Biodiversitätsstrategie

Dauerhafte "InWertsetzung" der Natur

Biodiversität, die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten, Ökosysteme und genetischen Ressourcen, hat für das globale Überleben eine zentrale Funktion – und ist heute mehr und mehr bedroht: durch Raubbau, Übernutzung und die Folgen des Klimawandels.

Als weltweit tätiges Unternehmen ist sich TUI bewusst, dass ihre geschäftlichen Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette auf lokaler, regionaler und globaler Ebene Auswirkungen auf die biologische Vielfalt haben. Zugleich ist der Tourismus wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig auf eine intakte Natur und Umwelt angewiesen. TUI engagiert sich bereits seit den frühen 1990er Jahren in konkreten Projekten und Partnerschaftsabkommen im Dialog mit Wissenschaft, Politik und Naturschutzorganisationen für den Schutz der Artenvielfalt. Strategische Zielsetzung des TUI Konzerns ist die dauerhafte "InWertsetzung" von biologischer Vielfalt als Natur-Kapital der Urlaubsregionen und damit der natürlichen Grundlagen des Tourismus – heute und für zukünftige Generationen.

Die TUI Biodiversitätsstrategie beinhaltet die kontinuierliche Umsetzung vielfältiger Maßnahmen:

  • Berücksichtigung internationaler Abkommen und Konventionen zum Natur- und Artenschutz (z. B. das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES)
  • Unterstützung einer abgestuften Schutzgebietspolitik in Urlaubsregionen mit fest definierten Schutz- und Nutzungsvorschriften zur Sicherung der Biodiversität (z. B. im Rahmen der Europäischen Charta für nachhaltige touristische Nutzung von Großschutzgebieten der EUROPARC Federation)
  • Artenschutzkampagnen in den Urlaubsregionen zur Aufklärung von Gästen und der lokalen Bevölkerung (z. B. konzernübergreifende Initiativen wie das „Year of the Dolphin“ in Kooperation mit UNEP und dem Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten [CMS])
  • Kooperationsprojekte mit Wissenschaft und Forschung
    (z. B. die wissenschaftliche Case Study "Wildlife Watching and Tourism“ mit UNEP/CMS)
  • Aktive umweltpolitische Beratung von Entscheidungsgremien und Mitarbeit in Expertenrunden (z. B. am „Grundsatzpapier zum Erhalt der biologischen Vielfalt“)
  • Kooperationen mit Nichtregierungsorganisationen zur Unterstützung lokaler Artenschutzprojekte
    (z. B. Unterstützung der Artenschutzorganisation „Archelon“ zum Schutz der Meeresschildkröten)
  • Nachhaltige Produktentwicklung (z. B. das Angebot von verantwortungsbewussten Walbeobachtungsausflügen unter Einhaltung vorgeschriebener Verhaltensrichtlinien)
  • Verbrauchersensibilisierung für den verantwortungsbewussten Umgang mit Flora und Fauna am Urlaubsort (z. B. durch Gästeinformationen in Katalogen, Hotelmappen und im Internet)
  • Mitarbeitersensibilisierung (z. B. durch regelmäßige Umweltinformationen in den konzerninternen Medien und durch „Umweltbausteine“ im Ausbildungs- und Trainingsangebot)

Die Sicherung der biologischen Vielfalt ist Aufgabe der Völkergemeinschaft. Im Jahr 1992 wurde auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung das „Übereinkommen über die Biologische Vielfalt“ getroffen. Nach dem Beschluss der Regierungen der inzwischen 190 Vertragsstaaten soll ein signifikanter Rückgang des derzeitigen Verlustes an Biodiversität erreicht werden. Die Initiative „Wirtschaft und Biologische Vielfalt“ betont die wichtige Rolle von privaten Unternehmen für die Wahrung der natürlichen Lebensgrundlagen. Als Mitglied der Initiative übernimmt TUI Mitverantwortung dafür, dass die Völkergemeinschaft die in dem „Übereinkommen über die Biologische Vielfalt“ beschlossenen Ziele erreicht:

  1. Um die effektive Integration des Artenschutzes in die Geschäftsabläufe voranzutreiben, analysieren wir weiterhin systematisch unsere geschäftlichen Aktivitäten in Bezug auf ihre Auswirkungen auf die biologische Vielfalt.
  2. Im Zuge der Ableitung der vordringlichsten Schutzmaßnahmen haben wir bereits geeignete Indikatoren definiert. Das TUI-spezifische Kennzahlensystem wird im internen Diskurs und mit externen Partnern weiterentwickelt.
  3. Der Konzernbereich Umweltmanagement/Nachhaltige Entwicklung steuert alle Aktivitäten im Bereich Biodiversität und berichtet direkt dem Vorstand. Es bestehen bereits vielfältige Ansätze und konkrete Beispiele für erfolgreiche Artenschutzprojekte und weiterführende Umweltschutzmaßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Unser zukünftiger Fokus liegt darauf, diese Initiativen zusammenzuführen, abgeleitete Erfahrungen systematisch aufzubereiten und Best-Practice-Beispiele konzernweit voranzutreiben.
  4. Im Verhaltenskodex der TUI AG wird das Bekenntnis zum Erhalt der natürlichen Artenvielfalt festgeschrieben. Daraus resultierend legen wir Handlungs- und Qualitätsziele fest, die konzernweit in Maßnahmen umgesetzt werden.
  5. Durch eine regelmäßige Überprüfung unserer Zielerreichungen und deren umfassende interne und externe Kommunikation, u. a. im Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht sowie über unsere Website www.tui-nachhaltigkeit.com, wollen wir die Effektivität unserer Schutzmaßnahmen kritisch hinterfragen und Bewusstseins- und Vertrauensbildung bei unseren Gästen, Mitarbeitern und Partnern erreichen.
  6. Unsere Vertragspartner entlang der Wertschöpfungskette werden kontinuierlich für die Belange des Artenschutzes sensibilisiert und schrittweise in unsere Zielsetzungen eingebunden.
  7. Wir greifen auf die Expertise von Forschung und Wissenschaft sowie Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen zurück und bauen so unsere Kompetenz weiter aus.


Mit der Unterzeichnung der Leadership Erklärung im Rahmen der Initiative "Wirtschaft und Biologische Vielfalt" stellen wir die besondere Bedeutung des Schutzes der Biodiversität für unser Unternehmen heraus und bekennen uns weiterhin zu unserer Verantwortung in Bezug auf deren nachhaltige Nutzung.