TUI Aktiengesellschaft
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Umsatz und Ertrag des Konzerns

Umsatz und Ertrag des Konzerns

Für den TUI Konzern verlief das Geschäftsjahr 2007 insgesamt positiv. In beiden Sparten des Konzerns, Touristik und Schifffahrt, konnte das operative Ertragsniveau im Vergleich mit dem Vorjahr zum Teil deutlich gesteigert werden. Dabei trug insbesondere in der Touristik, aber auch in der Schifffahrt ein starkes zweites Halbjahr 2007 zum insgesamt positiven Geschäfts­verlauf bei.

In der Touristik belasteten Sondereinflüsse aus Restrukturierungen und Integrationsaufwendungen im Zusammenhang mit der vollzogenen Fusion der touristischen TUI Einheiten mit der First Choice das Ergebnis. Um eine transparente Darstellung der operativen Ergebnisentwicklung in den Sparten zu gewährleisten, wurde wie im Vorjahr in der folgenden Kommentierung eine Überleitung zum bereinigten Ergebnis (bereinigtes Sparten-EBITA) abgebildet.

In Abweichung von der Berichterstattung im Geschäftsjahr 2006 wurden erstmalig mit der Zwischenberichterstattung zum dritten Quartal 2007 zu tragende Aufwendungen aus Kaufpreisallokationen im Zuge von Erwerbsvorgängen (Purchase Price Allocation) in der Überleitung zum bereinigten Ergebnis berücksichtigt. Die zusätzliche Bereinigung der vorgenannten Effekte ist Folge der Harmonisierung des Ausweises des operativen Ergeb­nisses nach der Fusion der First Choice mit den touristischen Einheiten des TUI Konzerns. Um eine Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten zu gewährleisten, sind die bereinigten Ergebnisse entsprechend angepasst worden. Durch die erstmalige Anwendung der Vorschriften des IAS 23 („Borrowing Costs“) ergaben sich zudem kleinere Anpassungen des Vor­jahres­ergebnisses.

Umsatz und Ertragslage in den Sparten

Bewertung der Ertragslage

Das bereinigte Ergebnis der Sparte Touristik konnte sich in beiden Bereichen, TUI Travel PLC und TUI Hotels & Resorts, im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Der insgesamt positive Ergebnistrend des Bereichs TUI Travel PLC wurde im Wesentlichen von den eingebrachten touristischen Einheiten des TUI Konzerns in die neue Gesellschaft getragen, da die für September bis Dezember 2007 einbezogenen Ergebnisbeiträge der First Choice naturgemäß für diesen Zeitraum des Jahres unwesentlich ausfielen.

Ein maßgeblicher Grund der Ergebnissteigerung gegenüber dem Vorjahr lag in der im Jahresverlauf deutlichen Erholung des französischen Reisemarktes sowie in der Realisierung von Kostensenkungspotenzialen aus in Vorjahren erfolgten Restrukturierungsmaßnahmen, insbesondere im englischen Geschäftsbereich.

Auch in der Schifffahrt konnte in 2007 Synergiepotenzial aus der abgeschlossenen Integration der in 2005 erworbenen Containerlinie CP Ships gehoben werden. Zudem erhöhten sich die Frachtraten im zweiten Halbjahr 2007, ausgehend von dem zur Jahresmitte niedrigen Niveau, und wiesen seither ein stetiges Wachstum auf. Dabei wurde das sich im Jahresverlauf erholende Preis­niveau von einem stabilen Mengenwachstum begleitet. Belastend wirkten der im Vergleich zum Euro weiterhin schwache US-Dollar und das anhaltend hohe Niveau der Bunkerkosten. Insgesamt konnte das bereinigte Ergebnis gegenüber dem Vorjahr jedoch deutlich gesteigert werden.

Gemessen an der Entwicklung der Sparten im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich eine deutlich gestiegene Ertragskraft der Kerngeschäftsfelder.

