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Nachdem der Umbau der TUI zu einem reinen Dienstleistungskonzern mit den beiden Säulen Touristik und Schifffahrt in 2006 abgeschlossen werden konnte, wurde die Touristik im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 durch den Erwerb der First Choice Holidays PLC weiter gestärkt. Die Touristik gliedert sich nun in die TUI Travel PLC sowie in den Bereich TUI Hotels & Resorts. Die Schifffahrts-Sparte umfasst die Containerschifffahrt und die Kreuzfahrtaktivitäten. Die Kerngeschäftsfelder Touristik und Schifffahrt tragen unverändert mit rund 70 % bzw. 30 % zum Konzernumsatz bei.
TUI AG
Obergesellschaft des Konzerns
Die TUI AG ist die Obergesellschaft des Konzerns und hat ihren Geschäftssitz in Hannover. Sie hält über Beteiligungsgesellschaften direkt oder indirekt in der Regel Mehrheitsbeteiligungen an den wesentlichen Konzerngesellschaften, die das operative Geschäft des Konzerns in den einzelnen Ländern betreiben. Insgesamt gehörten am Bilanzstichtag 729 unmittelbare und mittelbare Tochterunternehmen zum Konsolidierungskreis der TUI AG, davon waren 46 inländische Gesellschaften, 683 hatten ihren Sitz im Ausland. Zudem wurden 17 assoziierte Unternehmen und 33 Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode bewertet in den Konzernabschluss der TUI AG einbezogen.
Organisation und Leitung
Die TUI AG ist eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts, dessen Grundprinzip das duale Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat ist. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng zusammen. Dabei trägt der Vorstand Gesamtverantwortung für die Leitung des Unternehmens.
Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach §§ 84 f. AktG in Verbindung mit § 31 MitbestG. Satzungsänderungen erfolgen nach den Regelungen der §§ 179 ff. AktG, in Verbindung mit § 24 der Satzung der TUI AG.
Vorstandsstruktur
Der Vorstand der TUI AG bestand zum Bilanzstichtag aus sechs Mitgliedern: dem Vorstandsvorsitzenden sowie fünf weiteren Vorständen mit den Ressorts Finanzen, Controlling, Personal und Recht, Touristik sowie Schifffahrt.
TUI Travel PLC
Im Mittelpunkt des Geschäftsjahrs 2007 stand innerhalb der Sparte Touristik die Gründung der TUI Travel PLC durch die Fusion der Touristik-Sparte des TUI Konzerns mit der britischen First Choice Holidays PLC. Seitens der TUI AG wurden sämtliche Vertriebs- und Veranstalteraktivitäten der Quellmärkte Europa Mitte, Europa Nord und Europa West sowie die dazugehörigen Flugaktivitäten in die TUI Travel PLC eingebracht. Darüber hinaus wurden die vormals im Bereich Zielgebiete befindlichen Zielgebietsagenturen des Konzerns auf die neue TUI Travel PLC übertragen. Die TUI Travel PLC ist in 180 Ländern weltweit aktiv und betreut über 30 Millionen Kunden.
TUI Travel PLC hat ihren Sitz in Großbritannien und ist seit dem 3. September 2007 an der Londoner Börse gelistet. Die TUI AG hielt zum Bilanzstichtag mit 51 Prozent die Aktienmehrheit der Gesellschaft. Die neue Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften wurden vollständig in den Abschluss des TUI Konzerns einbezogen.
Das Geschäft der TUI Travel PLC gliedert sich in die vier Bereiche Mainstream Holidays, Specialist Holidays, Activity Holidays und Online Destination Services.
Mainstream Holidays
Der Bereich Mainstream Holidays ist der größte innerhalb der TUI Travel PLC und umfasst den Verkauf von Flug-, Unterkunfts- und sonstigen touristischen Dienstleistungen, sowohl als Einzelkomponenten wie als Pauschalreise. In diesem Bereich sind verschiedene vertikal integrierte Reiseveranstalter wie Thomson, First Choice und TUI Deutschland zusammengefasst. Die Aktivitäten sind in die drei Quellmärkte Europa Mitte, Europa Nord und Europa West untergliedert.
Specialist Holidays
Der Bereich Specialist Holidays ist in die drei Unterbereiche Länderspezialisten, Premiumreisen und Lifestages unterteilt. Die Länderspezialisten sind in elf Quellmärkten aktiv und konzentrieren sich bei ihrem Produktangebot auf bestimmte Zielgebiete. Der Premiumbereich umfasst fünf Marken, die sich auf das gehobene Urlaubserlebnis in Europa, Asien und in der Karibik spezialisiert haben. Im Unterbereich Lifestages werden Reisen speziell für unterschiedliche Altersgruppen angeboten.
