dieser spezifische Treibstoffverbrauch bestätigt weiterhin die hohe Effizienz der TUI Airlines und deren positive Umweltleistung im internationalen Vergleich.
Im Geschäftsjahr 2009 ergab sich bei der Kreuzschifffahrt ein spezifischer Treibstoffverbrauch von 0,24 Liter pro Passagierseemeile (L/pnm) (Vorjahreszeitraum 0,25 L/pnm). Der Rückgang ist auf eine effizientere Routenplanung und die höhere Auslastung der Kapazitäten zurückzuführen.
Kohlendioxidemissionen
Der Klimawandel stellt für TUI einen wesentlichen Umweltaspekt mit Einfluss auf die Geschäftstätigkeit dar. Somit identifiziert TUI die Klima beeinflussenden Kohlendioxidemissionen (CO2) als entscheidende Umweltkennzahlen und Steuerungsgrößen zur Bemessung der Umweltleistung. Der CO2-Gesamtausstoß der emissionsintensiven fortzuführenden Geschäftsbereiche belief sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 5,91 Mio. Tonnen (Vorjahreszeitraum 6,34 Mio. Tonnen).
Kohlendioxidemissionen im Flugbereich
Im Geschäftsjahr 2009/10 belief sich der Anteil des Flugbereichs am CO2-Gesamtausstoß der emissionsintensiven, fortzuführenden Geschäftsbereiche auf 89,0 %. Der spezifische CO2-Ausstoß der TUI Fluggesellschaften lag im Geschäftsjahr 2009/10 bei 76 g pro Passagierkilometer (Vorjahreszeitraum 78 g/pkm). Um dem Klimawandel aktiv zu begegnen, verfolgen die TUI Airlines das Ziel, durch den Einsatz von effizientem Flugmaterial bis Ende des Geschäftsjahres 2013/14 ihre CO2-Emissionen um 6 % zu senken (Basisperiode 2007/08).
Emissionshandel im Luftverkehr
Nach Beschlussfassung der Europäischen Union wird der Luftverkehr ab 2012 in den europäischen Emissionshandel (EU ETS) einbezogen. Die Fluggesellschaften des TUI Konzerns haben in diesem Zusammenhang alle erforderlichen Prozesse im Flugbetrieb den neuen gesetzlichen Bestimmungen angepasst. Daraus abgeleitete Emissions-Monitoringpläne wurden mit den zuständigen nationalen Behörden abgestimmt und genehmigt. Nach Beendigung der ersten Berichtsperiode 2010, die als Grundlage zur Zuteilung von freien Zertifikaten dient, erfolgt in 2011 die erste gesetzlich vorgeschriebene Datenverifizierung. Dazu wurde bereits in 2010 mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC ein unabhängiger Verifizierer verpflichtet, der die Prüfung für alle Fluggesellschaften des TUI Konzerns in den kommenden Jahren durchführen wird.
Freiwillige CO2-Kompensation für Flugreisen
In Zusammenarbeit mit der Stiftung myclimate bietet TUIfly ihren Kunden die Möglichkeit zur freiwilligen Kompensation von Treibhausgasen. myclimate unterstützte mit den Spenden der TUI Kunden ein Entwicklungshilfeprojekt zur Förderung von Energiesparöfen auf Madagaskar. Auch für die Kunden von TUI Deutschland besteht das Angebot, sowohl im Reisebüro als auch im Internet die CO2-Emissionen ihrer gesamten Reise zu kompensieren. Der Reiseveranstalter erhöht den Spendenbeitrag pro Buchung um 50 Cent. Gefördert werden international anerkannte Klimaschutzprojekte in der Türkei und in Peru. Weitere Veranstalter des TUI Konzerns bieten ihren Kunden ebenso die Möglichkeit, CO2-Emissionen zu kompensieren. Die britischen Veranstalter Thomson Travel und First Choice steuern die Kohlendioxid-Kompensation über den World Care Fund.
Kompensation von Geschäftsreisen
Die TUI AG kompensierte rückwirkend alle im Geschäftsjahr 2009/10 entstandenen CO2-Emissionen der Flugreisen ihrer Mitarbeiter über die Stiftung myclimate. Insgesamt wurden 287 Tonnen CO2 klimaneutral gestellt. Auch die TUI Deutschland GmbH kompensierte erstmalig im Geschäftsjahr 2009/10 alle geschäftlichen Flugreisen, insgesamt 1.174 Tonnen.
Kohlendioxidemissionen Kreuzschifffahrt
Der Anteil des Kreuzschifffahrtsbereichs am CO2-Gesamtausstoß der emissionsintensiven, fortzuführenden Geschäftsbereiche belief sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 8,8 %. Eine effizientere Routenplanung sowie eine höhere Auslastung der Kapazitäten führten zu einem Rückgang der spezifischen CO2-Emissionen auf 0,80 kg pro Passagierseemeile (kg/pnm) (Vorjahreszeitraum 0,81 kg/pnm).
In Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation atmosfair bietet Hapag-Lloyd Kreuzfahrten seit September 2010 als erster Kreuzfahrtanbieter seinen Gästen die Möglichkeit an, Kreuzfahren ab 2011 CO2-neutral zu stellen. Mit den Spenden wird die Nutzung von Solarlampen in ländlichen Gebieten Indiens gefördert.
Kohlendioxidemissionen Hotels
Im Geschäftsjahr 2009 betrug der Anteil des Hotelbereichs am CO2-Gesamtausstoß der emissionsintensiven, fortzuführenden Geschäftsbereiche 2,2 %. Die spezifischen CO2-Emissionen lagen bei durchschnittlich 13,1 kg CO2 pro Gast und Übernachtung (Vorjahreszeitraum 12,6 kg/Gast/Nacht). Dieser Anstieg beruht auf Veränderungen des Hotelportfolios und einer verstärkten Nutzung von Ressourcen.
Alle TUI Hotelmarken engagieren sich für einen effizienten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Im April 2010 wurde dem Robinson Club Agadir die Umwelttrophäe Ecorismo überreicht. Der Preis wurde vom marokkanischen Tourismusminister und der Organisation Ecorismo für die vielfältigen Umweltaktivitäten des Robinson Clubs verliehen. Der Club Agadir betreibt für die Warmwasserversorgung des Clubs die größte Solaranlage des Landes mit einer Fläche von 900 m2. Ein über 2.000 m2 großer Hotelgarten liefert biologisch angebaute Gemüse- und Obstprodukte und bietet zugleich Lebensraum für einheimische Tier- und Pflanzenarten.
Carbon Disclosure Project
Auch in 2010 nahm der TUI Konzern an der Emissionsbilanzierung der Industrie teil. Die Emissionsbilanz des Unternehmens wurde zusammen mit den strategischen Aspekten der Klimapolitik der TUI AG im Carbon Disclosure Project beschrieben und internationalen Analysten und Investoren zugänglich gemacht. Die TUI AG positionierte sich bei der Bewertung der Klima-Berichterstattung auf dem fünften Platz im deutschen Carbon Disclosure Leadership Index. Zugleich ist die TUI AG als einziges MDAX-Unternehmen im Carbon Performance Leadership Index vertreten.
Zertifiziertes Umweltmanagement
Eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung wird durch die Einführung und die stetige Weiterentwicklung von Umweltmanagementsystemen in den einzelnen Konzerngesellschaften, insbesondere im Hotelbereich, erreicht.
Im Geschäftsjahr 2009 ließen fünf neue Hotels und Clubs ihr Umweltmanagementsystem erfolgreich nach dem internationalen Umweltstandard ISO 14001 zertifizieren. Insgesamt haben damit 63 Hotels aus dem Portfolio von TUI Hotels & Resorts eine von unabhängigen Gutachtern bestätigte ISO 14001-Zertifizierung erhalten. Zum Geschäftsjahresende waren die Umweltmanagementsysteme von insgesamt 18 Robinson Clubs, 12 Iberotels, 11 Magic Life Clubs, sieben Grupotels, fünf Dorfhotels, vier Sol Y Mar Hotels, drei Grecotels sowie drei Jaz Hotels nach ISO 14001 zertifiziert. Darüber hinaus ließen einige Hotelbeteiligungen ihre Umweltmanagementsysteme nach weiteren Umweltstandards, wie dem Österreichischen Umweltzeichen oder Travelife, überprüfen.
Auch die bestehenden Umweltmanagementsysteme an den Verwaltungsstandorten der TUI AG, des Reiseveranstalters TUI Deutschland und der TUI Dienstleistungsgesellschaft in Hannover wurden erfolgreich hinsichtlich der ISO 14001-Anforderungen überprüft. Im Geschäftsjahr 2009/10 ließ TUIfly Nordic als erste Charterfluggesellschaft ihr Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 zertifizieren.
Umweltqualität in den TUI Ferienhotels
Innovatives Umweltmanagement ist wesentlicher Bestandteil der Qualitätsstrategie von TUI Hotels & Resorts. Deren Hotelmarken zählen zu den Umweltführern am jeweiligen Standort.
TUI Umwelt Champion
Die 100 umweltfreundlichsten Hotels aus dem TUI Deutschland Produktangebot wurden in 2010 erneut mit dem TUI Umwelt Champion ausgezeichnet. Das Umweltengagement der Vertragshoteliers wird über eine Online-Checkliste und anhand der Ergebnisse der TUI Gästebefragung ermittelt. Erstmalig wurden die Kriterien des anerkannten Travelife Standards in die Beurteilung der Umweltleistung der Hotels einbezogen. Im Geschäftsjahr platzierten sich 57 Hotel- und Clubanlagen der TUI Hotels & Resorts unter den Top 100 im TUI Umwelt Champion.
