Nachstehend finden Sie die Pressemitteilung von TUI Deutschland (TUI Travel) anlässlich der heutigen Vorstellung der Winterprogramme 2009/10
Marge vor Menge: TUI Deutschland wirtschaftlich erfolgreich in schwierigen Zeiten/Reisetrends Sommer 2009 und Winter 2009/2010
Marge vor Menge – mit dieser Maxime fährt TUI Deutschland ruhig durch das aktuell unsichere konjunkturelle Fahrwasser. Wie Dr. Volker Böttcher, Vorsitzender der Geschäftsführung von Deutschlands führendem Reiseveranstalter, anlässlich der Präsentation der Winterprogramme am Freitag in Hamburg erklärte, setze man nicht auf Wachstum um jeden Preis, sondern auf stabile Ergebnisse. Böttcher geht davon aus, dass die TUI Deutschland ihre wirtschaftlichen Ziele trotz eines äußerst schwierigen Marktumfelds erreichen wird. Für den kommenden Reisewinter kündigte der Marktführer Preissenkungen um durchschnittlich fünf Prozent an. Böttcher betonte allerdings, dass diese Rückgänge nicht auf Kosten der eigenen Ergebnisse gingen, sondern ausschließlich auf günstigere Konditionen im Hoteleinkauf sowie auf gesunkene Kerosinpreise zurückzuführen sind.
Besonders hoch fallen die Preisabschläge in Tunesien (acht Prozent), in Portugal, auf den Balearen (sieben Prozent), den Kanaren, dem Spanischen Festland und in Italien (sechs Prozent) aus. Auf der Fernstrecke werden insbesondere asiatische Ziele wie Sri Lanka, Thailand, China, Indien (zehn Prozent), Singapur (zwölf Prozent) sowie Kuba (sechs Prozent) und Südamerika (sieben Prozent) deutlich günstiger. „Das sind sehr gute Nachrichten für alle Urlauber und konkrete Kaufanreize, die dem Wintergeschäft sicher gut tun werden“, so Böttcher.
Spielräume für Preisaktionen im Sommer begrenzt
Bereits im laufenden Sommergeschäft bietet die TUI ihren Kunden punktuell attraktive Aktionspreise, um die Nachfrage zu steigern. Auch dabei profitiert das Unternehmen in erster Linie von Nachverhandlungen mit den Leistungsträgern. Dennoch erwartet der TUI Deutschland Chef keinen Erdrutsch bei den Reise-preisen: „Im Flugbereich sind die Kapazitäten branchenweit reduziert worden, so dass der Spielraum für alle Anbieter eher begrenzt ist.“
Wichtiger als Marktanteile ist ein gutes Ergebnis: „Im Interesse unserer Mitarbeiter, Geschäftspartner und Eigentümer möchten wir auch in schwierigen Zeiten unsere wirtschaftlichen Ziele erreichen und müssen nicht um jeden Preis weiter wachsen“, so Böttcher, „Wir verzichten daher bewusst auf Umsatz. Oder anders gesprochen: Wenn wir es als sinnvoll erachtet hätten, würde unser Umsatzminus deutlich geringer ausfallen.“
Dreistufiger Aktionsplan zur Stabilisierung des Geschäfts
Bereits Ende letzten Jahres hatte die TUI Deutschland einen dreistufigen Aktionsplan zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation gestartet: Dieser bein-haltet neben einer Verringerung des Vermarktungsrisikos durch Reduzierung der Kapazitäten und punktuellen Sonderaktionen zur Stimulierung des Marktes auch umfangreiche Kostensenkungen. Gespart wird sowohl bei den Sach- und Werbekosten als auch bei den Personalkosten. Rund 1.800 Mitarbeiter der TUI Deutschland machen gegenwärtig in ausgewählten Monaten Kurzarbeit, die leitenden Angestellten verzichten solidarisch freiwillig auf fünf Prozent ihres Gehaltes. „Alles in allem ein umfangreiches Maßnahmenbündel“, fasst der Geschäftsführer zusammen, „mit dem wir eine sehr solide wirtschaftliche Basis geschaffen haben, die tiefer gehende Einschnitte zurzeit überflüssig machen.“
Sommer bietet noch gutes Restpotenzial - starkes Kurzfristgeschäft erwartet
Zum laufenden Sommer konnte Böttcher aufgrund der strengen Regeln der britischen Börse, an der die Muttergesellschaft TUI Travel PLC notiert ist, nur die Zahlen des jüngsten Halbjahresberichts vom 19. Mai wiederholen. Danach verzeichnet TUI Deutschland minus zehn Prozent bei den Buchungen und minus zwölf Prozent beim Umsatz. „In Summe handelt es sich für uns weniger um einen dramatischen Umsatzrückgang als vielmehr um das geplante Ergebnis nach Kapazitätsanpassungen“, betonte er. In den verbleibenden Sommermonaten sieht er noch gute Chancen, das aktuelle Buchungsminus weiter zu verringern.“ Dabei stimmen ihn Marktanalysen von GfK und TUI zuversichtlich, nach denen es noch ein Restpotential für den Sommer 2009 von 13,8 Millionen Reisen gibt. Das seien lediglich zwei Prozent weniger als zum Vergleichszeitpunkt des Vorjahres. Im für TUI relevanten Veranstaltermarkt erwarten Marktforscher eine besonders starke Nachfrage bei Paaren. In der Altersgruppe der 20- bis 64-jährigen herrscht besonderes Interesse an zweiwöchigen Badepauschalreisen rund ums Mittelmeer im September und Oktober. Ältere Menschen planen den Studien zufolge vor allem fünf- bis achttägige Deutschland-Reisen im August und September.