Activity
Der Activity-Bereich umfasst eine große Anzahl an Reiseunternehmen für Aktivurlaube in den Unterbereichen Yacht-, Abenteuer- und Erlebnisurlaub. Im Yachtsegment werden zum Beispiel die führenden Anbieter für Charter-Yachten vereint, während das Segment Erlebnisurlaub unter anderem geführte Kultur- und Luxusreisen beinhaltet.
Online Destination Services
Die im Bereich Online Destination Services gebündelten Zielgebietsdienstleistungen vermitteln zum einen über das Internet Hotels und Wohnungen sowohl an unabhängige Reisebüros und Reiseveranstalter als auch an Endkunden. Zum anderen bieten die hier zusammengefassten Zielgebietsagenturen klassische Leistungen am Zielort an, wie den Transfer und die Betreuung von Urlaubsgästen, Ausflüge und andere spezialisierte Dienstleistungen für Reise- und Eventveranstalter oder die Kreuzfahrtindustrie.
TUI Hotels & Resorts
TUI Hotels & Resorts in Hannover ist der größte Ferienhotelanbieter Europas. Zum Geschäftsbereich zählen Hotelgesellschaften, an denen Mehrheitsbeteiligungen bestehen, Joint Ventures mit lokalen Partnern, Gesellschaften, an denen finanzielle Beteiligungen gehalten werden, und Hotels, mit denen Managementverträge bestehen. Als Bindeglied zwischen den Veranstaltern und den Hotelpartnern sorgt TUI Hotels & Resorts für die starke Positionierung der Hotelmarken innerhalb des Konzerns und gegenüber dem Wettbewerb. Neben strategischer Planung und operativer Unterstützung werden auch Marketing- und Vertriebsaktivitäten sowie ökologisches und soziales Engagement der Hotelgesellschaften zur nachhaltigen Gestaltung der touristischen Entwicklung koordiniert.
TUI Hotels & Resorts
| Hotelmarke |
3 Sterne |
4 Sterne |
5 Sterne |
Hotels gesamt |
Betten |
Hauptstandorte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Riu | 10 | 66 | 27 | 103 | 73 437 | Spanien, Karibik |
| Magic Life | 6 | 11 | 0 | 17 | 14 405 | Türkei, Tunesien, Ägypten |
| Grupotel | 16 | 16 | 2 | 34 | 13 468 | Balearen |
| Iberotel | 0 | 13 | 8 | 21 | 12 086 | Ägypten, Türkei |
| Robinson | 0 | 17 | 3 | 20 | 11 114 | Spanien, Griechenland, Türkei |
| Grecotel | 0 | 11 | 8 | 19 | 9 129 | Griechenland |
| Dorfhotel | 0 | 4 | 0 | 4 | 2 113 | Deutschland, Österreich |
| Übrige Hotelbeteiligungen | 6 | 12 | 1 | 19 | 8 718 | – |
| Gesamt | 38 | 150 | 49 | 237 | 144 470 | |
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© TUI AG Geschäftsbericht 2007 |
Riu
Riu ist die größte Hotelgesellschaft im Portfolio der TUI Hotels & Resorts. Das Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz auf Mallorca steht für hohe
Professionalität und exzellenten Service. Die Hotels gehören hauptsächlich dem Premium- und Komfortsegment an und befinden sich im Wesentlichen in Spanien und in der Karibik.
Magic Life
Magic Life ist die All-Inclusive-Clubmarke von TUI Hotels & Resorts mit Sitz in Österreich. Für Familien mit Kindern wird ein Urlaubskonzept mit einem ausgewogenen Preis-/Leistungsverhältnis und Unterhaltungsprogrammen in internationalem Umfeld angeboten. Hauptstandorte der auf das Komfortsegment ausgerichteten Häuser sind in der Türkei, in Tunesien sowie in Ägypten.
Grupotel
Die mallorquinische Hotelgruppe Grupotel ist eine der bedeutendsten auf den Balearen. Das Angebot umfasst Appartements, Aparthotels, aber auch Luxusanlagen. Im Wesentlichen sind die Häuser im Komfortsegment angesiedelt.
Iberotel
Die Iberotel-Anlagen bieten umfassenden Hotelkomfort und eine ausgezeichnete Gastronomie. Die vor allem in Ägypten und in der Türkei gelegenen Premium-Hotels bieten ein hohes Produktniveau durch die Einhaltung entsprechender Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltstandards.
