Kennzahlen TUI Travel
| Mio € | Q2 2009/10 | Q2 2008/09 | Veränd. % | H1 2009/10 | H1 2008/09 | Veränd. % |
| Umsatz | 2 707,5 | 2 914,4 | - 7,1 | 5 519,2 | 6 238,9 | - 11,5 |
| Sparten-EBITA | - 268,8 | - 364,3 | + 26,2 | - 432,4 | - 433,3 | + 0,2 |
| Abgangsergebnisse | - 2,0 | – | - 2,0 | – | ||
| Restrukturierung | + 9,6 | + 25,7 | + 13,2 | - 0,6 | ||
| Kaufpreisallokation | + 16,3 | + 10,5 | + 31,9 | + 21,9 | ||
| Einzelsachverhalte | - 0,2 | + 38,9 | + 16,7 | + 56,5 | ||
| Bereinigtes Sparten-EBITA | - 245,1 | - 289,2 | + 15,2 | - 372,6 | - 355,5 | - 4,8 |
| Bereinigtes Sparten-EBITDA | - 195,4 | - 231,9 | + 15,7 | - 267,4 | - 208,6 | - 28,2 |
| Investitionen | 50,9 | 54,7 | - 6,9 | 125,5 | 109,9 | + 14,2 |
| Mitarbeiter (31.3.) | – | – | – | 45 966 | 48 667 | - 5,5 |
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Umsatz und Ergebnis
Der Umsatz der TUI Travel nahm im zweiten Quartal 2009/10 um 7 % gegenüber dem Vorjahresquartal ab. Ursache für den Rückgang war vor allem die niedrigere Gästezahl im Bereich Mainstream. Beim Gästevolumen war allerdings gegenüber dem Vorquartal bereits eine Erholung zu verzeichnen. Leicht positiv wirkte sich der im Vorjahresvergleich um 2 % stärkere Wechselkurs des Britischen Pfund gegenüber dem Euro aus.
Das bereinigte Ergebnis von TUI Travel verbesserte sich im zweiten Quartal 2009/10; es lag um 44 Mio. € über dem entsprechenden Vorjahreswert. Trotz des noch rückläufigen Gästevolumens konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt eine margeninduzierte Ergebnisverbesserung durch die flexible Kapazitätssteuerung erzielt werden. Weiterhin wirkte sich die Konzentration der TUIfly auf das touristische Streckenportfolio nach Übernahme des City-Fluggeschäfts durch Air Berlin positiv aus. Die Ergebnisentwicklung wurde darüber hinaus durch die Neuausrichtung des Kanadageschäfts im Zuge des im Januar 2010 vollzogenen Zusammenschlusses der kanadischen Aktivitäten mit dem Veranstalter Sunwing sowie der planmäßigen Realisierung der Integrationssynergien begünstigt. Demgegenüber standen Belastungen aus dem anhaltend schwachen Geschäftsverlauf bei den französischen Flugaktivitäten.
Im zweiten Quartal 2009/10 waren bei TUI Travel die folgenden Sondereffekte in Höhe von insgesamt 24 Mio. € zu bereinigen:
- Abgangsergebnisse in Höhe von 2 Mio. €, die aus der Veräußerung des Kanadageschäfts im Zusammenhang mit der anschließenden Gründung des Joint Venture resultierten,
- Restrukturierungskosten in Höhe von 10 Mio. €, insbesondere aus der Reorganisation des Flugbereichs in Großbritannien und dem Umbau der Veranstalteraktivitäten in Frankreich,
- Effekte aus Kaufpreisallokationen in Höhe von 16 Mio. € und
- Einzelsachverhalte in Höhe von per saldo 0 Mio. €. In den Einzelsachverhalten waren Einmalerträge aus zeitlich verzögerten Auslieferungen von Fluggerät enthalten. Demgegenüber standen Einmalaufwendungen im Wesentlichen aus der Wertberichtigung von Forderungen gegen eine türkische Hotelbetriebsgesellschaft sowie dem Ausfall einer konzernfremden kanadischen Fluggesellschaft und damit verbundener Aufwendungen für die Wiedereingliederung des verleasten Fluggeräts.
Das berichtete Ergebnis von TUI Travel verbesserte sich im zweiten Quartal 2009/10 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 96 Mio. € auf - 269 Mio. €. Kumuliert für das erste Halbjahr 2009/10 stieg das unbereinigte Ergebnis mit - 432 Mio. € leicht gegenüber dem Vorjahr an. Das um Sondereinflüsse bereinigte Halbjahresergebnis lag mit - 373 Mio. € noch um 17 Mio. € unter dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums.
Mainstream
Mainstream, der größte Bereich innerhalb der TUI Travel, umfasst den Verkauf von Flug- und Unterkunftsleistungen sowie sonstige touristische Dienstleistungen in Europa Mitte, Region Nord und Europa West.
Gästezahlen TUI Travel Mainstream
| Tsd. | Q2 2009/10 | Q2 2008/09 | Veränd. % | H1 2009/10 | H1 2008/09 | Veränd. % |
| Europa Mitte | 1 153 | 1 530 | - 24,6 | 2 693 | 3 550 | - 24,1 |
| Region Nord1) | 899 | 1 032 | - 12,9 | 2 026 | 2 403 | - 15,7 |
| Europa West | 769 | 764 | + 0,7 | 1 685 | 1 745 | - 3,4 |
| Gesamt | 2 821 | 3 326 | - 15,2 | 6 404 | 7 698 | - 16,8 |
1) Die Q1-Werte wurden rückwirkend angepasst, da nach Gründung des Sunwing-JV in Kanada die betreuten Gäste nicht mehr in der Statistik enthalten sind.