Der Trend im laufenden Reisesommer geht dabei weiter zu All Inclusive. Urlaub ohne Nebenkosten und damit Budgetsicherheit wird stark nachgefragt, mehr als jede zweite TUI Reise ans Mittelmeer wird eine All-Inclusive-Reise sein. Bei Flugreisen buchen TUI Gäste mehr höherklassige Hotels als preisgünstige. Der Fokus auf Qualität zahlt sich aus: Das Angebot an Vier- und Fünf-Sterne-Hotels war von 80 auf 85 Prozent angehoben worden. Als richtig erweist sich auch der Schritt, die Bausteinoffensive zu intensivieren, weil reine Unterkunftsbuchungen derzeit stärker nachgefragt werden.
Krisengewinner sind USA, Türkei und Deutschland
Unter den Reiseländern auf der Fernstrecke stechen aktuell die USA heraus, die sich durch den günstigen Wechselkurs und das ausgefeilte Rundreisenprogramm gut entwickeln. Ebenfalls positiv laufen Brasilien, Barbados, die Baha-mas, Neuseeland und Costa Rica, wenn auch auf geringerem Niveau. Kenia feiert ein Comeback und liegt deutlich zweistellig im Plus. Auf der Flugmittelstrecke erweist sich vor allem die Türkei als krisenresistent. Das Urlaubsland profitiert von einem sehr attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis, dem großen All-Inclusive-Angebot sowie neuen, zielgruppengerechten Urlaubskonzepten. Auf Wachstumskurs befinden sind auch die Kapverdischen Inseln, wo gerade das vierte TUI exklusive Hotel unter der Marke Riu entsteht. Deutlich besser als der Durchschnitt entwickeln sich auch Italien und Kroatien, die das Vorjahresniveau annähernd erreichen können. Buchungen nach Spanien und Griechenland liegen dagegen hinter den Erwartungen. TUI rechnet jedoch gerade für diese Destinationen mit einem starken Kurzfristgeschäft. Bei der Rangliste der Reiseländer ist keine Verschiebung zu erwarten: Mallorca bleibt trotz rückläufigen Marktes die Nummer eins. Bei den Autozielen liegt in diesem Sommer vor allem Deutschland im Trend. Besonders Nord- und Ostsee erfreuen sich mit einem Teilnehmerplus von zehn beziehungsweise 18 Prozent wachsender Beliebtheit. Ein wesentlicher Grund: TUI betreibt eigene, große Hotelresorts in diesen Regionen, mit dem Iberotel Fleesensee kommt am 1. Juli ein weiteres Haus hinzu.
Vorsichtige Kapazitätsplanung für den Winter
Für die kommende Wintersaison erwartet Böttcher, dass sich der Trend zu All Inclusive weiter verstärken wird. Der Anteil der finanziellen Rundum-Sorglos-Reise wird im Winter auf rund 45 Prozent steigen (von 43 Prozent im Winter 2008/2009). Ebenfalls dürften Hotels im Vier- und Fünf-Sterne-Segment stärker nachgefragt werden. TUI Deutschland Chef Böttcher: „Die zwei aktuellen Megatrends der Branche lauten All-Inclusive und Exklusivität – und nicht selten fällt beides zusammen.“
Vor dem Hintergrund der unverändert unsicheren konjunkturellen Entwicklung wird die TUI Deutschland ihre Risikokapazitäten für den Winter leicht senken. Dabei kommt dem Unternehmen die geplante Partnerschaft mit Air Berlin zugute. Stimmt das Bundeskartellamt dem Vorhaben zu, wird die wirtschaftliche Verantwortung für das City-Geschäft von TUIfly ab Herbst bei Air Berlin liegen. Das Vermarktungsrisiko der TUI sinkt damit erheblich. „Unsere Strategie für den Winter bleibt unverändert. Wir setzen auf eine gute Auslastung und werden uns nicht in einen Kampf um Marktanteile begeben“, gab Böttcher die Marschrichtung für die nächste Saison vor.
Die TUI Deutschland GmbH ist mit mehr als 22 Prozent Marktanteil der führende Reiseveranstal-ter in Deutschland. Neben der Kernmarke TUI sind zahlreiche andere bekannte Marken wie 1-2-FLY und airtours sowie die Spezialisten Gebeco und L'tur Teil des Unternehmens. Damit deckt TUI die gesamte Bandbreite an Reisen von Premium über individuell bis günstig ab.