Insgesamt lag das Ergebnis in der Touristik leicht über den Erwartungen des Vorstands. In der Schifffahrt blieb das erzielte Ergebnisniveau, insbesondere durch den schwachen US-Dollar und das im Jahresdurchschnitt noch unter dem Wert des Jahres 2006 liegende Frachtratenniveau, hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück, entwickelte sich jedoch zum Jahresende hin deutlich positiv.

Umsatzentwicklung der Sparten

Fortzuführende Bereiche
Der Umsatz der fortzuführenden Bereiche umfasst die Sparten Touristik und Schifffahrt sowie den Zentralbereich.

Umsatz der Sparten

Mio € 2007 2006 Veränd. %
Touristik 15 638,5 14 085,1 + 11,0
TUI Travel PLC 15 258,7 13 676,0 + 11,6
TUI Hotels & Resorts 379,8 346,7 + 9,5
Sonstige/Konsolidierung 0,0 62,4 n. a.
Schifffahrt 6 201,6 6 254,0 - 0,8
Containerschifffahrt 6 018,4 6 093,7 - 1,2
Kreuzfahrten 183,2 160,3 + 14,3
Zentralbereich 25,5 175,5 - 85,5
Fortzuführende Bereiche 21 865,6 20 514,6 + 6,6
Einzustellende Bereiche 0,0 401,0 n. a.
Umsatz der Sparten 21 865,6 20 915,6 + 4,5
       
 
 
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Die Touristik lag mit einem Umsatz von 15,6 Mrd. € um 11,0 % über dem Vorjahresniveau. Dabei konnten sowohl die TUI Travel PLC als auch der Bereich TUI Hotels & Resorts den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern. Im Umsatz der TUI Travel PLC war durch die erstmalige Einbeziehung der First Choice-Aktivitäten seit September 2007 ein fusionsbedingter Umsatz­anstieg von 1 342,5 Mio. € enthalten. Bereinigt um den Umsatzbeitrag von First Choice sowie in 2006 noch anteilig enthaltene Umsätze aus den desinvestierten Geschäftsreiseaktivitäten ergab sich ein Umsatzanstieg für die Sparte Touristik von 1,9 %.

In der Schifffahrt sank der Umsatz trotz einer weiterhin steigenden Entwicklung der Ladungsmengen leicht um 0,8 % auf 6,2 Mrd. €. Wesentlicher Grund der leicht rückläufigen Umsatzentwicklung war der im Vergleich zum Vorjahr schwache US-Dollar sowie die im Jahresdurchschnitt noch leicht unter dem Vorjahresniveau liegenden Frachtraten. Der Umsatz des Zentralbereichs verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 85,5 % auf 26 Mio. € deutlich. Maßgeblich hierfür waren in erster Linie die entfallenen Umsätze aus dem im Oktober 2006 erfolgten Verkauf der mehrheitlichen Beteiligung an der Wolf GmbH, einem Unternehmen der Heiz- und Klimatechnik.

Einzustellende Bereiche
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 verfügte der TUI Konzern über keine einzustellenden Bereiche mehr. Im Vorjahr 2006 waren noch Umsätze im Bereich Handel in Höhe von 401 Mio. € angefallen.

Umsatz der Sparten
Insgesamt lag der Umsatz der Sparten des TUI Konzerns im Geschäftsjahr 2007 mit 21,9 Mrd. € um 4,5 % über dem Vorjahr. Durch die konsolidierungs­bedingte Erhöhung des Umsatzes der TUI Travel PLC stieg der Anteil am Umsatz der Sparten für die Touristik auf 71,5 % (Vorjahr 67,3 %). Die Schifffahrt verzeichnete insbesondere durch den schwachen US-Dollar einen leicht rückläufigen Umsatzanteil auf 28,4 % (Vorjahr 29,9 %). Durch den desinvestitionsbedingt rückläufigen Umsatz im Zentralbereich sank dessen Umsatzanteil auf 0,1 % (Vorjahr 0,8 %).

