TUI Aktiengesellschaft
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Risikobericht Chancen nutzen und Risiken begrenzen. Bewährte Kontrollen und zusätzliche Früherkennung.

Risikobericht Chancen nutzen und Risiken begrenzen. Bewährte Kontrollen und zusätzliche Früherkennung.

Der TUI Konzern ist weltweit in den beiden Kerngeschäften Touristik und Schifffahrt tätig. Diese Aktivitäten bergen inhärente Risiken, die je nach Art des Geschäfts unterschiedlich ausgeprägt sind. Dabei können Risiken sowohl aus eigenem unternehmerischen Handeln resultieren, als auch durch externe Faktoren bedingt sein. Um Risiken zu erkennen und aktiv zu steuern, sind konzernweit Risikomanagementsysteme eingerichtet.

Risikopolitik

Die Risikopolitik der TUI orientiert sich an dem Ziel, den Wert des Unternehmens stetig und nachhaltig zu steigern, die mittelfristigen finanziellen Ziele zu erreichen und den Fortbestand des Unternehmens langfristig zu sichern. Damit bildet sie einen wesentlichen Bestandteil der Unternehmenspolitik.

In beiden Kerngeschäftsfeldern des TUI Konzerns sind die Tochtergesellschaften in Märkten tätig, die in den letzten Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten aufweisen konnten und die auch künftig weiter wachsen werden. Gemessen am Umsatz ist die TUI in der Touristik, vor allem durch die Beteiligung an der TUI Travel PLC, Marktführer in Europa. Die Schifffahrts-Sparte des TUI Konzerns zählt – gemessen an der Kapazität – zu den fünf größten Containerschifffahrtslinien weltweit. Um die gebotenen Marktchancen nutzen und die hierin liegenden Erfolgspotenziale ausschöpfen zu können, müssen in angemessenem Umfang auch Risiken getragen werden. Zweck und Ziel des Risikomanagements ist es, Risiken jeglicher Art frühzeitig zu erkennen, sie zu bewerten und sie so weit zu begrenzen, dass der wirtschaftliche Nutzen überwiegt.

Risikomanagement

Um seiner Gesamtverantwortung im Konzern nachzukommen, hat der Vorstand der TUI AG die wesentlichen Elemente des Risikomanagements in Richtlinien gefasst, die für alle Gesellschaften des Konzerns gültig sind. Des Weiteren hat er Kontroll- und Steuerungssysteme installiert, mittels derer die Entwicklung der Geschäfte und die damit verbundenen Risiken regelmäßig gemessen, bewertet und gesteuert werden. Verantwortlich für die Früherkennung und die Berichterstattung sowie den Umgang mit den geschäftlichen Risiken ist das Management der Gesellschaften; dabei obliegt der jeweils höheren Führungsebene die Kontrolle.

Dem Vorstand und dem operativen Management stehen für das Risikomanagement mehrstufige, integrierte Berichtssysteme zur Verfügung. Das Planungs- und Controllingsystem analysiert monatlich Abweichungen der tatsächlichen von der geplanten geschäftlichen Entwicklung und identifiziert damit zeitnah Risiken, die den Erfolg des Unternehmens gefährden könnten.

Weiterhin sind besondere, eigenständig organisierte Berichtssysteme zur Früherkennung existenzgefährdender Risiken eingerichtet. Die Erfassung solcher Risiken erfolgt organisatorisch getrennt vom operativen Risiko­management. Aufgabe der Risikofrüherkennung ist es, durch regelmäßige und fallweise Berichterstattung Risikopotenziale in den Gesellschaften zu erkennen, einheitlich zu bewerten und in einer Gesamtbetrachtung für den Konzern zusammenzufassen. Die im Rahmen der Risikosteuerung zu treffenden Maßnahmen werden in den operativen Einheiten vollzogen und durch operative Systeme unterstützend abgebildet. Gleichwohl erfolgt eine Rückkopplung zwischen der Risikofrüherkennung (KonTraG) und dem operativen Risikomanagement.

