Prognosebericht Auswirkungen der aktuellen Krise noch nicht zu quantifizieren. TUI durch starkes Portfolio und flexibles Geschäftsmodell gut aufgestellt.
Prognosebericht Auswirkungen der aktuellen Krise noch nicht zu quantifizieren. TUI durch starkes Portfolio und flexibles Geschäftsmodell gut aufgestellt.
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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Gesamtwirtschaftliche Situation
Allgemeine Entwicklung
Die Einschätzung der zukünftigen weltwirtschaftlichen Entwicklung hat sich vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise in den letzten Monaten weiter verschlechtert. Ausgeprägte Rezessionen in wichtigen Volkswirtschaften und die globale Finanzkrise werden das Wachstum der Weltwirtschaft in 2009 belasten.
Der Internationale Währungsfonds rechnet in seiner revidierten Prognose für 2009 (IWF, World Economic Outlook, Januar 2009) nur noch mit einem globalen Wachstum von 0,5 %. Damit befindet sich die Weltwirtschaft nach Definition des Währungsfonds in einer globalen Rezession.
Ungeachtet weitreichender staatlicher Gegenmaßnahmen, die die Auswirkungen der Krise eindämmen sollen, belasten die finanzwirtschaftlichen Spannungen die Realwirtschaft. Eine nachhaltige konjunkturelle Erholung setzt daher aus Sicht des IWF vor allem voraus, dass die Funktionsfähigkeit des Finanzsektors und der Kreditmärkte wiederhergestellt wird.
Für 2010 erwartet der IWF einen Anstieg der Weltwirtschaft um 3 %, wobei die Rückkehr zum Wirtschaftswachstum in Europa deutlich länger dauern dürfte als in anderen Regionen. Angesichts der rückläufigen Rohstoffkosten wird mit einem weltweit abnehmenden Inflationsdruck gerechnet.
Entwicklung in den Regionen
Mit Blick auf die einzelnen Wirtschaftsregionen sagt der IWF für die USA einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,6 % in 2009 voraus, für 2010 erwartet er ein Wachstum der US-Wirtschaft um denselben Betrag. Die Wirtschaft in Europa dürfte nach Einschätzung der Institution 2009 um 2,0 % schrumpfen, 2010 dann wieder moderat um 0,2 % wachsen. Dabei soll in allen großen Ländern Europas
das Bruttoinlandsprodukt in 2009 deutlich fallen: in Großbritannien um 2,8 %, in Deutschland um 2,5 % und in Frankreich um 1,9 %. Insgesamt werden die Industrieländer in 2009 nach Berechnungen des Währungsfonds um 2,0 % schrumpfen. Dies wäre der erste aggregierte Rückgang der Wirtschaftsleistung in diesen Ländern seit dem Zweiten Weltkrieg.
Wachstumsimpulse für die Weltwirtschaft kommen, wenn auch schwächer als in den vergangenen Jahren, aus China und Indien. So erwartet der Währungsfonds, dass die chinesische Wirtschaft in 2009 um 6,7 % und in 2010 um 8,0 % wachsen wird, Indien dürfte demnach auf Wachstumsraten von 5,1 % und dann 6,5 % kommen.
Erwartete Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts
| Veränderung in % | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Welt | 3,4 | 0,5 |
| Europa | 1,0 | - 2,0 |
| Deutschland | 1,3 | - 2,5 |
| Großbritannien | 0,7 | - 2,8 |
| Frankreich | 0,8 | - 1,9 |
| USA | 1,1 | - 1,6 |
| Japan | - 0,3 | - 2,6 |
| China | 9,0 | 6,7 |
| Indien | 7,3 | 5,1 |
| Ostasiatische Schwellenländer | 7,8 | 5,5 |
Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook, Januar 2009
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© TUI AG Geschäftsbericht 2008 |
Marktentwicklung in den Sparten
Touristik
Nach dem positiven Trend der Jahre 2004 bis 2007, in denen die weltweiten touristischen Ankünfte im Durchschnitt um 7 % gewachsen sind, führte das sich weltweit verschlechternde wirtschaftliche Umfeld ab dem zweiten Halbjahr 2008 auch in der Touristik zu einer gebremsten Entwicklung. Die UNWTO (World Tourism Barometer, Januar 2009) erwartet dementsprechend für das Gesamtjahr 2008 ein gegenüber den Vorjahren verlangsamtes Wachstum des touristischen Gesamtmarkts von 2 %. Für 2009 prognostiziert die UNWTO einen stagnierenden bzw. bis um 2 % rückläufigen touristischen Markt, wobei die Entwicklung in den einzelnen Regionen unterschiedlich ausfallen soll.
Auch ist diese Prognose in hohem Maße von der Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds abhängig und daher mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Während eine rasche wirtschaftliche Erholung aus Sicht der UNWTO bereits in 2009 zu einem leichten Wachstum des touristischen Gesamtmarkts führen kann, würde eine Verschärfung der aktuellen rezessiven Tendenzen eine weitere Anpassung der Prognose nach unten erfordern. Der World Travel & Tourism Council (WTTC) erwartet für 2009 einen Rückgang der weltweiten touristischen Nachfrage um 1 % bzw. um 2 % in Europa.