Ergebnisentwicklung der Sparten


Ergebnis der Sparten (EBITA)


Mio €
Bereinigtes
Sparten-
EBITA
2007

2006

Veränd. %
Sparten-
EBITA
2007

2006

Veränd. %
Touristik 448,9 394,7 + 13,7 210,5 387,9 - 45,7
TUI Travel PLC 304,4 258,6 + 17,7 103,3 150,6 - 31,4
TUI Hotels & Resorts 146,1 123,2 + 18,6 108,8 86,6 + 25,6
Sonstige/Konsolidierung - 1,6 12,9 n. a. - 1,6 150,7 n. a.
Schifffahrt 196,7 89,2 + 120,5 341,9 - 106,4 n. a.
Containerschifffahrt 182,5 81,3 + 124,5 327,7 - 114,3 n. a.
Kreuzfahrten 14,2 7,9 + 79,7 14,2 7,9 + 79,7
Zentralbereich - 29,5 - 65,4 + 54,9 - 4,2 - 80,7 + 94,8
Fortzuführende Bereiche 616,1 418,5 + 47,2 548,2 200,8 + 173,0
Einzustellende Bereiche 0,0 29,8 n. a. 0,0 29,6 n. a.
Ergebnis der Sparten 616,1 448,3 + 37,4 548,2 230,4 + 137,9
             
 
 
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Fortzuführende Bereiche
Das Ergebnis vor Bereinigung von Sondereinflüssen der fortzuführenden Bereiche (EBITA) stieg im Geschäftsjahr 2007 um 173,0 % auf 548 Mio. €. Im Ergebnis belastend enthalten waren insbesondere Re­­strukturierungs- und Integrationsaufwendungen im Zusammenhang mit der Fusion von First Choice mit den touristischen Einheiten des TUI Konzerns. Demgegenüber standen einmalige Erträge aus Desinvestitionen in der Sparte Schifffahrt.

Bereinigt um die im Geschäftsjahr 2007 enthaltenen Sondereinflüsse stieg das operative Ergebnis auf 616 Mio. € um 47,2 % im Vergleich zum Vorjahr.

Bereinigtes Sparten-EBITA: Touristik

Mio € 2007 2006 Veränd. %
Sparten-EBITA 210,5 387,9 - 45,7
Abgangsergebnisse + 6,8  - 153,3  
Restrukturierung + 62,4  + 100,6  
Kaufpreisallokation + 48,8   
Einzelsachverhalte + 120,4  + 59,5  
Bereinigtes Sparten-EBITA 448,9 394,7 + 13,7
       
 
 
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Mit 211 Mio. € lag das Ergebnis der Sparte Touristik um 45,7 % unter dem Vorjahr. Der Ergebnisrückgang ist wesentlich auf im Vorjahr enthaltene Einmalerträge aus Desinvestitionen der Geschäftsreiseaktivitäten und der niederländischen Spezialveranstalter zurückzuführen. Darüber hinaus waren einmalige Aufwendungen für Geschäftsrestrukturierungen und Einzelsachverhalte, insbesondere aus Integrationsvorgängen, in Höhe von insgesamt 183 Mio. € enthalten. Ein großer Teil dieser Aufwendungen in Höhe von 97 Mio. € stand hierbei im Zusammenhang mit der Fusion von First Choice mit den touristischen Einheiten des TUI Konzerns. Weiterhin belastend wirkten sich die laufenden, planmäßigen Amortisationen aus der Kaufpreisallokation der First Choice in Höhe von 49 Mio. € aus. Unter Berücksichtigung der vorgenannten Sondereinflüsse ergab sich für das Geschäftsjahr 2007 eine Steigerung des bereinigten Ergebnisses um 13,7 % auf 449 Mio. €.

Dabei stieg das bereinigte Ergebnis sowohl in dem neuen Bereich TUI Travel PLC als auch im Bereich TUI Hotels & Resorts. Ein maßgeblicher Grund der operativen Ergebnissteigerung gegenüber dem Vorjahr lag in der im Jahresverlauf deutlichen Erholung des französischen Reisemarktes sowie den greifenden Effizienzsteigerungen aus den in Vorjahren erfolgten Restrukturierungsmaßnahmen, insbesondere im englischen Geschäfts­bereich.