Der Aufsichtsrat wird durch regelmäßige Berichterstattung und, soweit erforderlich, durch Ad-hoc-Berichte des Vorstands zu den Quartalen und in seinen Sitzungen eingebunden.

Das Risikomanagement wird durch die konzernweiten Revisionsabteilungen unterstützt. Diese überprüfen sowohl regelmäßig als auch fallweise die Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Effizienz von Geschäften und Organisationsabläufen.

Die Methoden und Systeme des Risikomanagements als auch das zeitliche Ausmaß der Kontrollen sind auf die Art der Risiken zugeschnitten und werden ständig überprüft, weiterentwickelt und den sich wandelnden geschäftlichen Umfeldern angepasst. Im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses 2007 sind die Systeme zur Früherkennung existenzgefährden­der Risiken durch den Abschlussprüfer überprüft worden.

Weder während noch zum Ende des Geschäftsjahres 2007 sind im Rahmen der regelmäßigen Risikoberichterstattung besondere, den Fortbestand einzelner Unternehmen oder des Konzerns gefährdende Risiken bekannt geworden.

Risikotransfer

Als Teil des Risikomanagements werden Risiken auch außerhalb des Konzerns abgesichert. Für eventuelle Schadensfälle und Haftungsrisiken aus den täglichen Geschäften wurden zu diesem Zweck so weit möglich Ver­sicherungen abgeschlossen. Im Konzern bestehen unter anderem branchenübliche Haftpflicht- und Sachversicherungen sowie Versicherungen für die Luft- und Seefahrt. Diese werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.

Risiken der zukünftigen Entwicklung

Umfeld- und Branchenrisiken

Sowohl für die Sparte Touristik als auch für die Schifffahrts-Sparte des TUI Konzerns bestehen gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Risiken. Die Einschätzung der mittelfristigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist im Einzelnen im „Prognosebericht“ dargestellt. Besondere Risiken können in beiden Sparten aus der Preisentwicklung von Rohstoffen, insbesondere von Ölprodukten, sowie den Entwicklungen von Währungsrelationen und Zinsen entstehen. Unter anderem können diese zu schwächeren wirtschaftlichen Wachstumsraten in Ländern führen, die für die Aktivitäten des TUI Konzerns wesentlich sind. Dies kann sich in beiden Sparten negativ auf die Nachfrage nach den Leistungen auswirken und bei der Beschaffung von Vorleistungen und betriebsnotwendigen Produkten mit Kostensteigerungen verbunden sein.

Risiken aus Akquisitionen und Desinvestitionen

Im Zuge der im Geschäftsjahr 2007 vollzogenen Fusion der touristischen Einheiten des TUI Konzerns, mit Ausnahme der Hotelbeteiligungen, mit First Choice unter dem Dach der neuen TUI Travel PLC, sind signifikante Synergien identifiziert worden. Die Synergiepotenziale sind mit entsprechenden Maßnahmen und Prozessschritten hinterlegt worden, um eine sachgerechte Bewertung des zukünftigen Erfolgspotenzials abzuleiten. Dennoch besteht das Risiko, dass die Synergiepotenziale nicht in der geplanten Höhe erreicht werden.

Im Zuge der Neuausrichtung des TUI Konzerns sind durch die damit verbundenen Akquisitionen Geschäfts- oder Firmenwerte entstanden. Eine negative wirtschaftliche Entwicklung, die zu einer Rücknahme der zu erwartenden zukünftigen Cashflows führt, löst Wertminderungen (zum Beispiel durch Abschreibungen von Geschäfts- oder Firmenwerten) aus, die das Konzernergebnis belasten.

Risiken aus der Informationstechnologie

Die Geschäftsprozesse sowohl in der Touristik als auch in der Schifffahrt sind in hohem Maße von den installierten Informationssystemen abhängig. Beispielswiese sind in der Touristik die Buchungssysteme, das Kapazitäts- und Ertragsmanagement sowie sämtliche administrativen Bereiche IT-basiert. Darüber hinaus gewinnt das Internet nicht nur als Vertriebskanal, sondern auch als Basistechnologie zur Automatisierung von Geschäftsprozessen zwischen Geschäftspartnern weiter an Bedeutung. Auch in der Schifffahrt werden weltweit IT-Systeme zur Buchung und Durchführung von Transportdienstleistungen und für die Kapazitäts- und Ertragssteuerung eingesetzt.

