17.05.2012
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Investor Relations > Finanzberichte > 2. Quartal 2009/10 > Zwischenabschluss > Grundlagen der Rechnungslegung
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TUI AG-Aktie
XETRA: 5,04 EUR
16.05.2012, 17:35
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TUI Travel PLC-Aktie
LSE: 176,20 GBp
16.05.2012, 17:35
 

Grundlagen der Rechnungslegung

Der Konzernzwischenabschluss zum 31. März 2010 wird in Übereinstimmung mit dem IAS 34 „Zwischenberichterstattung“ in einer im Vergleich zum Konzernjahresabschluss verkürzten Form veröffentlicht. Vom Prinzip der historischen Anschaffungs­kosten wurde unverändert nur bei der Bewertung von Finanzinstrumenten abge­wichen.

Nach der Umstellung des Geschäftsjahresendes berichtet der TUI Konzern nunmehr über einen Zeitraum vom 1. Oktober eines Jahres bis zum 30. September des Folge­jahres. Dem Quartal Q2 2009/10 bzw. dem Halbjahr H1 2009/10 wurden dementsprechend die Berichtszeiträume 1. Januar bis 31. März 2009 (Q2 2008/09) bzw. 1. Oktober 2008 bis 31. März 2009 (H1 2008/09) gegenübergestellt.

Der Zwischenabschluss zum 31. März 2010 wurde grundsätzlich unter Beachtung derselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt, die auch dem vorangegangenen Konzernabschluss zum 30. September 2009 zugrunde lagen.

Darüber hinaus waren beginnend mit dem Geschäftsjahr 2009/10 folgende durch das IASB überarbeitete bzw. neu herausgegebene Standards und Interpretationen verpflichtend anzuwenden:

  • IFRS 3: „Unternehmenszusammenschlüsse“
  • IAS 27: „Konzern- und Einzelabschlüsse“
  • IAS 39: „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung – geeignete Grundgeschäfte“
  • IFRIC 12: „Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen“
  • IFRIC 16: „Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen ­Geschäftsbetrieb“
  • IFRIC 17: „Sachdividenden an Eigentümer“
  • IFRIC 18: „Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden“
  • Jährliches Verbesserungsprojekt (2009), sofern der IFRS 2 „Anteilsbasierte ­Vergütung“, der IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“ sowie der IFRIC 9 „Neubeurteilung eingebetteter Derivate“ betroffen sind.

Seit dem Halbjahresbericht zum 30. Juni 2009 wendet die TUI AG rückwirkend zum 1. Januar 2009 vorzeitig die geänderten Vorschriften des IFRS 3 „Unternehmens­zusammenschlüsse“ und des IAS 27 „Konzern- und Einzelabschlüsse nach IFRS“ an. Aus diesem Grunde wurde die Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis zum 31. März 2009 sowie die Bilanz zum 31. März 2009 wie folgt angepasst:

Auswirkungen der Anwendung von IFRS 3 und IAS 27 auf die Vergleichsperiode zum 31.3.2009

Mio € Q2 2008/09
Andere Aufwendungen + 0,5
Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich/Veräußerungsgewinn + 191,5
Konzerngewinn + 191,0
Geschäfts- oder Firmenwerte - 0,5
Eigenkapital + 188,9
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) + 0,61
aus fortzuführenden Geschäftsbereichen (in €) - 0,00
aus aufgegebenem Geschäftsbereich (in €) + 0,61

Aus der verpflichtenden Anwendung aller weiteren angeführten Änderungen ergaben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des TUI Konzerns.
 

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die TUI AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, die Finanz- oder Geschäftspolitik so zu bestimmen, dass der Konzern aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zieht.

In den Zwischenabschluss zum 31. März 2010 wurden neben der TUI AG insgesamt 46 inländische und 693 ausländische Tochterunternehmen einbezogen.

Seit dem 1. Oktober 2009 wurden vier Gesellschaften infolge der Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeit und sieben Gesellschaften auf Grund von Akquisitionen neu ­einbezogen. Zwei Gesellschaften wurden im ersten Halbjahr neu gegründet. Eine vormalig nach der Equity-Methode bewertete Gesellschaft wurde auf Grund des Erwerbs weiterer Anteile als vollkonsolidierte Tochtergesellschaft einbezogen. Zehn Gesellschaften haben auf Grund von Fusionen bzw. Liquidation und fünf auf Grund ihres Verkaufs den Konsolidierungskreis verlassen. Durch Akquisitionen wurden zwei Gesellschaften neu in den Kreis der nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen aufgenommen, eine wurde auf Grund der Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeit erstmalig nach der Equity-Methode bewertet.

Akquisitionen

Zusammenfassende Darstellung der Akquisitionen



Erworbenes Geschäft


Geschäftstätigkeit


Erwerber

Erwerbs-
zeitpunkt

Erworbener
Anteil
Anschaf-
fungskos-
ten Mio €

Select-World Pty Ltd., Australien

Cruise Handling
First Choice Holdings
Australia Pty Ltd.