Bereinigtes Sparten-EBITA: Schifffahrt

Mio € 2007 2006 Veränd. %
Sparten-EBITA 341,9 - 106,4 n. a.
Abgangsergebnisse - 200,5  
Restrukturierung - 1,1 + 66,4  
Kaufpreisallokation + 82,4 + 81,8  
Einzelsachverhalte - 26,0 + 47,4  
Bereinigtes Sparten-EBITA 196,7 89,2 + 120,5
       
 
 
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Das Ergebnis der Schifffahrt lag mit 342 Mio. € um 448 Mio. € deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres. Im Geschäftsjahr 2007 waren einmalige Erträge aus dem Verkauf der Montreal Gateway Terminals sowie der An­teile am Germanischen Lloyd in Höhe von zusammen 201 Mio. € enthalten. Darüber hinaus entstand ein Einmalertrag in Höhe von 32 Mio. € aus der Neubewertung einer zum Erwerbszeitpunkt gebildeten Risikoposition im Zuge der CP Ships ­Akquisition, der geringe nachlaufende Aufwendungen aus der Integration von CP Ships gegenüber standen. Per Saldo waren dementsprech­end einmalige Erträge aus Einzelsachverhalten in Höhe von 26 Mio. € zu berücksichtigen.

Nach Bereinigung der Sondereinflüsse ergab sich eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses der Schifffahrt von 120,5 % auf 197 Mio. €.

Bereinigtes Sparten-EBITA: Zentralbereich

Mio € 2007 2006 Veränd. %
Ergebnis der Holdings - 16,6 - 175,7 90,6
Sonstige operative Bereiche 12,4 95,0 - 86,9
Sparten-EBITA - 4,2 - 80,7 + 94,8
Abgangsergebnisse - 34,7  
Restrukturierung + 6,7  
Kaufpreisallokation  
Einzelsachverhalte - 32,0 + 65,0  
Neubewertung von Wandelrechten - 15,0  
Bereinigtes Sparten-EBITA - 29,5 - 65,4 + 54,9
       
 
 
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Das Ergebnis des Zentralbereichs umfasst die Corporate-Center-Funktionen der TUI AG und der Zwischenholdings sowie die sonstigen operativen Bereiche, welche sich im Wesentlichen aus den Immobiliengesellschaften des Konzerns zusammensetzen.

Das Ergebnis des Zentralbereichs verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 77 Mio. € auf - 4 Mio. €. Dabei waren im Geschäftsjahr 2007 Sonderbelastungen in Höhe von 7 Mio. € zu berücksichtigen, welche im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Corporate Center der TUI AG hinsichtlich der wahrgenommenen touristischen Funktionen standen. Demgegenüber standen einmalige Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Altlasten sowie eines Rechtsstreits von insgesamt 32 Mio. €. Auf vergleichbarer Basis verbesserte sich das bereinigte Ergebnis des Zentralbereichs um 36 Mio. € auf - 30 Mio. € gegenüber dem Vorjahr. Ursächlich für die Verbesserung war eine Entlastung der Personalkostenbasis des Corporate Center durch die Übertragung von touristischen Zentralfunktionen auf die TUI Travel PLC sowie ein positiver Ergebnisbeitrag aus der Bewertung von derivativen Finanz­sicherungsinstrumenten.

Das Ergebnis der sonstigen operativen Bereiche entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf Grund des Verkaufs der Wolf GmbH in 2006, als letzter industrieller Aktivität, entsprechend rückläufig. Zudem war im Geschäftsjahr 2006 ein Ertrag aus einem Verkauf im Immobilienbereich (Schacht Konrad) enthalten.

Einzustellende Bereiche
Im Geschäftsjahr 2007 verfügte der TUI Konzern über keine einzustellenden Bereiche mehr. Im Vorjahr war hier ein Ergebnis von 30 Mio. € aus dem Bereich Handel enthalten.