Die IT-Governance wird im TUI Konzern durch ein konzernweites und alle Geschäftsfelder umfassendes IT-Führungsgremium gewährleistet, das hierbei durch ein aus IT-Direktoren bestehendes Expertenteam unterstützt wird.

Die zur Sicherung der Geschäftsprozesse eingesetzten IT-Systeme werden ständig überprüft und weiterentwickelt. Dies gilt auch für die bereits bestehenden Regelungen zur Informationssicherheit, z. B. durch die zunehmende Einführung von Festplattenverschlüsselungen bei mobilen Endgeräten, durch die Systemzugänge kontrolliert und die Ausfallrisiken begrenzt werden. Die Sicherheitsmaßnahmen umfassen beim Versand sensibler Daten auch teilweise die Anwendung von Verschlüsselungsmechanismen für E-Mails, die konzernweite Implementierung von „Firewalls“, „Virenscannern“ sowie die vollständige Spiegelung aller anwendungskritischen Systeme, Websites und Infrastrukturkomponenten in zwei räumlich voneinander getrennten Rechenzentren.

Geschäftliche Risiken in der Touristik

Das Buchungsverhalten der Kunden der Touristik-Sparte wird wesentlich durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen und externe Faktoren beeinflusst. Politische Ereignisse, Naturkatastrophen, Epidemien oder terroris­tische Anschläge haben Einfluss auf Urlaubsentscheidungen und damit den Geschäftsverlauf in einzelnen Märkten. Mit zunehmender Wettbewerbsintensität und dem Auftritt neuer Marktteilnehmer mit neuen Geschäftsmodellen nehmen die Marktrisiken zu. Beispiele hierfür sind der Verkauf von Reiseleistungen über das Internet und Niedrigpreis-Fluggesellschaften, die den stationären Vertrieb von Reisen negativ beeinflussen können.

Ein wesentliches geschäftliches Risiko in der Touristik liegt in der Saisonplanung der Flug- und Hotelkapazitäten. Hierzu sind eine Nachfrageprog­nose der Veranstalter sowie die Vorwegnahme von Trends in der Urlaubsgestaltung und bei den Urlaubsgebieten notwendig. Die hinterliegende Geschäftslogik der touristischen Bereiche der TUI Travel PLC sowie des Hotelbereiches bietet gute Voraussetzungen, um den daraus resultieren­den Auslastungsrisiken zu begegnen:

  • Die Kapazitäten der eigenen Fluggesellschaften und Hotels sind deutlich niedriger als die Gästezahlen der Veranstalter. So ist es möglich, über den Einkauf von Sitzplätzen und Hotelbetten von Dritten und entsprechende vertragliche Vereinbarungen das Angebot flexibel zu halten.
  • Durch die Präsenz in allen wesentlichen europäischen Ländern können Auswirkungen von regionalen Nachfrageschwankungen auf die Kapazitätsauslastung in den Urlaubsgebieten begrenzt werden.
  • Weitere Möglichkeiten bieten der Mehr-Wege-Vertrieb und die direkte und modulare Vermarktung der Kapazitäten über das Internet.

Geschäftliche Risiken in der Schifffahrt

In der Containerschifffahrt gehen die wesentlichen Risiken für die geschäftliche Entwicklung von externen Faktoren aus. Eine ungünstige Entwicklung des Welthandels und der Investitionszyklen in der Schifffahrt kann so zu Überhängen an Schiffskapazitäten führen; diese beeinflussen die Seefrachtraten negativ. Regionale Konjunkturschwankungen innerhalb der einzelnen Fahrtgebiete können zu einer Unpaarigkeit der Ladungsströme führen. Diesem branchentypischen Risiko wird durch ein effizientes Kapazitätssteuerungssystem begegnet. Zur Begrenzung der geschäftlichen Risiken tragen weiterhin bei:

  • die Aktivität in den nachhaltig attraktiven Fahrtgebieten der Ost-West-Verkehre,
  • die Mitgliedschaft in der Grand Alliance, einem der weltweit führenden Konsortien in der Linienschifffahrt.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Im TUI Konzern ist ein zentrales Finanzierungsmanagement eingerichtet, das alle wesentlichen Transaktionen mit den Finanzmärkten wahrnimmt.