26.11.09

100,0 %

5,8
Sport Executive Travel Limited, UK und deren Beteiligung an fünf weiteren Gesellschaften Veranstalter für Studentenreisen TUI Travel
Holdings Ltd.

22.12.09

100,0 %

0,5

The Hampstead School of English Ltd., UK

Sprachkurse in England
TUI Travel
Holdings Ltd.

19.02.10

n. a.

8,1
TURKUAZ Insaat Turizm A.S., Türkei Hotelgesellschaft TUI AG 30.03.10 50,0 % 9,0

TUI Travel Hotel Management Services Ltd, Türkei

Hotelbetrieb
TUI Travel
Holdings Ltd.

01.03.10

n. a.

–
Gesamt         23,4
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Im Falle der The Hampstead School of English Ltd. wurde der Geschäftsbetrieb einer Sprachschule und die hierfür benötigten Vermögensgegenstände erworben. Nach ihrer Gründung hat die TUI Travel Hotel Management Services Ltd. von einer Hotelmanagementgesellschaft deren Geschäftsbetrieb und die dazugehörigen ­Verträge wirtschaftlich erworben, der Dienstleistungen für Hotels in der Türkei umfasst. Die anderen Akquisitionen betreffen 100 % bzw. 50 % der stimmrechts­fähigen Eigenkapitalinstrumente.

Die Anschaffungskosten umfassen ausschließlich bezahlte Kaufpreise. Anschaffungsnebenkosten sowie das Entgelt für zukünftige Leistungen der Mitarbeiter der erworbenen Unternehmen werden gemäß den geänderten Bestimmungen des IFRS 3 als Verwaltungsaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der gesamte Aufwand hieraus belief sich in der laufenden Periode auf 10,4 Mio. €.

Nach dem Erwerb der oben angegebenen Anteile hält die TUI AG nun 100 % an der TURKUAZ Insaat Turizm A.S. Die Bewertung der bisher gehaltenen Anteile zum beizulegenden Zeitwert von 3,7 Mio. € zum Erwerbsstichtag führte zu einem Ertrag von 0,2 Mio. €, der innerhalb der sonstigen Erträge ausgewiesen wurde.

Zusammenfassende Darstellung der Erstkonsolidierungsbilanzen



in Mio €, umgerechnet
Buchwerte
zum Zeitpunkt
des Erwerbs
Neubewertung von
Vermögenswerten
und Schulden
Buchwerte zum
Zeitpunkt der
Erstkonsolidierung
Sonstige immaterielle Vermögenswerte – 41,2 41,2
Sachanlagen 15,0 1,9 16,9
Anlagevermögen 15,0 43,1 58,1
Vorräte 0,4 – 0,4
Forderungen und sonstige Vermögenswerte, einschließlich Aktiver ­Rechnungsabgrenzungsposten 1,9 – 1,9
Finanzmittel 4,7 – 4,7
Latente Ertragsteuerrückstellung 0,1 3,2 3,3
Sonstige Rückstellungen 1,4 – 1,4
Finanzschulden 7,2 – 7,2
Verbindlichkeiten und Passive Rechnungsabgrenzungsposten 36,5 – 36,5
Eigenkapital - 23,2 39,9 16,7
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Der sich zwischen den Anschaffungskosten und dem erworbenen, neubewerteten Nettovermögen ergebende, Synergiepotenziale verkörpernde Unterschiedsbetrag wurde vorläufig als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Insgesamt erhöhten sich die Geschäfts- oder Firmenwerte dadurch um 9,7 Mio. €.

Es wurde von der in IFRS 3 angegebenen Frist von zwölf Monaten für den Abschluss von Kaufpreisallokationen Gebrauch gemacht, die bis zum Ablauf dieser Frist eine vorläufige Zuordnung des Kaufpreises zu den einzelnen Vermögenswerten und Schulden vorsieht.

Zusätzlich zu den im Einzelnen genannten Akquisitionen wurde der Geschäfts­betrieb einschließlich der Vermögensgegenstände von 15 Reisebüros in Deutschland erworben. Der Kaufpreis belief sich auf 6,1 Mio. € und führte zu Geschäfts- oder Firmenwerten von 5,6 Mio. €.

Von den in der laufenden Berichtsperiode aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerten sind voraussichtlich 5,6 Mio. € steuerlich abzugsfähig.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Oktober 2009 bis zum 31. März 2010 enthaltenen Umsatzerlöse der im Berichtszeitraum erworbenen Unternehmen und Geschäftsbetriebe belaufen sich auf 7,8 Mio. €. Ihr Gewinn betrug 1,1 Mio. €. Wären sie seit dem 1. Oktober 2009 in den Konzernabschluss einbezogen worden, so hätten sich im Berichtszeitraum bis zum 31. März 2010 die Umsatzerlöse um 2,8 Mio. € erhöht und das Konzernergebnis um - 0,7 Mio. € verändert.