Umwelt-Gütesiegel EcoResort
Die Auszeichnung zum TUI Umwelt Champion stellte für die TUI Hotels & Resorts eine Grundvoraussetzung für das Gütesiegel EcoResort dar. Darüber hinaus muss die Zertifizierung des Hotels nach einer anerkannten Umweltnorm nachgewiesen werden. Nach Überprüfung durch akkreditierte externe Gutachter führen 51 Ferienanlagen der konzerneigenen Hotelmarken von TUI Hotels & Resorts das Siegel EcoResort. Die wesentlichen Kriterien des EcoResort umfassen den nachvollziehbaren, verantwortungsvollen Umgang mit Umwelt und Natur sowie Engagement im soziokulturellen Umfeld. Dazu gehören Ressourcenschonung, Wasser- und Energiesparmaßnahmen und vielfach der Einsatz regenerativer Energien ebenso wie die bevorzugte Verwendung lokaler und regionaler Produkte aus ökologischer Landwirtschaft.
Das in Kooperation mit dem Nachhaltigkeitsmanagement der TUI AG von TUI Hotels & Resorts geschaffene Gütesiegel EcoResort ist das derzeit anspruchsvollste Qualitätsmerkmal für nachhaltige Entwicklung in der Ferienhotellerie.
Green Star Hotel Initiative
Die TUI AG ist in Ägypten Partner der Green Star Hotel Initiative. Die Aktivitäten für einen ressourceneffizienten Hotelbetrieb werden im Rahmen einer deutsch-ägyptischen Kooperation durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mitfinanziert und von der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit implementiert. Das Projekt stärkt das Umweltmanagement lokaler Hotels und schließt eine entsprechende Zertifizierung (Green Star) ein. Der zugrundeliegende Kriteriensatz basiert auf den Global Sustainable Tourism Criteria.
Biodiversität
Im Geschäftsjahr arbeitete TUI an der weiteren Umsetzung der Erklärung der Initiative Biodiversity in Good Company. Diese beinhaltet die Verpflichtung zur Analyse der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die biologische Vielfalt und die Aufnahme von Biodiversitätskriterien in das Umweltmanagementsystem.
Im Verhaltenskodex der TUI AG ist das Bekenntnis zum Erhalt der natürlichen Artenvielfalt festgeschrieben. Daraus resultierend legt TUI Handlungs- und Qualitätsziele fest, die konzernweit in Maßnahmen umgesetzt werden. Regelmäßige Überprüfung der Zielerreichungen und umfassende interne und externe Kommunikation, z. B. im Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht und auf der Konzern-Website, stellen die Effektivität der Schutzmaßnahmen dar und tragen zur Bewusstseins- und Vertrauensbildung bei Gästen, Mitarbeitern und Partnern bei.
Jahr der Biodiversität 2010
Das Jahr 2010 wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. TUI beteiligte sich konzernweit mit vielfältigen Projekten und Initiativen zum Schutz der biologischen Vielfalt.
Kundensensibilisierung
Gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz wurde ein Kindermagazin konzipiert und in den deutschsprachigen Kinderclubs sowie an Bord der Airline TUIfly verteilt. Das Magazin vermittelt kindgerecht die Zusammenhänge von Umwelt- und Artenschutz und gibt Tipps zum Umweltschutz im Urlaub. TUI setzte die Verteilung eines Souvenirratgebers in Urlaubsgebieten fort, in dem TUI Kunden über verbotene Souvenirs aus bedrohten Arten informiert werden und Hinweise für den alternativen Kauf fairer Souvenirs gegeben werden.
Artenschutzprojekte
TUI Gesellschaften engagieren sich vor Ort in vielen konkreten Projekten zum Schutz bedrohter Arten. Der Robinson Club Agadir unterstützt den marokkanischen Sous-Massa Nationalpark, der seltenen Tierarten geschützten Lebensraum bietet. Mit Hilfe der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit wurden hier fast ausgestorbene Arten wie die Mendesantilope und die Mhorrgazelle, wieder heimisch.
Die TUI AG förderte in 2010 die Gründung der June Haimoff Stiftung in der Türkei. Das von der Stiftung unterhaltene Meeresschildkrötenzentrum in Dalyan engagiert sich für den Schutz der bedrohten Meeresschildkrötenpopulationen an der türkischen Ägäis. In Kooperation mit der Universität Pamukkale erfolgt auch eine wissenschaftliche Erforschung der bedrohten Arten und die Beobachtung der Niststrände in der Region.
Mitarbeiter
Kompetente, engagierte und qualifizierte Mitarbeiter stellen einen wichtigen Erfolgsfaktor dar: Die Mitarbeiter der TUI sind es, die die Wettbewerbsposition des Konzerns sichern. Um Mitarbeiter zu gewinnen, weiterzuentwickeln und im Unternehmen zu halten, bietet die TUI neben vielfältigen Angeboten im Bereich Aus- und Weiterbildung zahlreiche Maßnahmen zur Alters- und Gesundheitsvorsorge sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in einem flexiblen und attraktiven Arbeitsumfeld an.