Robinson
Robinson, der Qualitäts- und Marktführer im Premiumsegment für Cluburlaub, zeichnet sich durch sein professionelles Sport-, Entertainment- und Eventangebot aus. Die Clubs bieten darüber hinaus hochwertige Hotelleistungen, umfassenden Service und großzügige Architektur. Die Hauptstandorte der Hotels sind in Griechenland, Spanien und der Türkei sowie in der Schweiz und in Österreich. Einen hohen Anspruch haben die Häuser auch bei der Erfüllung verschiedener Umweltnormen.
Grecotel
Grecotel ist ein führender Premium-Anbieter unter den griechischen Hotelmarken. Das Konzept stellt Kultur- und Umweltaspekte in den Vordergrund. So werden für die hochwertige Gastronomie überwiegend Produkte aus eigenem Anbau verwendet.
Dorfhotels
Die Dorfhotels liegen in Deutschland und Österreich in ländlicher Umgebung. Sie verbinden die Vorteile von Ferienappartements, die in erster Linie auf Familien ausgerichtet sind, mit den Annehmlichkeiten eines Hotels.
Toscana Resort Castelfalfi
Mit einem Grundstückserwerb in der Toskana wurde im März 2007 das Projekt „Toscana Resort Castelfalfi“ initiiert. Auf einem elf Quadratkilometer großen Grundstück, auf dem sich ein mittelalterliches Dorf mit Kirche und Castello sowie ein Golfplatz befinden, sollen nach einer Sanierung touristische Anlagen entstehen. Neben Ferienwohnungen und Villen sind Hotels der Marken Robinson sowie Iberotel geplant. Im Vordergrund stehen dabei auch Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Neben dem Einsatz erneuerbarer Energien soll ein Teil der Versorgung der Gäste durch Produkte der eigenen Agrarwirtschaft erfolgen.
Containerschifffahrt
Die Hapag-Lloyd AG mit Sitz in Hamburg ist die fünftgrößte Containerlinie der Welt. Die TUI AG hält 100 Prozent der Anteile der Hapag-Lloyd AG.
Eine Übersicht über die Containerschiffe von Hapag-Lloyd, geordnet nach Größenklassen und unter Angabe von Kapazität und Durchschnittsalter der Klassen, gibt die nachfolgende Tabelle.
Containerschiffflotte
| Stellplatzkapazität in TEU | Anzahl Gesamt |
Durch- schnitts- alter |
Kapazität in TEU |
|---|---|---|---|
| bis 2 300 | 47 | 15,0 | 81 000 |
| 2 300 - 4 000 | 39 | 14,9 | 113 000 |
| 4 000 - 6 000 | 39 | 7,3 | 173 000 |
| über 6 000 | 16 | 3,0 | 126 000 |
| Gesamt | 141 | 8,1 | 493 000 |
Containerbestand
| TEU | Kapazität |
|---|---|
| Standardcontainer | 990 000 |
| Kühlcontainer | 68 000 |
| Spezialcontainer | 57 000 |
| Gesamt | 1 115 000 |
Stand: 31. Dezember 2007
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© TUI AG Geschäftsbericht 2007 |
Die Containerschiffe werden in verschiedenen Fahrtgebieten eingesetzt. Dabei umfasst jedes Fahrtgebiet verschiedene Routen (Liniendienste), welche unterschiedliche Häfen verbinden. Das Geschäft von Hapag-Lloyd gliedert sich in fünf Fahrtgebiete.
Fernost
Das Fahrtgebiet Fernost umfasst den Verkehr zwischen Europa und Asien. In diesem Gebiet liegen 21 Routen, wovon der Großteil Europa mit den asiatischen Ländern wie China, Japan und Indien verbindet. Weitere Routen verbinden Nord- und Südeuropa sowie Nordeuropa und Afrika. Dieses Fahrtgebiet ist insbesondere geprägt durch den europäischen Verkehr mit den asiatischen Schwellenländern.
Transpazifik
Über das Fahrtgebiet Transpazifik wird der Güterverkehr zwischen Nordamerika und Asien abgewickelt. Hier operiert Hapag-Lloyd 13 Routen, von denen die Mehrzahl die nordamerikanische Westküste mit der asiatischen Ostküste verbindet.
Atlantik
Das Fahrtgebiet Atlantik, dessen 16 Routen Europa mit Nordamerika verbinden, ist wie bereits im Vorjahr das volumenstärkste. Die Routen liegen zwischen Nordamerika und Nordeuropa, weitere verbinden Nordamerika mit dem Mittelmeerraum, während eine Route Verkehre zwischen Nordamerika und Afrika anbietet.
