Risikobericht Bewährte Systeme zur Früherkennung, Kontrolle und Steuerung von Risiken. Chancen nutzen.
Risikobericht Bewährte Systeme zur Früherkennung, Kontrolle und Steuerung von Risiken. Chancen nutzen.
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Der TUI Konzern ist weltweit in der Touristik und in der Containerschifffahrt tätig. Je nach Art des Geschäfts bergen diese Aktivitäten inhärente Risiken, die unterschiedlich ausgeprägt sind. Dabei können Risiken sowohl aus eigenem unternehmerischen Handeln resultieren als auch durch externe Faktoren bedingt sein. Um Risiken zu erkennen und aktiv zu steuern, sind konzernweit Risikomanagementsysteme eingerichtet.
Die konjunkturelle Expansion der Weltwirtschaft hat sich im Jahresverlauf deutlich verlangsamt. Die aus der Immobilien- und Finanzmarktkrise resultierenden Abschwungstendenzen weisen auf eine weltweite konjunkturelle Abschwächung hin. Die Auswirkungen der aktuellen Krise in den wesentlichen Märkten des TUI Konzerns auf das Konsumentenverhalten sind derzeit noch nicht absehbar. Der TUI Konzern hat Maßnahmen getroffen, um mögliche Risiken zu reduzieren.
Risikopolitik
Die Risikopolitik der TUI orientiert sich an dem Ziel, den Wert des Unternehmens stetig und nachhaltig zu steigern, die mittelfristigen finanziellen Ziele zu erreichen und den Fortbestand des Unternehmens langfristig zu sichern. Damit bildet sie einen wesentlichen Bestandteil der Unternehmenspolitik.
Die Tochtergesellschaften des TUI Konzerns sind in Märkten tätig, die bis zum letzten Jahr deutliche Wachstumsraten aufwiesen. Im Geschäftsjahr 2008 sind in der Touristik noch moderate Zuwachsraten zu verzeichnen gewesen, für 2009 sind allerdings deutliche Abschwungtendenzen zu erwarten. Während die Containerschifffahrt im 1. Halbjahr 2008 gegenüber dem Vorjahr noch eine sehr positive Geschäftsentwicklung verzeichnete, waren zum Ende des vierten Quartals 2008 deutliche Rückgänge der Raten und Mengen zu erkennen. Die Entwicklung der Containerschifffahrt ist momentan auf Grund der durch die Immobilien- und Finanzmarktkrise hervorgerufenen Unwägbarkeiten mit Unsicherheiten behaftet. Ein konkreter Ausblick für das Geschäftsjahr 2009 kann deshalb nicht gemacht werden.
Gemessen am Umsatz ist die TUI in der Touristik, vor allem durch die Beteiligung an der TUI Travel PLC, Marktführer in Europa. Die Containerschifffahrt zählt – gemessen an der Kapazität – zu den fünf größten Containerschifffahrtslinien weltweit. Um die gebotenen Marktchancen nutzen und die hierin liegenden Erfolgspotenziale ausschöpfen zu können, müssen in angemessenem Umfang auch Risiken getragen werden. Zweck und Ziel des Risikomanagements ist es, Risiken jeglicher Art frühzeitig zu erkennen, sie zu bewerten und sie so weit zu begrenzen, dass der wirtschaftliche Nutzen überwiegt.
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Risikomanagement
Um seiner Gesamtverantwortung im Konzern nachzukommen, hat der Vorstand der TUI AG die wesentlichen Elemente des Risikomanagements in Richtlinien gefasst, die konzernweit gültig sind. Des Weiteren hat er Kontroll- und Steuerungssysteme installiert, mit denen die Entwicklung der Geschäfte und die damit verbundenen Risiken regelmäßig gemessen, bewertet und gesteuert werden. Das Management der Gesellschaften ist dabei verantwortlich für die Früherkennung und die Berichterstattung sowie den Umgang mit den geschäftlichen Risiken; dabei obliegt der jeweils höheren Führungsebene die Kontrolle.