Die Erwerbsstichtage von fünf weiteren Unternehmenszusammenschlüssen liegen nach dem 31. März 2010. Die Bilanzierung dieser Unternehmenszusammenschlüsse gemäß IFRS 3 ist auf Grund der kurzen Zeitspanne noch nicht erfolgt.

Im vorliegenden Halbjahresabschluss wurden die Kaufpreisallokationen der folgen­den im Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis zum 31. März 2009 erworbenen Gesellschaften und Gruppen entsprechend den Vorschriften des IFRS 3 innerhalb der vorgeschriebenen zwölf Monate abgeschlossen:

  • Travel Adventures Inc., USA
  • Sport Abroad Ltd., UK
  • Teamlink Travel-Gruppe, UK
  • Sunshine Cruises Ltd., UK
  • Edwin Doran Travel Ltd., UK
  • Master Yachting GmbH, Deutschland
  • On the piste.com-Gruppe, UK

Vergleichsinformationen für die Berichtsperioden vor Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung des Erwerbsvorgangs sind rückwirkend so darzustellen, als wäre die Kaufpreiszuordnung zum Erwerbszeitpunkt bereits abgeschlossen gewesen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die zusammengefassten endgültigen Kaufpreiszuordnungen:

Zusammenfassende Darstellung der endgültigen Erstkonsolidierungsbilanzen



in Mio €, umgerechnet
Buchwerte
zum Zeitpunkt
des Erwerbs
Neubewertung von
Vermögenswerten
und Schulden
Buchwerte zum
Zeitpunkt der
Erstkonsolidierung
Sonstige immaterielle Vermögenswerte – 2,9 2,9
Sachanlagen 49,7 – 49,7
Anlagevermögen 49,7 2,9 52,6
Forderungen und sonstige Vermögenswerte, einschließlich Aktiver ­Rechnungsabgrenzungsposten 25,8 – 25,8
Finanzmittel 23,1 – 23,1
Latente Ertragsteuerrückstellung – 0,5 0,5
Sonstige Rückstellungen 6,1 – 6,1
Finanzschulden 0,3 – 0,3
Verbindlichkeiten und Passive Rechnungsabgrenzungsposten 31,0 – 31,0
Eigenkapital 61,2 2,4 63,6
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Der aus der Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen neubewerteten Eigenkapital entstandene Geschäfts- oder Firmenwert in der Konzernbilanz veränderte sich im Vergleich zum 30. September 2009 nicht. Die aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte verkörpern im Wesentlichen einen Teil der erwarteten Synergiepotenziale.

Zum Ende März 2009 war die unternehmerische Beteiligung in Höhe von 43,33 % an der „Albert Ballin“ Joint Venture GmbH & Co. KG zum ersten Mal nach der Equity-Methode bewertet worden. Die im Zusammenhang mit dieser Bewertung durchgeführte Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Vermögensgegenstände und Schulden, insbesondere der Hapag-Lloyd AG, wurde im zweiten Quartal 2009/10 abgeschlossen. Hierdurch verminderte sich der Equity-Buchwert der Schiff­fahrt zum 30. September 2009 um 16,7 Mio. €. Die Bilanz wurde entsprechend angepasst.

Desinvestitionen

Die touristischen Aktivitäten der TUI Travel in Kanada, im Folgenden Canada Mainstream genannt, wurden zum 30. September 2009 als Veräußerungsgruppe gemäß IFRS 5 klassifiziert.

Am 14. Januar 2010, nachdem alle erforderlichen Genehmigungen durch die zu­ständigen Behörden vorlagen, wurde Canada Mainstream auf die Sunwing Group übertragen. Im Gegenzug erhielt die TUI Travel 49 % der Anteile an dem zusammen mit der Sunwing Travel Group gebildeten touristischen Unternehmen. Weiterhin wurden 97,7 Mio. € als Kaufpreis für die Anteile an der neuen bzw. als Bareinlage in die neue Gesellschaft gezahlt. Die neue Gesellschaft wird als assoziierte Gesellschaft nach der Equity-Methode bewertet. Aus dem Abgang resultierte ein Ergebnis von 2,0 Mio. €, das in den Sonstigen Erträgen ausgewiesen wird.

Zur besseren Vergleichbarkeit werden nachfolgend die in den berichteten Perioden enthaltenen Aufwendungen und Erträge der Canada Mainstream dargestellt:

Auswirkung der Veränderung des Konsolidierungskreises durch den Abgang von Canada Mainstream auf die Gewinn- und Verlustrechnung

Mio € Q2 2009/10 Q2 2008/09 H1 2009/10 H1 2008/09
Umsätze 16,8 122,0 58,8 171,6
Umsatzkosten und Verwaltungsaufwendungen 16,6 131,7 65,2 184,9
Finanzergebnis 0,0 0,1 - 0,3 0,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 0,2 - 9,6 - 6,7 - 12,8
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 0,2 - 9,6 - 6,7 - 12,8
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Die Auswirkungen weiterer Desinvestionen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des TUI Konzerns waren nicht nennenswert.

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