Lateinamerika
Durch das Fahrtgebiet Lateinamerika wird Südamerika mit Nordamerika und Europa verbunden. Eine der zehn Routen verbindet darüber hinaus verschiedene Häfen innerhalb Südamerikas.
Australasien
Güter zwischen Australien und Asien werden auf den 17 Routen im Fahrtgebiet Australasien befördert. Darunter sind die Routen innerhalb Asiens, die den größten Anteil am Ladungsaufkommen hatten, sowie diejenigen, die Australien mit allen Kontinenten außer Afrika verbinden.
Kreuzfahrten
Die Hapag-Lloyd Kreuzfahrten GmbH bildete mit ihren vier Kreuzfahrtschiffen der Premium- und Luxusklasse den Kern der Kreuzfahrtaktivitäten des TUI Konzerns im Geschäftsjahr 2007. Das Angebot ist ausgerichtet auf Lifestyle- und Expeditionskreuzfahrten für den deutschsprachigen Markt. Flaggschiff ist das 5-Sterne-Plus-Schiff „Europa“. Es erhielt diese Auszeichnung des Berlitz Cruise Guide zum siebten Mal in Folge und als einziges Schiff weltweit. Die „Europa“ geht vorwiegend auf Weltreisen. Die „Columbus“, ein 3-Sterne-Plus-Schiff, kreuzt ebenfalls auf allen sieben Weltmeeren, sie kann zudem als einziges Hochseekreuzfahrtschiff die Großen Seen in Nordamerika befahren. Die „Hanseatic“ unternimmt unter anderem Expeditionskreuzfahrten in die Arktis und Antarktis. In 2007 hat sie erneut erfolgreich eine Reise durch die Nord-West-Passage absolviert. Sie ist das weltweit einzige 5-Sterne-Passagierschiff, das mit der höchsten Eisklasse ausgestattet ist. Die „Bremen“, ein 4-Sterne-Schiff – ebenfalls mit höchster Eisklasse –, steuert ähnliche Reiseziele an.
Mit der vorgesehenen Gründung der TUI Cruises wurde im Geschäftsjahr 2007 der Grundstein für den Einstieg in den deutschen Volumenmarkt für Premium-Kreuzfahrten gelegt. Gemeinsam mit der Partnergesellschaft Royal Caribbean wird TUI Cruises ab Frühjahr 2009 klassische Kreuzfahrten im Vier-Sterne-Segment im deutschsprachigen Markt anbieten.
Geschäftstätigkeit
Touristik
Markt
Das Wachstum der Konsumentengesamtausgaben im weltweiten Reise- und Tourismusmarkt wird für das Jahr 2007 auf 3,4 % geschätzt (Quelle: WTTC report, 2007). Bezogen auf die größten Quellmärkte der TUI Travel PLC ergibt sich ein Wachstum von 2,6 %. Dabei haben sich die Anforderungen der Kunden und damit der Markt in den letzten Jahren strukturell gewandelt. Die Kunden verlangen nach höherer Flexibilität und Auswahl und sehen den Urlaub als ein individuelles Erlebnis. Daher werden vermehrt Reisen nach dem Baukastenprinzip nachgefragt. Ebenso wächst der Markt für Low Cost-Flugangebote. Das große Angebot im Internet erhöht die Transparenz, und viele Kunden wählen und buchen ihre Reise dort selbstständig.
Im Geschäftsjahr 2007 war der Markt für Geschäfts- und Ferienhotellerie nach einer Konsolidierungsphase von einer dynamischen Entwicklung geprägt. Verschiedene Hotelketten bauten ihre Aktivitäten deutlich aus, wobei Investitionen insbesondere sowohl im Luxussegment als auch im Budgetbereich getätigt wurden. Bezogen auf die Zielgebiete wurden die Hotelkapazitäten vor allem in Europa ausgeweitet, aber auch in Mexiko, der Karibik, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Asien war ein Zuwachs an verfügbaren Betten zu verzeichnen. Die durchschnittlichen Preise für Hotelzimmer bewegten sich nur leicht über dem Niveau des Vorjahres, während sich die Auslastungen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2006 zum Teil deutlich verbesserten.