Dem Vorstand und dem operativen Management stehen für das Risikomanagement mehrstufige, integrierte Berichtssysteme zur Verfügung. Das Planungs- und Controllingsystem analysiert monatlich Abweichungen der tatsächlichen von der geplanten geschäftlichen Entwicklung und identifiziert damit zeitnah Risiken, die den Erfolg des Unternehmens gefährden könnten.
Weiterhin sind besondere, eigenständig organisierte Berichtssysteme zur Früherkennung existenzgefährdender Risiken eingerichtet. Die Erfassung solcher Risiken erfolgt organisatorisch getrennt vom operativen Risikomanagement. Aufgabe der Risikofrüherkennung ist es, durch regelmäßige und fallweise Berichterstattung
Risikopotenziale in den Gesellschaften zu erkennen, einheitlich zu bewerten und in einer Gesamtbetrachtung für den Konzern zusammenzufassen. Die im Rahmen der Risikosteuerung zu treffenden Maßnahmen werden in den operativen Einheiten vollzogen und durch operative Systeme unterstützend abgebildet. Gleichwohl erfolgt eine Rückkopplung zwischen der Risikofrüherkennung (KonTraG) und dem operativen Risikomanagement.
Der Aufsichtsrat wird durch regelmäßige Berichterstattung und, soweit erforderlich, durch Ad-hoc-Berichte des Vorstands zu den Quartalen und in seinen Sitzungen eingebunden.
Das Risikomanagement wird durch die konzernweiten Revisionsabteilungen unterstützt. Diese überprüfen sowohl regelmäßig als auch fallweise die Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Effizienz von Geschäften und Organisationsabläufen.
Die Methoden und Systeme des Risikomanagements wie auch das zeitliche Ausmaß der Kontrollen sind auf die Art der Risiken zugeschnitten und werden ständig überprüft, weiterentwickelt und den sich wandelnden geschäftlichen Umfeldbedingungen angepasst. Im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses 2008 sind die Systeme zur Früherkennung existenzgefährdender Risiken durch den Abschlussprüfer überprüft worden.
Weder während noch zum Ende des Geschäftsjahrs 2008 sind im Rahmen der regelmäßigen Risikoberichterstattung besondere, den Fortbestand einzelner Unternehmen oder des Konzerns gefährdende Risiken bekannt geworden.
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Risikotransfer
Als Teil des Risikomanagements werden Risiken auch außerhalb des Konzerns abgesichert. Für eventuelle Schadensfälle und Haftungsrisiken aus den täglichen Geschäften wurden zu diesem Zweck so weit möglich Versicherungen abgeschlossen. Im Konzern bestehen unter anderem branchenübliche Haftpflicht- und Sachversicherungen sowie Versicherungen für die Luft- und Seefahrt. Diese werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.
Risiken der zukünftigen Entwicklung
Umfeld- und Branchenrisiken
Sowohl für die Touristik als auch für die Schifffahrt bestehen gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Risiken. Die Einschätzung der mittelfristigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist im Einzelnen im Prognosebericht dargestellt. Besondere Risiken können aus der Preisentwicklung von Rohstoffen, insbesondere von Ölprodukten, sowie den Entwicklungen von Währungsrelationen und Zinsen entstehen. Des Weiteren werden besondere Risiken in der Touristik gesehen, sollten die Arbeitslosenzahlen in den relevanten Quellmärkten, u. a. Deutschland und Großbritannien, deutlich steigen. In der Containerschifffahrt bestehen besondere Risiken, wenn der Welthandel auch mittelfristig nur schwach wächst.
Unter anderem können diese Risiken zu schwächeren wirtschaftlichen Wachstumsraten in Ländern führen, die für die Aktivitäten des TUI Konzerns wesentlich sind. Dies kann sich in der Touristik und in der Containerschifffahrt negativ auf die Nachfrage nach den Leistungen auswirken und bei der Beschaffung von Vorleistungen und betriebsnotwendigen Produkten mit Kostensteigerungen verbunden sein.
Risiken aus Akquisitionen und Desinvestitionen
Im Zuge der im Geschäftsjahr 2007 vollzogenen Fusion der touristischen Einheiten des TUI Konzerns, mit Ausnahme der Hotelbeteiligungen, mit First Choice unter dem Dach der neuen TUI Travel PLC, sind signifikante Synergien identifiziert worden. Die Synergiepotenziale sind mit entsprechenden Maßnahmen und Prozessschritten hinterlegt worden, um eine sachgerechte Bewertung des zukünftigen Erfolgspotenzials abzuleiten. Dennoch besteht das Risiko, dass die Synergiepotenziale nicht in der geplanten Höhe erreicht werden.