Aus- und Weiterbildung
Nachwuchssicherung und Ausbildung
Um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern, bietet der TUI Konzern jungen Menschen verschiedene Chancen für den Berufseinstieg. Insgesamt gibt es allein in Deutschland Ausbildungsmöglichkeiten in zwölf unterschiedlichen Berufen und zwei dualen Studiengängen, u. a. Bürokauffrau/-mann, Reiseverkehrskauffrau/-mann oder Bachelor of Arts/Touristik. Um einem Fachkräftemangel vorzubeugen, erweiterte u. a. auch Hapag-Lloyd Kreuzfahrten ihr Angebot an Ausbildungsberufen und Praktikumsplätzen. Zum Bilanzstichtag 2010 wurden rund 500 junge Mitarbeiter in den deutschen Gesellschaften qualifiziert ausgebildet. Von den Auszubildenden, die 2010 ihre Ausbildung abgeschlossen haben, wurden rund 64 % in ein Anstellungsverhältnis übernommen. Die Ausbildungsquote lag mit 5,3 % auf dem Niveau des Vorjahres. Die hohe Ausbildungsqualität zeigte sich erneut in Ehrungen von Absolventen bei den Industrie- und Handelskammern bis hin zur Landesbestenehrung. Im März 2010 wurde der TUI Deutschland für die LUCIE-Programme (Lernen im Unternehmen und Chancen durch individuelle Entwicklung) der Sonderpreis für Förderprogramme der Willy-Scharnow-Stiftung verliehen.
Entwicklung von Fach- und Führungskräften
Auch im Geschäftsjahr 2009/10 legte der TUI Konzern großen Wert auf die Qualifizierung seiner Fach- und Führungskräfte. Ein wichtiger Schwerpunkt im Trainingsbereich lag auf der Konzeption und Durchführung individueller Inhouse Trainings für verschiedene Gesellschaften. Themen bildeten die Bereiche Change Management, Verhandlungstraining und Kommunikation. Für die Führungskräfte wurden neue Angebote u. a. zum Thema Coaching konzipiert. Um auf den demografischen Wandel und einen damit einhergehenden Fachkräftemangel frühzeitig zu reagieren, hat der Konzern neue Angebote für Mitarbeiter und Nachwuchskräfte entwickelt wie z. B. berufsbegleitende Fortbildungslehrgänge mit IHK-Abschluss in den Bereichen Betriebswirtschaft, Touristik und Personal.
Das an Hochschulabsolventen gerichtete Internationale Management Trainee Programm des TUI Konzerns stellt seit vielen Jahren ein Element für eine nachhaltige, effiziente Nachwuchssicherung und -entwicklung für Fach- und Führungspositionen dar. Das internationale Programm gibt in 18 Monaten einen umfassenden Einblick in das touristische Geschäft. Die Einsätze der Trainees fördern eine wachsende Kooperation und Zusammenführung innerhalb des Konzerns. Die unterschiedlichen Nationalitäten der Teilnehmer aus Russland, China, Spanien, England, Frankreich, Schweden oder Indien ermöglichen länderübergreifendes, vernetztes Arbeiten.
Auf internationaler Ebene stellen zwei neu ins Leben gerufene Programme wichtige Komponenten der Top-Führungsentwicklung dar. Das Programm Global High Performance Leadership, das in Partnerschaft mit der European Business School durchgeführt wird, unterstützt die Entwicklung und Nachfolgeplanung für höhere und Top-Führungskräfte. Flankiert wird die Qualifizierungsreihe durch Projekte, Trainings und Coachingsequenzen. Das Programm Global Responsible Leadership zielt auf den Ausbau von Nachhaltigkeit und sozialem Engagement durch internationale Projektarbeit.
People Performance Management
Mit der Einführung des People Performance Management hat TUI Deutschland Führungs-, Steuerungs- und Personalentwicklungsprozesse weiter professionalisiert. Neben der konkreten Vereinbarung von Zielen erhält jeder Mitarbeiter von seinem Vorgesetzten ein systematisches Feedback zu seiner Leistung und seinem Potenzial sowie die Möglichkeit zur Selbsteinschätzung. Der sich daraus ableitende Entwicklungsplan wird von Mitarbeitern und Führungskräften gemeinsam verfolgt und umgesetzt.
Konzernweites betriebliches Vorschlagswesen
Mit dem Abschluss einer Konzernbetriebsvereinbarung zur Förderung des betrieblichen Ideenmanagements verfolgt TUI das Ziel, Mitarbeiter aktiv in die Gestaltung konzernweiter Arbeitsprozesse und die Entwicklung des Konzerns einzubeziehen. Dabei sollen die Mitarbeiter motiviert werden, über ihr eigenes Unternehmen und ihren Aufgaben- und Verantwortungsbereich hinaus mitzudenken, mitzugestalten und mitzuverantworten. Das Ideenpotenzial der Mitarbeiter soll in Form von Verbesserungsvorschlägen zur Entfaltung kommen und zum Nutzen des gesamten Konzerns und der Beschäftigten eingesetzt werden. Hierfür wird eine zentrale Stelle im Konzern geschaffen, die Verbesserungsvorschläge mit Konzerndimension annimmt und bearbeitet. Ziel ist ein innovationsfreudiges Klima und die verstärkte Identifikation der Mitarbeiter mit der TUI.