Die aktuelle Schwäche des Britischen Pfund gegenüber dem Euro wird Urlaubsreisen in 2009 im Quellmarkt Großbritannien relativ verteuern. Umfragen deuten aber darauf hin, dass die Konsumenten Urlaubsreisen weiterhin einen hohen Stellenwert einräumen. Auch die UNWTO geht davon aus, dass das Bedürfnis nach Reisen selbst in dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld Bestand haben dürfte. Organisierte Veranstalterreisen sind in diesem Zusammenhang im Vergleich zu Einzelkomponenten attraktiv, da sie den Kunden ein hohes Maß an Abwicklungs- und Preissicherheit bieten.
Containerschifffahrt
IHS Global Insight (Quelle: IHS Global Insight, Dezember 2008) prognostiziert für das Jahr 2009 eine leichte Abnahme des Transportvolumens in der Containerschifffahrt um 0,5 % auf rund 119 Mio. Standardcontainer (TEU). Die Entwicklung folgt damit der des Welthandels, welche der Internationale Währungsfonds (IWF) für das Jahr 2009 auf - 2,8 % schätzt. Der Margendruck wird sich in 2009 auf Grund der rückläufigen Frachtraten verstärken. Entlastung hingegen wird angesichts der gesunkenen Bunker- und Energiekosten erwartet.
Entwicklung der Ertragslage
Vor dem Hintergrund der Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten hat der TUI Konzern seine Planungen für das angelaufene Geschäftsjahr 2009 sowie seine mittel- und langfristigen Ziele überprüft. Dabei lassen sich die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf die Realwirtschaft derzeit noch nicht zuverlässig abschätzen.
Für das Jahr 2009 wird von allen Forschungsinstituten ein weltweiter und branchenübergreifender konjunktureller Einbruch erwartet, von dem auch die Nachfrage nach Reisen betroffen sein wird. Insbesondere durch die in 2008 durchgeführten Maßnahmen, wie die erfolgreiche Integration von TUI Travel und die Neuausrichtung des Konzernportfolios, ist der TUI Konzern in der Lage, vorübergehende Nachfragerückgänge zu meistern.
In der Touristik können Preis- und Mengenrisiken durch ein effektives Kapazitätsmanagement und zusätzliche Maßnahmen zur Effizienzsteigerung begrenzt werden.
Die zunehmenden Unsicherheiten auf den Finanz- und Realmärkten erlauben
aktuell noch keine konkrete Prognose. TUI wird sich daher erst im Rahmen der Quartalsberichterstattungen zum laufenden Geschäftsjahr äußern.
Touristik
Geschäftsverlauf
TUI Travel verfügt über eine breite Kundenbasis in 25 Quellmärkten und ist daher in der Lage, Entwicklungen in einzelnen Märkten oder Produktgruppen auszugleichen. In 2008 hat TUI Travel ihr Geschäftsmodell im Mainstream-Geschäft weiter flexibilisiert. Flug- und Hotelkontingente für kommende Saisons wurden zu einem geringeren Teil fest kontrahiert. Die Flugkapazität der eigenen Fluglinien orientiert sich weitgehend am Bedarf der jeweiligen Veranstalter. Über zeitlich gestaffelte Leasingvereinbarungen kann die Flottengröße der eigenen Airlines kurz- bis mittelfristig an Nachfrageänderungen angepasst werden. Knapp ein Drittel der benötigten Flugkapazität wird durch konzernfremde Airlines abgedeckt.
Im Hinblick auf die aktuell unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verfolgt TUI Travel in ihrem Volumengeschäft in allen Quellmärkten ein sehr restriktives Kapazitätsmanagement. In 2009 liegt der strategische Fokus von TUI Travel auf der Erzielung stabiler Produktmargen und hoher Auslastungen. Insbesondere in Großbritannien sollen die durch die aktuelle Schwäche des Britischen Pfund und die in 2008 gestiegenen Energiepreise erhöhten direkten Kosten über höhere durchschnittliche Preise an die Kunden weitergegeben werden. Die der Planung für 2009 zugrunde liegenden Kerosin- und Fremdwährungsbedarfe wurden zu einem großen Teil bereits in 2008 über Sicherungsgeschäfte fixiert. Die zwischenzeitlich gesunkenen Energiepreise werden daher erst zeitverzögert zu einer Kostenentlastung führen.
Ertragslage
TUI Travel rechnet in 2009 derzeit mit einem leichten Anstieg des bereinigten Ergebnisses. Wesentliche Ergebnistreiber bei TUI Travel sind die steigenden Synergien aus der Integration und stabile Produktmargen durch die eingeleiteten Kapazitäts- und Produktmaßnahmen im Mainstream-Geschäft, denen ein Risiko aus der weiterhin schwachen Entwicklung des Britischen Pfund sowie einer weiteren Eintrübung in den touristischen Märkten gegenübersteht.