Im Zusammenhang mit der Neuausrichtung des TUI Konzerns sind durch die damit verbundenen Akquisitionen Geschäfts- oder Firmenwerte entstanden. Eine negative wirtschaftliche Entwicklung, die zu einer Rücknahme der zu erwartenden zukünftigen Cashflows führt, löst Wertminderungen (zum Beispiel durch Abschreibungen von Geschäfts- oder Firmenwerten) aus, die das Konzernergebnis belasten.
Risiken aus der Informationstechnologie
Die Geschäftsprozesse in der Touristik und in der Containerschifffahrt sind in hohem Maße von den installierten Informationssystemen abhängig. Beispielsweise sind die Buchungssysteme, das Kapazitäts- und Ertragsmanagement sowie sämtliche administrativen Bereiche IT-basiert. Darüber hinaus gewinnt das Internet nicht nur als Vertriebskanal, sondern auch als Basistechnologie zur Automatisierung von Geschäftsprozessen zwischen Geschäftspartnern weiter an Bedeutung. Auch in der Schifffahrt werden weltweit IT-Systeme zur Buchung und Durchführung von Transportdienstleistungen und für die Kapazitäts- und Ertragssteuerung eingesetzt.
Für IT-Betrieb, Entwicklung, Systembetreuung und Support sind internationale,
leistungsstarke Partner als IT-Dienstleister tätig. Die IT-Governance wird im TUI Konzern durch ein konzernweites und alle Geschäftsfelder umfassendes IT-Führungsgremium gewährleistet, das hierbei durch ein aus IT-Direktoren bestehendes Expertenteam unterstützt wird.
Um zu gewährleisten, dass die Geschäftsprozesse sicher und effizient ablaufen, werden die IT-Systeme ständig überprüft, weiterentwickelt und im Rahmen des Lifecycle-Managements ausgetauscht. Die Regelungen zur Informationssicherheit werden ebenfalls permanent verbessert. Sie umfassen beispielsweise die konzernweite Implementierung von Firewalls, Virenscannern und Verschlüsselungsmechanismen. Gegen Datenmissbrauch und -verlust werden weitere Maßnahmen angewendet: Zugangs- und Zugriffsschutzsysteme, Back-Up-Verfahren sowie die Spiegelung geschäftskritischer Systeme, Websites und Infrastrukturkomponenten in zwei räumlich voneinander getrennten Rechenzentren.
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Geschäftliche Risiken in der Touristik
Das Buchungsverhalten der Kunden in der Touristik wird wesentlich durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen und externe Faktoren beeinflusst. Politische Ereignisse, Naturkatastrophen, Epidemien oder terroristische Anschläge wirken auf Urlaubsentscheidungen und damit den Geschäftsverlauf in einzelnen Märkten. Mit zunehmender Wettbewerbsintensität und dem Auftritt weiterer Marktteilnehmer mit neuen Geschäftsmodellen nehmen die Marktrisiken zu. Beispiele hierfür sind der Verkauf von Reiseleistungen über das Internet und Niedrigpreis-Fluggesellschaften, die den stationären Vertrieb von Reisen negativ beeinflussen können.
Ein wesentliches geschäftliches Risiko in der Touristik liegt in der Saisonplanung der Flug- und Hotelkapazitäten. Hierzu sind eine Nachfrageprognose der Veranstalter sowie die Vorwegnahme von Trends in der Urlaubsgestaltung und bei den Urlaubsgebieten notwendig. Die Geschäftslogik der touristischen Bereiche der TUI Travel sowie des Hotelbereichs bietet gute Voraussetzungen, um den daraus resultierenden Auslastungsrisiken zu begegnen:
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Geschäftliche Risiken in der Containerschifffahrt
In der Containerschifffahrt gehen die wesentlichen Risiken für die geschäftliche Entwicklung von externen Faktoren aus. Eine ungünstige Entwicklung des Welthandels und der Investitionszyklen in der Schifffahrt kann so zu Überhängen an Schiffskapazitäten führen; diese beeinflussen die Seefrachtraten negativ. Regionale Konjunkturschwankungen innerhalb der einzelnen Fahrtgebiete können zu einer Unpaarigkeit der Ladungsströme führen. Diesem branchentypischen Risiko wird durch ein effizientes Kapazitätssteuerungssystem begegnet.