Soziale Verantwortung
Altersvorsorge
Die in den Unternehmen bestehenden Systeme der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung werden durch differenzierte und vielfältige Angebote an alle Mitarbeiter zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge ergänzt. Die jeweiligen wirtschaftlichen und rechtlichen Möglichkeiten der Gesellschaften sind für die Ausgestaltung der Versorgungszusagen von maßgeblicher Bedeutung. Bei der TUIfly wurden zum 1. Januar 2010 zwei Tarifverträge über zusätzliche Leistungen der betrieblichen Altersversorgung auf Basis beitragsorientierter Versorgungsordnungen (BOLO) abgeschlossen. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten hat die betriebliche Altersversorgung in 2009/10 durch Einführung einer beitragsorientierten Versorgungsordnung ebenfalls neugestaltet und verbessert. Die Modelle zur privaten Altersvorsorge für Beschäftigte der deutschen Konzerngesellschaften sind den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Fördermöglichkeiten angepasst. Neben dem Abschluss von Pensionskassen- und Direktversicherungsverträgen werden auch private Rentenversicherungen (Riester-Rente) zur Erlangung der staatlichen Förderung angeboten. Auch Deferred-Compensation-Modelle zum Aufbau einer nach individuellen Präferenzen ausgewählten Altersvorsorge stehen den Mitarbeitern zur Verfügung.
Altersteilzeit
Im Zuge der betrieblichen Personal- und Nachfolgeplanungen werden in den deutschen Konzerngesellschaften die Möglichkeiten des Altersteilzeitgesetzes für einen gleitenden Übergang aus der beruflichen Tätigkeit in den Ruhestand in vielfältiger Weise genutzt. Die Gestaltung der Arbeitszeit während der Altersteilzeitphase wird nahezu ausschließlich im Blockmodell vorgenommen und ermöglicht somit ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben. Gemäß den Bestimmungen des Altersteilzeitgesetzes werden die im Rahmen des Blockmodells entstehenden Wertguthaben der Beschäftigten im Rahmen eines Kapitalanlagemodells gegen die Insolvenz des Arbeitgebers abgesichert. Für die 285 in Altersteilzeit tätigen Beschäftigten wurden im Berichtsjahr ca. 10,8 Mio. € bereitgestellt.
Belegschaftsaktien
Zur Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmen besteht bei der TUI AG bereits seit vielen Jahren ein Programm zur Ausgabe von Belegschaftsaktien. Dieses Programm bezieht neben den Mitarbeitern sowie Pensionären inländischer Gesellschaften auch die Beschäftigten in europäischen Ländern ein. Den Teilnahmeberechtigten wurden auch in diesem Geschäftsjahr bis zu 250 Aktien zu einem vergünstigten Preis zur Zeichnung angeboten. Auch die TUI Travel bietet den Mitarbeitern in Großbritannien die Beteiligung am Unternehmen durch den Erwerb von vergünstigten Aktien an.
Gesundheitsmanagement und Arbeitssicherheit
Zentrale Aufgabe des Gesundheitsmanagements der TUI AG ist die Überprüfung des Arbeitsumfelds der Mitarbeiter sowie die kontinuierliche Ausweitung der Angebote, um der Belegschaft ein gesundheitsgerechtes Arbeitsleben zu ermöglichen. Die Arbeitssicherheit spielt dabei eine große Rolle. In Zusammenarbeit mit Arbeitssicherheitsexperten werden u. a. arbeitsplatzbezogene Gefährdungsanalysen, permanente Schulungen von Erst- und Brandschutzhelfern sowie Lärmmessungen durchgeführt.
Mit dem Programm „fit with TUI“ praktiziert die TUI am Standort Hannover ein umfangreiches, modernes Gesundheitsmanagement zur Förderung des gesundheitsbewussten Verhaltens. Entsprechend der Luxemburger Deklaration, die von der TUI AG unterzeichnet wurde, bietet der Konzern eine Reihe von Maßnahmen, die den Stellenwert von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz unterstreichen. Neben Bewegungsangeboten, wie z. B. im Betriebssport, werden zielgruppenspezifische Gesundheitsseminare und Suchtpräventionsmaßnahmen durchgeführt. Des Weiteren können Mitarbeiter an jährlichen Aktionen wie z. B. der Grippeschutzimpfung, Rückenprophylaxe und -therapieangeboten, Augen- und Hörtests oder einem Gesundheitscoaching zur Vorbeugung psychischer Erkrankungen teilnehmen.
Gesundheitsfördernde Maßnahmen werden im Austausch mit den Mitarbeitern entwickelt und umgesetzt. Zum gegenseitigen Austausch dienen regelmäßig stattfindende Mitarbeiterinformationen und -befragungen sowie Expertentreffen der Gesundheits-Koordinatoren mit den Betriebsärzten, Fachkräften für Arbeitssicherheit sowie Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern. Für seine vorbildliche Gesundheitssystematik wurde der Standort Hannover der TUI mit dem Corporate Health Award „Exzellenz“ ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde die TUI AG in 2010 für den Felix-Burda-Award nominiert, wodurch die herausragenden Angebote der TUI AG zur Krebsvorsorge für Mitarbeiter gewürdigt wurden.