Bereinigtes Sparten-EBITA: Konzern

Mio € 2007 2006 Veränd. %
Sparten-EBITA 548,2 230,4 + 137,9
Abgangsergebnisse - 193,7 - 187,8  
Restrukturierung + 68,0 + 167,0  
Kaufpreisallokation + 131,2 + 81,8  
Einzelsachverhalte + 62,4 + 171,9  
Neubewertung von Wandelrechten - 15,0  
Bereinigtes Sparten-EBITA 616,1 448,3 + 37,4
       
 
 
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Ergebnis der Sparten
Insgesamt wies der TUI Konzern im Geschäftsjahr 2007 ein Ergebnis der Sparten vor Bereinigung von Sondereinflüssen von 548 Mio. € aus, 137,9 % mehr als im Vorjahr. Unter Berücksichtigung der vorstehend erläuterten Sondererträge und -belastungen stieg das bereinigte Ergebnis der Sparten um 37,4 % auf 616 Mio. €.

Wertorientierte Konzernsteuerung

Als finanzwirtschaftliche Zielsetzung verfolgt die TUI AG als kapitalmarkt­orientierte Führungsgesellschaft die nachhaltige Wertsteigerung des TUI Konzerns. Zur wertorientierten Steuerung des Gesamtunternehmens sowie der einzelnen Geschäftsfelder ist ein standardisiertes Steuerungssystem eingerichtet. Das wertorientierte Steuerungssystem ist ein integraler Be­­standteil der konzernweit einheitlichen Controlling- und Planungsprozesse.

Der Return On Invested Capital (ROIC) und der absolute Wertbeitrag sind die zentralen Steuerungsgrößen im Zuge der periodischen Wertanalyse. Dabei werden dem erzielten ROIC die spartenspezifischen Kapitalkosten gegenübergestellt.

Kapitalkosten
Die Kapitalkosten berechnen sich als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten (WACC = Weighted Average Cost of Capital). Die eingehenden Eigenkapitalkosten spiegeln die Renditeerwartung eines Anlegers bei einer Investition in die TUI Aktie wider. Zur Abbildung der Fremdkapitalkosten werden die durchschnittlichen Finanzierungskosten des TUI Konzerns herangezogen. Die Kapitalkosten entsprechen grundsätzlich einer Betrachtung vor Steuern des Unternehmens und vor Steuern des Investors. Die so ermittelte Renditeanforderung entspricht der gleichen steuerlichen Ebene wie das in den ROIC eingehende bereinigte Ergebnis.

Um den unterschiedlichen Rendite-/Risikoprofilen der Bereiche des Konzerns Rechnung zu tragen, werden bereichsspezifische Kapitalkosten vor Steuern ermittelt. Für die Sparte Touristik betrug der Wert 10,3 % (Vorjahr 8,8 %). Im Zuge der im Geschäftsjahr 2007 erfolgten Neustrukturierung in der Sparte Touristik wurden für die beiden Bereiche TUI Travel PLC und TUI Hotels & Resorts die bereichsspezifischen Kapital­kos­ten weiter ausdifferenziert. Für den neuen Bereich der TUI Travel PLC kam für das Jahr 2007 ein Wert von 10,6 % zum Ansatz. Die anzusetzenden Kapitalkosten im Bereich TUI Hotels & Resorts betrugen für das Berichtsjahr 10,0 %. In der Sparte Schifffahrt betrugen die Kapitalkosten 9,6 % (Vorjahr 7,9 %), und für den Gesamtkonzern ergab sich ein Wert von 9,8 % (Vorjahr 8,5 %).

Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2006 war ein deutlicher Anstieg des Kapitalkostenniveaus in den Sparten und entsprechend für den Gesamtkonzern zu verzeichnen. Maßgeblichen Einfluss auf diese Niveausteigerung hatte eine deutliche Erhöhung des in die Berechnung eingehenden risikolosen Basiszinsniveaus, welcher sich an dem Zinsniveau lang laufender Staats­anleihen orientiert. Weiterhin ergab sich eine Erhöhung der sogenannten Marktrisikoprämie für risikobehaftete Anlagen für den deutschen Markt.