Zur Begrenzung der geschäftlichen Risiken tragen weiterhin bei:
- die globale Aktivität in den nachhaltig attraktiven Fahrtgebieten der Ost-West-Verkehre,
- die Mitgliedschaft in der Grand Alliance, einem der weltweit führenden Konsortien in der Linienschifffahrt.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Im TUI Konzern ist ein zentrales Finanzierungsmanagement eingerichtet, das alle wesentlichen Transaktionen mit den Finanzmärkten wahrnimmt.
Im Zuge der Zusammenführung der touristischen Aktivitäten der TUI mit First Choice zur TUI Travel PLC im Jahre 2007 wurde eine Aufgabenteilung für das bisher allein bei TUI AG geführte, zentrale Cash-Management sowie das zentrale finanzwirtschaftliche Risikomanagement umgesetzt. TUI Travel PLC nimmt diese Funktionen innerhalb des Konzerns für den Geschäftsbereich Touristik wahr, während für die anderen geschäftlichen Aktivitäten des Konzerns diese Funktion weiterhin bei TUI AG liegt.
Die einzelnen Finanzierungskreise, Regeln, Kompetenzen und Abläufe sowie die Limits für Transaktionen und Risikopositionen sind in Richtlinien festgelegt. Die Aufgaben von Handel, Abwicklung und Controlling sind funktional und organisatorisch getrennt. Die Einhaltung der Richtlinien und Geschäftslimits wird laufend überwacht. Grundlage aller Sicherungsgeschäfte des Konzerns sind grundsätzlich entsprechend bilanzierte oder zukünftige Grundgeschäfte. Für die Erfassung, Bewertung und Berichterstattung der abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte wird anerkannte Standardsoftware eingesetzt.
Finanzinstrumente
Im Wesentlichen entstehen im TUI Konzern finanzwirtschaftliche Risiken durch Zahlungsströme in Fremdwährungen, den Bedarf an Treibstoffen (Flugbenzin und Bunkeröl) und die Finanzierung über den Geld- und Kapitalmarkt. Zur Begrenzung der Risiken aus Änderungen von Wechselkursen, Marktpreisen und Zinsen für die Grundgeschäfte setzt TUI derivative Finanzinstrumente ein, die nicht an Börsen gehandelt werden. Dabei handelt es sich überwiegend um Festpreisgeschäfte (zum Beispiel Termingeschäfte und Swaps). Daneben werden auch Optionsgeschäfte in geringerem Umfang gehandelt. Der Abschluss dieser Geschäfte erfolgt zu Marktbedingungen mit Adressen aus dem Finanzsektor, die über eine einwandfreie Bonität verfügen und deren Kontrahentenrisiko regelmäßig überwacht wird. Umrechnungsrisiken aus der Konsolidierung der nicht in Euro bilanzierenden Konzerngesellschaften (Translationsrisiken) werden nicht abgesichert.
Detaillierte Angaben zu Sicherungsstrategien und Risikomanagement sowie zu Finanzgeschäften und zu ihrem Umfang am Bilanzstichtag enthält der Abschnitt Finanzinstrumente im Anhang zum Konzernabschluss.
Liquiditätssicherung
Die TUI stellt im Rahmen der jährlichen Konzernplanung einen mehrjährigen Finanzplan auf. Daneben wird monatlich eine rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von einem Jahr erstellt. In die Liquiditätsplanung sind alle Finanzierungskreise des Konzerns einbezogen.