Betriebskrankenkasse
Die TUI BKK steht inländischen Mitarbeitern mit einem umfassenden Leistungsspektrum für die Absicherung im Krankheitsfall und zur Gesundheitsvorsorge zur Verfügung. Mit der Einführung des Gesundheitsfonds wurden ab 2009 die Geschäftsgrundlagen für die TUI BKK grundlegend verändert. Wegen der damit verbundenen beträchtlichen wirtschaftlichen Unsicherheiten stand die Stabilisierung der Finanzlage im Mittelpunkt der Bemühungen. Die TUI BKK verbuchte einen Einnahmeüberschuss, der es ihr ermöglichte, auf Zusatzbeiträge zu verzichten. Entsprechend positiv entwickelte sich daher auch die Nachfrage.
Frauen in Führungspositionen
Der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft in Deutschland betrug zum Ende des Geschäftsjahres rund 69 % (Vorjahr: 67 %). In den Führungspositionen blieb der Anteil mit 21 % auf Vorjahresniveau. Langfristig soll der Frauenanteil in Führungspositionen deutlich ausgebaut werden. Dabei setzt die TUI AG u. a. auf spezielle Frauenförderprogramme und umfangreiche Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und familiengerechter Lebensplanung. Ziel ist es, einen Umdenkungsprozess weg von traditionellen Rollenerwartungen hin zu mehr Chancengleichheit zu erreichen.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Die TUI AG gehört als eines der Gründungsmitglieder dem bundesweiten Netzwerk Erfolgsfaktor Familie an. Ziel von konzernweit geregelten Angeboten ist es, den Mitarbeitern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Während der Elternzeit gibt es eine Reihe von Maßnahmen, um den Kontakt zum Unternehmen aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus können Mitarbeiter Zuschüsse zur Kinderbetreuung erhalten oder ihre Kinder am Standort Hannover in der betriebseigenen Krippe pädagogisch betreuen lassen. Flexible Arbeitszeiten, unterschiedlichste Teilzeitmodelle und Telearbeit werden zudem konzernweit angeboten. Darüber hinaus können Mitarbeiter bei Erkrankung von Angehörigen unbezahlt frei gestellt werden.
Charta der Vielfalt
In einem internationalen Konzern wie der TUI wird die Diversität der Persönlichkeiten im täglichen Umgang miteinander gelebt. Deshalb bekennt sich die TUI AG zur Charta der Vielfalt, einer Unternehmensinitiative zu Vielfalt, Fairness und Wertschätzung in Unternehmen. Herkunft, kulturelle Besonderheiten sowie Gesundheit sind Themen, die in diesem Zusammenhang bei TUI in Form von Projekten besonders hervorgehoben werden. Interessierten Mitarbeiterkindern wird mittels des TUI Stipendienprogramms Open Door bereits seit mehreren Jahren die Möglichkeit geboten, ein ganzes Schuljahr oder einige Wochen während der Ferien bei einer Gastfamilie im Ausland zu verbringen. Mitarbeiter hatten in diesem Jahr die Chance, am Seitenwechsel teilzunehmen, dazu wurden sie für einen Tag in eine soziale Einrichtung integriert. Zum Erfahrungsaustausch wurde abschließend eine Tagung „Vielfalt bei TUI“ durchgeführt, bei der Referenten aus den Einrichtungen berichteten und Schwerbehindertenvertreter sowie Arbeitnehmer- wie Arbeitgebervertreter mit den Teilnehmern diskutierten.
Des Weiteren führte die TUI AG erneut die Aktion „fit für den Beruf“ durch, bei der junge Menschen mit Behinderung, die auf der Suche nach ihrem ersten Arbeitsplatz sind, zu Bewerbungsmappe und Bewerbungsgespräch beraten werden. Überdies begann für das TUI Vorlesecoaching das dritte Jahr: TUI Mitarbeiter lesen einmal wöchentlich in einer Förderschule mit zehnjährigen Schülern. Im Juni 2010 hat die Bundesministerin, Frau Ursula von der Leyen, dafür die Schirmherrschaft übernommen.
Arbeitnehmervertretungen im Konzern
Im TUI Konzern bestehen auf betrieblicher wie auf überbetrieblicher Ebene national und international ausgerichtete Mitbestimmungsstrukturen. Ziel ist es, die Arbeitnehmervertretungen in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen an strategischen Weichenstellungen teilhaben zu lassen, um die strategischen Ziele im Interesse der Arbeitnehmerschaft, wie auch im Interesse des Unternehmens umzusetzen. Die auf eine ausgeprägte Sozialpartnerschaft ausgerichtete und gepflegte Mitbestimmungskultur ist seit jeher fester Maßstab im Umgang zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitergremien.
TUI Europa-Forum
Das TUI Europa-Forum bestand bereits vor Erlass des Europäischen Betriebsrätegesetzes durch den Deutschen Gesetzgeber in 1996. Seine Zusammensetzung ergibt sich aus der Anzahl der Mitarbeiter in den Ländern der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums sowie der Schweiz, in denen die TUI durch unmittelbare oder mittelbare Mehrheitsbeteiligungen mit ihren Geschäftsbereichen vertreten ist. In diesem Jahr werden insgesamt 52 Vertreter aus 14 Ländern in das TUI Europa-Forum entsandt. Die Konzernleitung informiert das geschäftsführende Präsidium des TUI Europa-Forums mehrmals im Jahr und berät mit ihm regelmäßig die aktuelle wirtschaftliche und personelle Situation im Konzern. Das TUI Europa-Forum tagt einmal jährlich. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Internationalität im Konzern und dient als Multiplikator zur Transparenz länderübergreifender unternehmerischer Entscheidungen.