Im Zuge der Zusammenführung der touristischen Aktivitäten der TUI mit First Choice zur TUI Travel PLC wurde eine Aufgabenteilung für das bisher allein bei TUI AG geführte, zentrale Cash-Management sowie das zentrale finanzwirtschaftliche Risikomanagement umgesetzt. TUI Travel PLC nimmt diese Funktionen nun entsprechend der unveränderten Risikopolitik des Konzerns für den Geschäftsbereich Touristik wahr, während für die anderen geschäftlichen Aktivitäten des Konzerns diese Funktion weiterhin bei TUI AG liegt.

Die einzelnen Finanzierungskreise, Regeln, Kompetenzen und Abläufe sowie die Limits für Transaktionen und Risikopositionen sind in Richtlinien festgelegt. Die Aufgaben von Handel, Abwicklung und Controlling sind funktional und organisatorisch getrennt. Die Einhaltung der Richtlinien und Geschäftslimits wird laufend überwacht. Grundlage aller Sicherungsgeschäfte des Konzerns sind grundsätzlich entsprechend bilanzierte oder zukünftige Grundgeschäfte. Für die Erfassung, Bewertung und Bericht­erstattung der abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte wird anerkannte Standardsoftware eingesetzt.

Finanzinstrumente

Im Wesentlichen entstehen im TUI Konzern finanzwirtschaftliche Risiken durch Zahlungsströme in Fremdwährungen, den Bedarf an Treibstoffen (Flugbenzin und Bunkeröl) und die Finanzierung über den Geld- und Kapitalmarkt. Zur Begrenzung der Risiken aus Änderungen von Wechselkursen, Markt­preisen und Zinsen für die Grundgeschäfte setzt TUI derivative Finanzinstrumente ein, die nicht an Börsen gehandelt werden. Dabei handelt es sich überwiegend um Festpreisgeschäfte (zum Beispiel Termingeschäfte und Swaps). Daneben werden auch Optionsgeschäfte in geringerem Um­­fang gehandelt. Der Abschluss dieser Geschäfte erfolgt zu Marktbedingungen mit Adressen aus dem Finanzsektor, die über eine einwandfreie Bonität verfügen. Umrechnungsrisiken aus der Konsolidierung der nicht in Euro bilanzierenden Konzerngesellschaften (Translationsrisiken) werden nicht abgesichert.

Detaillierte Angaben zu Sicherungsstrategien und Risikomanagement sowie zu Finanzgeschäften und zu ihrem Umfang am Bilanzstichtag enthält der Abschnitt „Finanzinstrumente“ im Anhang zum Konzernabschluss.

Liquiditätssicherung

Die TUI stellt im Rahmen der jährlichen Konzernplanung einen mehrjährigen Finanzplan auf. Daneben wird monatlich eine rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von einem Jahr erstellt. In die Liquiditätsplanung sind alle Finanzierungskreise des Konzerns einbezogen.

Zur Finanzierung des Konzerns werden Geld- und Kapitalmarktinstrumente sowie bilaterale Bankkredite und syndizierte Kreditfazilitäten eingesetzt. Der TUI AG stand am Bilanzstichtag eine syndizierte Kreditfazilität in Höhe von 1,0 Mrd. € zur Verfügung. Diese syndizierte Kreditlinie war am Bilanzstichtag nicht genutzt. Im Zuge einer Finanzierungsmaßnahme über 0,5 Mrd. € im Januar 2008 hat TUI diese syndizierte Kreditfazilität gekündigt. Als Nebeneffekt dieser Finanzierungsmaßnahmen sind die Restriktionen aus den so genannten Senior Notes der TUI AG über 2,0 Mrd. € für TUI Travel PLC entfallen. Somit verfügt TUI Travel PLC über einen separaten Banken- und Kapitalmarktzugang und kann die Liquiditätsvorsorge der ihr zugeordneten touristischen Gesellschaften eigenständig wahrnehmen. Der Bestand an flüssigen Mitteln sowie nicht ausgenutzte Banklinien stellen sicher, dass die TUI stets über eine angemessene Liquiditätsreserve verfügt.