Zur Finanzierung des Konzerns werden Geld- und Kapitalmarktinstrumente sowie bilaterale Bankkredite und syndizierte Kreditfazilitäten eingesetzt. Im Zuge einer Finanzierungsmaßnahme im Zusammenhang mit der Begebung einer Umtauschanleihe auf Aktien der TUI Travel PLC durch eine von TUI unabhängige Gesellschaft über 0,5 Mrd. € im Januar 2008 hat TUI eine syndizierte Kreditfazilität über 1,0 Mrd. €, die nicht in Anspruch genommen war, gekündigt. Als Nebeneffekt dieser Finanzierungsmaßnahme sind die Restriktionen aus den so genannten Senior Notes der TUI AG über 2,0 Mrd. € für TUI Travel PLC entfallen. Somit verfügt TUI Travel PLC über einen separaten Banken- und Kapitalmarktzugang und kann die Liquiditätsvorsorge der ihr zugeordneten touristischen Gesellschaften eigenständig wahrnehmen. Der Bestand an flüssigen Mitteln sowie nicht ausgenutzte Banklinien stellen sicher, dass die TUI stets über eine angemessene Liquiditätsreserve verfügt.
Am Bilanzstichtag hatte TUI zur langfristigen Finanzierung Anleihen von insgesamt 3,0 Mrd. € am Kapitalmarkt begeben. Diese teilten sich auf sechs Anleihen auf,
hierunter befindet sich eine als Hybridkapital ausgewiesene Anleihe. Die Anleihen weisen unterschiedliche Ausstattungen und Laufzeiten auf. Durch die Optimierung von Laufzeiten und Volumen der Anleihen wurden zukünftige Risiken bei der Rückzahlung bzw. Refinanzierung begrenzt.
Der TUI Travel PLC wurde im August 2007 durch ein Bankenkonsortium eine syndizierte Kreditlinie über 0,8 Mrd. Britische Pfund gewährt. Diese Fazilität hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2012 und war zum Bilanzstichtag mit 0,4 Mrd. Britische Pfund in Anspruch genommen.
Die über den Kapitalmarkt aufgenommenen Finanzschulden der TUI AG, die Finanzierungsmaßnahme im Zusammenhang mit der Umtauschanleihe auf Aktien der TUI Travel PLC, die durch eine von TUI unabhängige Gesellschaft begeben wurde, sowie die syndizierte Kreditfazilität der TUI Travel PLC enthalten eine Reihe von Verpflichtungen:
So besteht beispielsweise seitens TUI Travel PLC aus der syndizierten Kreditfazilität die Verpflichtung zur Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen, so genannter Financial Covenants, die (a) die Einhaltung einer EBITDAR-zu-Nettozinsaufwand-Relation, die die relative Belastung des Konzerns aus dem Zinsergebnis sowie aus den Miet- und Pachtaufwendungen bemisst, und (b) die Einhaltung einer Nettoschulden-zu-EBITDA-Relation, die die relative Belastung des Konzerns mit Finanzverbindlichkeiten berechnet, erfordern. Daneben wird unter anderem die Möglichkeit der TUI Travel PLC beschränkt, Vermögensgegenstände zu belasten oder zu veräußern, andere Unternehmen oder Beteiligungen zu erwerben oder Verschmelzungen durchzuführen.
Die Kapitalmarktinstrumente, die Finanzierungsmaßnahme im Zusammenhang mit der Umtauschanleihe auf Aktien der TUI Travel PLC sowie die syndizierte Kreditfazilität enthalten darüber hinaus weitere Vertragsklauseln, die für Finanzierungsinstrumente dieser Art typisch sind. Die Nichteinhaltung dieser Verpflichtungen führt dazu, dass die entsprechenden Finanzierungen oder Fazilität durch die Kreditgeber gekündigt werden können. Die Geschäftsvorfälle der TUI und der TUI Travel PLC sowie die erwartete Geschäftsentwicklung werden fortlaufend auf Einklang mit den vertraglichen Regelungen überprüft.
Weitere Angaben zur Finanzierung sowie zu den Finanzschulden enthalten der Abschnitt Finanzlage des Lageberichts sowie die Position Verbindlichkeiten im Anhang zum Konzernabschluss.
Risiken aus Pensionszusagen
Für die Finanzierung von Pensionszusagen, insbesondere in Großbritannien, bestehen Pensionsfonds, die von unabhängigen Fondsmanagern betreut werden. Diese legen das Fondsvermögen auch in Wertpapieren an. So kann die Entwicklung der Finanzmärkte die Wertentwicklung dieser Fonds ungünstig beeinflussen und zu Belastungen führen.