Gesellschaftliches Engagement
Die TUI AG und ihre Beteiligungsgesellschaften bekennen sich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung an ihren weltweiten Standorten und in den Urlaubsländern.
„Trinkwasser für Afrika“
Auf Grund des großen Erfolgs wurde das Projekt Trinkwasser für Afrika ausgeweitet, eine Initiative des Global Nature Fund, des Bundesligavereins Hannover 96 und der TUI. Mithilfe von Spenden, die bei Heimspielen der Fußballmannschaft gesammelt wurden, konnten im Sommer 2010 vier neue Wasseraufbereitungsanlagen an Schulen in Kenia in Betrieb genommen werden. In der aktuellen Bundesligasaison widmet sich die Initiative einem Projekt zur Instandsetzung von Brunnenanlagen an der Elfenbeinküste.
Deutsch-Russisches Jugendparlament
Im Juli 2010 unterstützte die TUI AG die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch mit Flügen für die deutschen Teilnehmer des Deutsch-Russischen Jugendparlaments. Die Teilnehmer erarbeiteten Lösungsvorschläge zum Beispiel zu Toleranzproblemen im Jugendmilieu. Im Plenum präsentierten die Teilnehmer vor Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Präsidenten Dimitry Medvedev ihre Ergebnisse.
Unterstützung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen
Hilfe für Haiti
Nach der Erdbeben-Katastrophe auf Haiti haben TUI Konzerngesellschaften ein auf fünf Jahre angelegtes Hilfsprojekt gestartet, um einen Beitrag zum Wiederaufbau zu leisten. Insgesamt wird dafür eine halbe Million Euro zur Verfügung gestellt. An dem konzernübergreifenden Hilfsprogramm in Kooperation mit der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris e.V. beteiligen sich die TUI AG, TUI Deutschland, TUI Suisse sowie TUI Österreich. Ziel ist der Aufbau von Schlaf- und Wohnstätten für Kinder und Jugendliche sowie von kleineren Schulen und Berufsbildungszentren, um Jugendliche und Erwachsene zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit zu befähigen. Weltweit engagierten sich darüber hinaus TUI Konzerngesellschaften im Rahmen verschiedener karikativer Einzelprojekte oder Spendenaktionen. Beispielhaft für die Initiativen der Gesellschaften, deren Mitarbeiter bzw. deren Kunden stehen hier kostenlose Flüge und Transporte von Helfern, Medizinern und Gütern in die Dominikanische Republik durch TUIfly Nordic, Jetairfly und TUI Cruises, Spendensammelaktionen zugunsten des Deutschen Medikamenten-Hilfswerks action medeor e.V oder von Sachspenden für die Erdbeben-Opfer durch Mitarbeiter der TUI Deutschland.
ECPAT
TUI Konzerngesellschaften setzten im Geschäftsjahr ihr weltweites Engagement für den Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung fort. TUI Reiseleiter erhielten Schulungen zum Schutz von Kindern im Rahmen eines permanenten Mitarbeitertrainings.
Peter Maffay Stiftung
Die TUI AG unterstützte weiterhin die Peter Maffay Stiftung mit 200 Freiflügen nach und von Mallorca. Die Stiftung betreut Kinder, die durch Gewalt oder sexuellen Missbrauch im familiären Bereich oder durch schwere Krankheiten traumatisiert sind.
Clean Winners
TUI Cruises förderte die Eröffnung des neuen Standorts der Clean Winners in Hamburg im Sportpark Öjendorf. Die karitative Organisation Clean Winners hat es sich zur Aufgabe gemacht, sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in Deutschland mit Sportförderung „aus der Abseitsfalle“ zu holen und ihnen damit sozialen Halt, Zuspruch und gesellschaftliche Anerkennung zu vermitteln.
TUI Patenschaft
Die TUI Patenschaft der Mitarbeiter am Standort Hannover unterstützte in 2010 die Initiative „KiD Hannover“ mit Spenden. Das Diagnostik- und Therapiezentrum setzt sich für gewaltgeschädigte Kinder ein, bei denen der Verdacht auf Vernachlässigung, körperliche Misshandlung oder sexuellen Missbrauch besteht.
Engagement der TUI Stiftung
Die TUI Stiftung wurde in 2000 aus Anlass des 75jährigen Jubiläums der Preussag AG, heute TUI AG, gegründet. Die TUI AG bündelt in den Aktivitäten ihr soziales und gesellschaftliches Engagement in Niedersachsen.
Die TUI Stiftung förderte im Berichtszeitraum in ihren vier Förderschwerpunkten – Wissenschaft und Forschung, Projekte an Schulen, Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Jugendliche sowie Kunst und Kultur – über 30 ausgewählte Projekte.