TUI Hotels & Resorts strebt nach dem Ausbau der Kapazitäten von Riu und Robinson eine weitere Steigerung der Übernachtungen an. Inwieweit die erhöhten Kapazitäten zu entsprechenden Ergebnisbeiträgen führen, hängt insbesondere von den für die Sommersaison 2009 erzielbaren durchschnittlichen Erlösen pro Bett ab. Derzeit wird von einer eher stabilen Ergebnisentwicklung im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 ausgegangen.
Auf Grund der im Geschäftsjahr 2009 zu erwartenden Anlaufkosten von TUI Cruises wird für die Kreuzschifffahrtaktivitäten ein deutlich unter dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahrs 2008 liegendes Ergebnis erwartet.
Ausgehend von den derzeitigen Ergebniseinschätzungen für TUI Travel, TUI Hotels & Resorts und Kreuzfahrten erwartet der TUI Konzern im Kerngeschäft Touristik eine stabile Entwicklung des operativen Ergebnisses. Ein durch das aktuell schwierige wirtschaftliche Umfeld bedingte Margenrisiko kann noch nicht abschließend abgeschätzt werden.
Containerschifffahrt
Geschäftsverlauf
Für die Nachfrage nach Containertransporten in 2009 prognostiziert IHS Global Insight aktuell einen Rückgang von weltweit 0,5 %, bedingt durch Konsumzurückhaltung und Aussetzen der Produktion oder Kurzarbeit in einigen Industriebranchen (Quelle: IHS Global Insight, Dezember 2008).
Hapag-Lloyd prognostiziert eine rückläufige durchschnittliche Frachtratenentwicklung, getrieben von der schwachen Entwicklung asiatischer Ex- und Importe, insbesondere im Fahrtgebiet Europa-Fernost. Neben der Wertentwicklung des US-Dollar werden auf der Kostenseite auch künftig die Entwicklung der Bunkerpreise sowie der Charterkosten für Schiffstonnage einen wesentlichen Einfluss haben. Der Bunkerpreis hat sich aktuell stabilisiert, befindet sich jedoch auf einem historisch gesehen weiterhin hohen Niveau.
Ertragslage
Auf der Basis der oben dargestellten Marktbedingungen wird für die Containerschifffahrt in 2009 mit einem deutlichen Ergebnisrückgang im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 gerechnet. Das nach Abschluss des mehrheitlichen Verkaufs der Containerschifffahrt in den Konzernabschluss einzubeziehende Equity-Ergebnis wird negativ ausfallen.
Entwicklung der Finanzlage
Finanzierung
Die Netto-Verschuldung des Konzerns inklusive der Containerschifffahrt belief sich am Bilanzstichtag auf 4,1 Mrd. €. Unter Berücksichtigung des erwarteten operativen Cashflows sowie insbesondere der Entschuldungswirkung aus dem mehrheitlichen Verkauf der Containerschifffahrt kann für 2009 von einem deutlichen Rückgang der Netto-Verschuldung ausgegangen werden.
Investitionen
Auf Grund bereits getroffener Investitionsentscheidungen und geplanter Projekte erwartet TUI für das Geschäftsjahr 2009 einen Finanzmittelbedarf von rund einer halben Milliarde Euro. Der überwiegende Teil ist für Investitionen in Sachanlagen vorgesehen. Die geplanten Gesamtinvestitionen von TUI Travel betreffen unter anderem die Anschaffung von Flugzeugersatzteilen und Yachten. Daneben sind Finanzmittel für den weiteren Ausbau des Hotelbereichs vorgesehen. Im Bereich Kreuzfahrten sind in 2009 insbesondere Mittelabflüsse für die anteilige Finanzierung des Aufbaus von TUI Cruises geplant.
Weitere Projekte oder Akquisitionen, insbesondere für den Ausbau des touristischen Portfolios, werden nur erwogen und umgesetzt, wenn sich attraktive Gelegenheiten ergeben oder es die geschäftliche Entwicklung gebietet. Im Falle einer über die aktuelle Planung hinausgehenden wesentlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist der TUI Konzern in der Lage, geplante Investitionsvorhaben an die aktuelle Nachfragesituation anzupassen.
Gesamtaussage der voraussichtlichen Entwicklung
Auf Grund der erwarteten negativen Equity-Ergebnisbeiträge aus der Containerschifffahrt bei gleichzeitig stabiler Entwicklung der Touristik wird das bereinigte Ergebnis des TUI Konzerns für 2009 unter dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahrs 2008 erwartet. Die Ergebnisentwicklung kann dabei von möglichen Folgewirkungen der aktuellen Finanz- und Realmarktkrise auf die operativen Geschäfte weiter negativ beeinflusst werden.
Das ausgewiesene Konzernergebnis wird auf Grund der geringeren Integrationsaufwendungen in der Touristik sowie des erwarteten Abgangsergebnisses aus der Containerschifffahrt in 2009 positiv ausfallen.