Für ganz oder teilweise fondsgedeckte Versorgungszusagen bestand im fortzuführenden Geschäftsbereich ein Anwartschaftsbarwert in Höhe von 1,3 Mrd. €, dem ein Marktwert des Vermögens externer Fonds in Höhe von 1,0 Mrd. € gegenüber stand. Aus der Unterdeckung in Höhe von 0,3 Mrd. € sowie aus dem Anwartschaftsbarwert für die nicht fondsgedeckten Versorgungszusagen von 0,4 Mrd. € ergibt sich ein Nettoanwartschaftsbarwert in Höhe von 0,7 Mrd. €, der in voller Höhe durch Pensionsrückstellungen abgebildet ist. Detaillierte Angaben zur Entwicklung der Pensionsverpflichtungen enthält die Position Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen im Anhang zum Konzernabschluss.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestanden im TUI Konzern zum Bilanzstichtag in Höhe von 5,1 Mrd. € (nach 4,1 Mrd. € im Vorjahr). Sie betrafen im Wesentlichen Bestellobligen für Investitionen. Rund 35 % des Gesamtbetrags hatten eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Finanzielle Verpflichtungen aus operativen Miet-, Pacht- und Charterverträgen bestanden am Bilanzstichtag in Höhe von 5,3 Mrd. € (nach 5,3 Mrd. € im Vorjahr). Mit 2,3 Mrd. € hatten Schiffe und Container den größten Anteil an den finanziellen Verpflichtungen aus operativen Miet-, Pacht- und Charterverträgen. 1,4 Mrd. € entfallen auf Flugzeuge, 0,7 Mrd. € auf Hotels und 0,9 Mrd. € auf übrige Gebäude und Sonstiges. Rund 25 % des Gesamtbetrags hatten eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Detaillierte Angaben zu den Sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthält der entsprechende Abschnitt im Anhang zum Konzernabschluss.
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Umweltrisiken
Sowohl derzeitige Gesellschaften des TUI Konzerns als auch bereits veräußerte Unternehmen sind bzw. waren mit der Verwendung, Verarbeitung, Gewinnung, Lagerung oder dem Transport von Stoffen befasst, die als umwelt- oder gesundheitsschädlich eingestuft werden. TUI tritt Umweltrisiken aus dem laufenden Geschäftsbetrieb mit vorbeugenden Maßnahmen entgegen und hat sich gegen bestimmte Umweltrisiken versichert. Sofern umweltrechtliche Risiken aus bereits veräußerten Unternehmen nicht auf die Erwerber übergegangen sind, wurden für eventuelle Ansprüche im bilanziell erforderlichen Rahmen Rückstellungen gebildet.
Haftungsverhältnisse und Rechtsstreitigkeiten
Haftungsverhältnisse sind nicht bilanzierte Eventualverbindlichkeiten. Sie wurden am Bilanzstichtag mit 48 Mio. € (nach 71 Mio. € im Vorjahr) ausgewiesen. Die Reduzierung war im Wesentlichen durch die Rückführung von Garantien und Bürgschaften zur Abwicklung noch laufender Geschäfte aus den ehemaligen Aktivitäten im Anlagen- und Schiffbau bedingt.
Die TUI AG oder eine ihrer Tochtergesellschaften sind nicht an laufenden oder absehbaren Gerichts- oder Schiedsverfahren beteiligt, die erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten. Dies gilt auch für die im
Klagewege geltend gemachten Gewährleistungs-, Rückforderungs- oder sonstigen Ansprüche im Zusammenhang mit den in den letzten Jahren getätigten Verkäufen von Tochtergesellschaften. Für eventuelle finanzielle Belastungen aus Gerichts- oder Schiedsverfahren wurden, wie in den vergangenen Jahren, bei der jeweiligen Konzerngesellschaft in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet.
Über Haftungsverhältnisse und Rechtsstreitigkeiten wird auch in den entsprechenden Abschnitten im Anhang zum Konzernabschluss berichtet.
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