Am Bilanzstichtag hatte die TUI zur langfristigen Finanzierung Anleihen von insgesamt 3,4 Mrd. € am Kapitalmarkt begeben. Diese teilten sich auf sieben Anleihen auf, hierunter befindet sich eine als Hybridkapital ausgewiesene Anleihe. Die Anleihen weisen unterschiedliche Ausstattungen und Laufzeiten auf. Durch die Optimierung von Laufzeiten und Volumen der Anleihen wurden zukünftige Risiken bei der Rückzahlung bzw. Refinan­zierung begrenzt.

Der TUI Travel PLC wurde im August 2007 durch ein Bankenkonsortium eine syndizierte Kreditlinie über 0,8 Mrd. Britische Pfund gewährt. Diese Fazilität hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2012 und war zum Bilanzstichtag mit 0,6 Mrd. Britische Pfund in Anspruch genommen.

Zur Erfüllung der regulatorischen Anforderungen (insbesondere der Civil Aviatioh) an die TUI Travel PLC als Anbieter touristischer Leistungen in Großbritannien, Irland und Skandinavien hat TUI Travel PLC eine syndizierte Bankfazilität (Bonding Facility in Form von Aval-Krediten) in Höhe von 0,4 Mrd. Britischen Pfund abgeschlossen. Die Bonding Facility hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2008 und kann über eine Option bis zum 31. März 2009 verlängert werden. Zum Bilanzstichtag war diese Fazilität mit 0,4 Mrd. Britische Pfund ausgenutzt.

Die über den Kapitalmarkt aufgenommenen Finanzschulden der TUI AG, die syndizierte Kreditfazilität der TUI Travel PLC sowie die syndizierte Bonding Facility der TUI Travel PLC enthalten eine Reihe von Verpflichtungen: So besteht beispielsweise seitens TUI Travel PLC aus der syndizierten Kreditfazilität und der syndizierten Bonding Facility die Verpflichtung zur Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen, so genannter Financial Covenants, die (a) die Einhaltung einer EBITDAR-zu-Nettozinsaufwand-Relation, die die relative Belas­tung des Konzerns aus dem Zinsergebnis sowie aus den Miet- und Pachtaufwendungen bemisst, und (b) die Einhaltung einer Nettoschulden-zu-EBITDA-Relation, die die relative Belastung des Konzerns mit Finanzverbindlichkeiten berechnet, erfordern. Daneben wird unter anderem die Möglichkeit der TUI Travel PLC beschränkt, Vermögensgegenstände zu belasten oder zu veräußern, andere Unternehmen oder Beteiligungen zu erwerben oder Verschmelzungen durchzuführen. Die Kapitalmarktinstrumente sowie die syndizierte Kreditfazilität und die Bonding Facility enthalten darüber hinaus weitere Vertragsklauseln, die für Finanzierungsinstrumente dieser Art typisch sind. Die Nichteinhaltung dieser Verpflichtungen führt dazu, dass die Fazilitäten oder die Kapitalmarktinstrumente durch die Kreditgeber gekündigt werden können. Die Geschäftsvorfälle der TUI und der TUI Travel PLC sowie die erwartete Geschäftsentwicklung werden fortlaufend auf Einklang mit den vertraglichen Regelungen überprüft.

Weitere Angaben zur Finanzierung sowie zu den Finanzschulden enthalten der Abschnitt „Finanzlage“ des Lageberichts sowie die Position „Verbindlichkeiten“ im Anhang zum Konzernabschluss.

Risiken aus Pensionszusagen

Für die Finanzierung von Pensionszusagen, insbesondere in Großbritannien, bestehen Pensionsfonds, die von unabhängigen Fondsmanagern betreut werden. Diese legen das Fondsvermögen auch in Wertpapieren an. So kann die Entwicklung der Finanzmärkte die Wertentwicklung dieser Fonds ungünstig beeinflussen und zu Belastungen führen.