Im Bereich Wissenschaft unterstützt die TUI Stiftung bereits seit fünf Jahren die Begleitforschung des Projekts „Prävention durch frühe Förderung“ des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen. Im Rahmen eines Modellversuchs werden in Deutschland neue Wege der Frühförderung von Kindern aus Hochrisikofamilien erprobt und deren Effektivität überprüft, erste Ergebnisse des langfristigen Modellversuchs wurden Ende 2010 vorgestellt.
Ebenfalls im Bereich der Wissenschaftsförderung wurde in 2010 zum 22. Mal der Rudolf-Schoen-Preis für die beste wissenschaftliche Veröffentlichung in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) vergeben. Darüber hinaus wurden ausgewählte Forschungsprojekte junger Nachwuchswissenschaftler der MHH gezielt gefördert. Intensiv engagiert sich die TUI Stiftung weiterhin beim Netzwerk zur Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher, das die ambulante Versorgung dieser Kinder vor Ort deutlich verbessern soll.
Im Bereich Projekte an Schulen förderte die TUI Stiftung insgesamt zwölf Vorhaben in Niedersachsen. Schwerpunkt waren Projekte zur Erhöhung der Lesekompetenz von Grundschülern und Maßnahmen zur Berufsorientierung für Haupt- und Realschüler. Zum zweiten Mal wurde 2010 der Förderpreis „Gemeinsam in Hannover – Wir sind die Zukunft“ für Kinder- und Jugendprojekte in Hannover vergeben. Eine prominent besetzte Jury wählte sechs Siegerprojekte aus.
Im Bereich Kunst und Kultur standen ebenfalls vor allem Projekte mit Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt. Gefördert wurde z.B. die Akademie für lebendige Musik, die mit neuen und ungewöhnlichen Konzertformaten Jugendliche für klassische Musik begeistern möchte. Die Arbeit junger Choreografen wurde durch eine Unterstützung des Internationalen Ballettwettbewerbs der Ballettgesellschaft Hannover gefördert.
Forschung und Entwicklung - Innovationen
Der TUI Konzern als Dienstleistungskonzern betreibt keine Forschung und Entwicklung im engeren Sinn. TUI betätigt sich jedoch in einem Umfeld, in dem die Wettbewerbsfähigkeit stark von dem Innovationsgrad der Produkte und Dienstleistungen abhängt. Daher sind die operativen Einheiten des TUI Konzerns bestrebt, sich neue Technologien zu Nutze zu machen, neuen Markttrends vorausschauend zu begegnen und ihr Produktportfolio stetig den sich wandelnden Marktanforderungen anzupassen.
Der Stellenwert der nachhaltigen Entwicklung sowie eines verantwortungsvollen Umgangs mit den natürlichen Ressourcen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Verbraucher orientieren zunehmend ihre Kaufentscheidung auch an der wahrgenommenen ökologischen und sozialen Verantwortung von Unternehmen. Die Ausrichtung der Produktentwicklung auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit war daher im Berichtszeitraum eine zentrale Aufgabe.
Internationale Studie
Das Group Marketing von TUI Travel führte in 2010 gemeinsam mit dem Global Nature Fund und PriceWaterhouseCoopers eine internationale Kundenbefragung zu Nachhaltigkeit im Tourismus durch. Die Ergebnisse belegen, dass das Bewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit auch bei der Wahl des Reiseanbieters gestiegen ist. Verzeichnet wird ein stärkerer Bedarf von angebotenen nachhaltigen Reisekomponenten.
EU Forschungsauftrag CILECCTA
Die TUI AG ist Partner in einem Konsortium von 19 Unternehmen aus zwölf Ländern, das im Rahmen eines EU Forschungsauftrags eine Software zur Beurteilung der Lebenszykluskosten von Bauobjekten entwickelt. Das Projekt CILECCTA ist auf vier Jahre angelegt und betrachtet neben den Baukosten auch die anschließenden Betriebs-, Instandhaltungs- und Entsorgungskosten, also den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. TUI engagiert sich mit einem finanziellen Beitrag und stellt u. a. ein Hotel zur Anwendungssimulation der Software bereit.
Biotreibstoff in der Luftfahrt
Die TUI Travel PLC ist aktives Mitglied bei der SAFUG (Sustainable Aviation Fuel Users Group) und beteiligt sich an der Diskussion über die Verwendung von nachhaltigem Biotreibstoff in der Luftfahrt. Eine Arbeitsgruppe mit Experten aus allen Fluggesellschaften des TUI Konzerns prüft in einem 5-Punkte Plan die strategischen Optionen für den Einsatz von Biotreibstoffen.
Forschungsprojekt Clean Sky
Die Fluggesellschaften Corsairfly, Thomson Airways und TUIfly sind Partner des von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojektes Clean Sky. Im Rahmen des Projektmoduls CARING (Contribution of Airlines for the Reduction of Industry Nuisances and Gases) erarbeiten die beteiligten Fluggesellschaften gemeinsam mit Umweltforschern und Technikherstellern ein Modell zur Darstellung der Flugemissionen. Hierzu werden erhobene Flugdaten detailliert analysiert und im gemeinsamen Austausch diskutiert.