ROIC und Wertbeitrag
Der ROIC errechnet sich als Quotient aus dem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte (Bereinigtes Sparten-EBITA) und dem durchschnittlich gebundenen verzinslichen Kapital (Invested Capital) des Segments. Die angesetzte Ergebnisgröße ist definitionsgemäß frei von steuerlichen und finanziellen Einflüssen und bereinigt um einmalige Sondereinflüsse. Das Invested Capital um­­­­­­­­fasst aus Konzernsicht in seiner passivischen Herleitung das Eigenkapital (inklusive Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital) sowie den Saldo aus verzinslichen Schuldpositionen und zinstragenden Vermögenswerten. Darüber hinaus werden die kumulativen planmäßigen Abschreibungen aus Kaufpreisallokation dem Invested Capital wieder hinzugerechnet.

Neben der relativen Performance-Größe ROIC wird auch der sogenannte Wertbeitrag als absolute wertorientierte Erfolgsgröße herangezogen. Der Wertbeitrag errechnet sich aus der Differenz des ermittelten ROIC und den zugehörigen Kapitalkosten, multipliziert mit dem gebundenen verzins­lichen Kapital.

Wertorientierte Kennzahlen


Mio €
Touristik
20072)

2006
Schifffahrt
2007

2006
Konzern
20072)

2006
Bereinigtes Sparten-EBITA 445,7 394,7 196,7 89,2 612,9 448,3
Ø Invested Capital1) 4 350,5 5 052,2 2 750,4 2 896,1 6 973,6 7 919,6
ROIC 10,2 % 7,8 % 7,2 % 3,1 % 8,8 % 5,7 %
Kapitalkosten (WACC) 10,3 % 8,8 % 9,6 % 7,9 % 9,8 % 8,5 %
Wertbeitrag - 2 - 50 - 67 - 140 - 71 - 225
             
 

1) Durchschnittswert aus Jahresanfangs- und -endbestand
2) Angepasst um den stichtagsbedingten Erstkonsolidierungseffekt First Choice

 
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Für den Ausweis der wertorientierten Kennzahlen wurde eine Adjustierung der stichtagsbedingten Erhöhung des investierten Kapitals aus der erstmaligen Einbeziehung der First Choice-Aktivitäten im Konzernabschluss vorgenommen. Hierbei wurde die investierte Kapitalbasis um den First Choice-Anteil reduziert. Analog wurden die seit September 2007 angefallenen Ergebnisbeiträge von First Choice eliminiert. Die vorgenommene Anpassung gewährleistet somit die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten.

Touristik
Der ROIC der Touristik erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozentpunkte auf 10,2 %. Innerhalb der Sparte Touristik erreichte der Bereich TUI Travel PLC einen ROIC für das Geschäftsjahr 2007 von 12,6 %, für den Bereich TUI Hotels & Resorts errechnete sich ein Wert von 7,5 %. Wesentlicher Treiber für die Steigerung des ROIC war der Anstieg des Ergebnisses im Vergleich zum Vorjahr bei einem im Jahresdurchschnitt rückläufigen investierten Kapital.

Insgesamt lag die Sparte Touristik mit dem erzielten Renditeniveau auf dem Niveau der bereichsspezifischen Kapitalkosten. Rechnerisch ergab sich noch ein kleiner negativer Wertbeitrag von 2 Mio. € für das Geschäfts­jahr 2007.

Schifffahrt
Im Zuge der deutlichen Verbesserung des Ergebnisniveaus im Vergleich zum Vorjahr stieg der ROIC der Schifffahrt um 4,1 Prozentpunkte auf 7,2 %. Bezogen auf die bereichsspezifischen Kapitalkosten ergab sich jedoch noch ein negativer Wertbeitrag von 67 Mio. €.

Konzern
Für den Gesamtkonzern ergab sich eine Rendite von 8,8 %, was einer deutlichen Steigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 3,1 Prozentpunkten entsprach. Unter Rückgriff auf die Kapitalkosten für den Gesamtkonzern errechnete sich noch ein negativer Wertbeitrag von 71 Mio. €.