Für ganz oder teilweise fondsgedeckte Versorgungszusagen bestand im TUI Konzern ein Anwartschaftsbarwert in Höhe von 1,8 Mrd. €, dem ein Marktwert des Vermögens externer Fonds in Höhe von 1,5 Mrd. € gegenüberstand. Aus der Unterdeckung in Höhe von 0,3 Mrd. € sowie aus dem Anwartschaftsbarwert für die nicht fondsgedeckten Versorgungszusagen von 0,5 Mrd. € ergibt sich ein Nettoanwartschaftsbarwert in Höhe von 0,8 Mrd. €, der in voller Höhe durch Pensionsrückstellungen abgebildet ist. Detaillierte Angaben zur Entwicklung der Pensionsverpflichtungen enthält die Position „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ im Anhang zum Konzernabschluss.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestanden im TUI Konzern zum Bilanz­stichtag in Höhe von 4,1 Mrd. € (nach 3,9 Mrd. € im Vorjahr). Sie betrafen im Wesentlichen Bestellobligen für Investitionen. Rund 18 % des Gesamtbetrags hatten eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Finanzielle Verpflichtungen aus operativen Miet-, Pacht- und Charter­verträgen bestanden am Bilanzstichtag in Höhe von 5,3 Mrd. € (nach 4,5 Mrd. € im Vorjahr). Mit 2,3 Mrd. € hatten Schiffe und Container den größten Anteil an den finanziellen Verpflichtungen aus operativen Miet-, Pacht- und Charterverträgen. 1,1 Mrd. € entfallen auf Flugzeuge, 0,6 Mrd. € auf Hotels und 1,3 Mrd. € auf übrige Gebäude und Sonstiges. Rund 21 % des Gesamtbetrags hatten eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Detaillierte Angaben zu den Sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthält der entsprechende Abschnitt im Anhang zum Konzernabschluss.

Umweltrisiken

Sowohl derzeitige Gesellschaften des TUI Konzerns als auch bereits veräußerte Unternehmen sind bzw. waren mit der Verwendung, Verarbeitung, Gewinnung, Lagerung oder dem Transport von Stoffen befasst, die als umwelt- oder gesundheitsschädlich eingestuft werden. TUI tritt Umwelt­risiken aus dem laufenden Geschäftsbetrieb mit vorbeugenden Maßnahmen entgegen und hat sich gegen bestimmte Umweltrisiken versichert. Sofern umweltrechtliche Risiken aus bereits veräußerten Unternehmen nicht auf die Erwerber übergegangen sind, wurden für eventuelle Ansprüche im bilanziell erforderlichen Rahmen Rückstellungen gebildet.

Haftungsverhältnisse und Rechtsstreitigkeiten

Haftungsverhältnisse sind nicht bilanzierte Eventualverbindlichkeiten. Sie wurden am Bilanzstichtag mit 71 Mio. € (nach 214 Mio. € im Vorjahr) ausgewiesen. Die Reduzierung war im Wesentlichen durch die Rückführung von Garantien und Bürgschaften zur Abwicklung noch laufender Geschäfte aus den ehemaligen Aktivitäten im Anlagen- und Schiffbau bedingt.

Die TUI AG oder eine ihrer Tochtergesellschaften sind nicht an laufenden oder absehbaren Gerichts- oder Schiedsverfahren beteiligt, die erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten. Dies gilt auch für die im Klagewege geltend gemachten Gewährleistungs-, Rückforderungs- oder sonstigen Ansprüche im Zusammenhang mit den in den letzten Jahren getätigten Verkäufen von Tochtergesellschaften. Für alle eventuellen finanziellen Belastungen aus Gerichts- oder Schiedsverfahren wurden, wie in den vergangenen Jahren, bei der jeweiligen Konzerngesellschaft in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet.

Über Haftungsverhältnisse und Rechtsstreitigkeiten wird auch in den entsprechenden Abschnitten im Anhang zum Konzernabschluss berichtet.