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Europa Mitte
In Europa Mitte (Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen mit der Fluggesellschaft TUIfly) nahm die Anzahl der Gäste im zweiten Quartal 2009/10 gegenüber dem Vorjahresquartal um 25 % ab. Ursächlich hierfür war insbesondere der Ausstieg der Fluggesellschaft TUIfly aus dem City-Fluggeschäft, das vereinbarungsgemäß von Air Berlin übernommen worden ist.
Trotz eines Gästerückgangs konnten die deutschen Flug- und Veranstalteraktivitäten durch ein striktes Kapazitätsmanagement sowie die Abgabe des City-Fluggeschäfts ihr Ergebnis deutlich verbessern. Der Schweizer Markt war durch den anhaltend starken Wettbewerb geprägt, trotzdem gelang es TUI Suisse, durch verbesserte Margen das geringere Nachfragevolumen mehr als wettzumachen. TUI Austria und TUI Poland profitierten von Gästezuwächsen und erfolgreichen Kosteneinsparmaßnahmen.
Region Nord
In Region Nord (Großbritannien, Irland, Kanada, Nordische Länder mit den Fluggesellschaften Thomson Airways und TUIfly Nordic) war im zweiten Quartal 2009/10 gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum ein Rückgang bei der Anzahl der Gäste um 13 % zu verzeichnen. Die Kapazitäten der Wintersaison waren mit Blick auf den erwarteten konjunkturbedingten Rückgang der Nachfrage reduziert worden.
Im britischen Markt verlief die Integration der Aktivitäten im zweiten Quartal 2009/10 weiterhin planmäßig, entsprechend konnten die erwarteten Synergien realisiert werden. In Kanada wirkte sich der Zusammenschluss mit dem Veranstalter Sunwing positiv aus. Das Joint Venture, an dem TUI Travel eine Beteiligung von 49 % hält, war im Januar 2010 zur Verbesserung der Marktposition gegründet worden. Das Marktumfeld in Kanada war weiterhin von Überkapazitäten und einer damit einhergehenden aggressiven Preispolitik geprägt.
Europa West
In Europa West (Frankreich, Niederlande, Belgien mit den Fluggesellschaften Corsairfly, Arkefly und Jetairfly) lagen die Gästezahlen im zweiten Quartal 2009/10 mit 1 % leicht über Vorjahresniveau. Die belgischen Veranstalteraktivitäten profitierten von einer Zunahme bei erdgebundenen Produkten und glichen damit das weiterhin rückläufige Gästevolumen in Frankreich und den Niederlanden aus. In Frankreich wirkte sich die erneut gesunkene Nachfrage nach den wichtigen Fernreisezielen La Reunion und den Westindischen Inseln negativ aus. Dies betraf neben dem Veranstalter insbesondere die Fluggesellschaft Corsairfly. Gegenüber dem ersten Quartal des aktuellen Geschäftjahres war jedoch eine leichte Erholung zu verzeichnen. Die TUI Veranstalter in den Niederlanden berichteten über Volumenrückgänge und ein nachgebendes Preisniveau. Hinzu kamen Belastungen des Fluggeschäfts durch erhöhten Wartungsaufwand.
Specialist & Emerging Markets
Im Bereich Specialist & Emerging Markets werden die Spezialveranstalter in Europa, Nordamerika und Wachstumsmärkten, wie beispielsweise Russland, geführt. Im zweiten Quartal 2009/10 wurde mit 167 Tsd. Gästen 4 % weniger Gäste als im Vorjahr betreut. Während die Länderspezialisten in Kontinentaleuropa von einem leichten Zuwachs profitierten, war das Gästevolumen der Spezialveranstalter in Großbritannien rückläufig. Das Nordamerikageschäft entwickelte sich im Berichtsquartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum negativ. Ursache war im Wesentlichen die anhaltende Nachfrageschwäche bei hochwertigen Expeditionsreisen. Der Geschäftsverlauf auf den Wachstumsmärkten war von zunehmendem Preisdruck für das Zielgebiet Ägypten auf dem russischen Markt und Akquisitionskosten für neu erworbene Beteiligungen belastet.
Activity
Der Bereich Activity, der Marine, Adventure, Ski, Student und Sport umfasst, entwickelte sich im zweiten Quartal 2009/10 positiv. Marine profitierte von realisierten Kosteneinsparungen. Während Adventure unter verringerten Kapazitäten und zunehmendem Wettbewerb insbesondere bei Polarexpeditionen litt, wirkten sich Sportgroßveranstaltungen wie die Winterolympiade bei Sport positiv aus. Ski und Student entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahr erfreulich.
Accommodation and Destinations (A&D)
Im Bereich A&D werden die Online-Services und Zielgebietsagenturen geführt. Die Online-Services verzeichneten erneut einen Volumenanstieg insbesondere in den europäischen Großstädten nach einer Erweiterung des Angebots und begleitenden Marketingaktivitäten. Das Geschäft der Zielgebietsagenturen entwickelte sich nahezu auf Vorjahresniveau. Zuwächse wurden insbesondere bei der Betreuung des Kreuzfahrtgeschäfts erzielt.