Wettbewerb
Auch nach der erfolgten Konsolidierung in der europäischen Touristikindustrie durch die Fusion von Thomas Cook und MyTravel zur Thomas Cook Group PLC und der Zusammenführung von TUI und First Choice zur TUI Travel PLC in 2007 bleibt der Wettbewerb in diesem Markt stark diversifiziert. Wesentliche Wettbewerber sind zum einen Reiseveranstalter, die sowohl integrierte als auch nicht-integrierte Geschäftsmodelle verfolgen. Daneben nehmen Online-Vermittler, Hotelgesellschaften sowie Linien- und Low Cost-Fluggesellschaften eine wichtige Rolle, insbesondere bei dem Verkauf von Reisedienstleistungen über das Internet, ein. TUI Travel PLC ist das größte
Touristikunternehmen der Welt. An zweiter Stelle steht Thomas Cook. Weitere Hauptwettbewerber sind der Schweizer Konzern Kuoni, die britische Holidaybreak PLC sowie die Tourismussparte des deutschen REWE-Konzerns.
Das Wettbewerbsumfeld im Markt für TUI Hotels & Resorts ist durch eine steigende Popularität des All Inclusive-Konzeptes und einen anhaltenden Trend zur Entwicklung von Golf-, Spa-, Wellness- und Gesundheitsprodukten gekennzeichnet. Dabei spielt die Sensitivität der Gäste für Umweltfragen weiterhin eine bedeutende Rolle. TUI Hotels & Resorts gewährleistet durch die Entwicklung quellmarktbezogener Projekte nach den Bedürfnissen der Gäste eine hohe Gästezufriedenheit.
Geschäftsmodell
Die TUI Travel PLC bietet ihren Kunden eine Vielzahl von Produkten an.
Sie reichen von verschiedenen und teilweise exklusiven Pauschalreisen bis hin zu einem Portfolio von Spezialangeboten. Dabei werden die Bereiche
produktorientiert in Mainstream, Specialist, Activity und Online Destination Services unterschieden. Den größten Anteil am Geschäft bildet der Bereich Mainstream, der sämtliche Aktivitäten im Pauschalreisegeschäft vom Vertrieb über das Veranstaltergeschäft bis hin zum Flugbereich umfasst. Dieser setzt sich aus mehreren integrierten Touristikgruppen mit jeweils länderbezogener Ausrichtung zusammen. Durch einen hohen Anteil exklusiver und differenzierter Produkte in allen vier Bereichen, die über verschiedene Vertriebskanäle einschließlich des Internets abgesetzt werden, wird den Kunden Flexibilität und Auswahl geboten. Aus der starken Marktstellung resultieren Skaleneffekte, die in hohem Maße genutzt werden. Gleichzeitig werden Auslastungsrisiken durch die gezielte Vermarktung über mehr als 170 etablierte Marken und ein striktes Kapazitätsmanagement minimiert.
TUI Hotels & Resorts wird die eigenen Hotelkapazitäten in bestehenden und potenziellen Wachstumsdestinationen bei gleichzeitiger Schärfung der Angebotspalette weiter ausbauen. Neben dem Vertrieb über Reiseveranstalter wird durch den gezielten Auf- und Ausbau zusätzlicher Vertriebskanäle die Auslastung der konzerneigenen Hotels nicht nur in der Nebensaison optimiert und die hohe Ergebnisqualität abgesichert.
Strategie
Im Zuge der marktbezogenen Stärkung der Touristik-Sparte durch Schaffung der neuen TUI Travel PLC in 2007 und der strukturellen Veränderungen des gesamttouristischen Marktes ergeben sich folgende strategische Schwerpunkte:
- Realisierung der identifizierten Integrations- und Synergievorteile von nachhaltig 150 Mio. Britische Pfund p. a. aus der Fusion der TUI Touristik-Sparte mit der First Choice Holidays PLC.
- Erhöhung des Anteils an differenzierten Urlaubsprodukten und weitere Stärkung des Direktvertriebs über das Internet.
- Ausbau und Stärkung des margenstarken Spezialveranstaltergeschäfts.
- Überprüfung des kapitalintensiven Flugbereiches mit der Zielsetzung, eine geschäftsadäquate, flexible Flotten- und Finanzierungsstruktur herzustellen.
- Konzentration auf ein renditestarkes und differenziertes Hotelportfolio im Bereich TUI Hotels & Resorts.
Schifffahrt
Markt
Die Globalisierung spiegelt sich in der Marktentwicklung der Containerschifffahrt wider. Der zunehmende Welthandel, die fortschreitende Verlagerung der Produktion von West nach Ost, aber auch das überproportionale Wirtschaftswachstum in den ostasiatischen Schwellenländern sorgen für ein hohes Transportaufkommen insbesondere auf den Routen von und nach Asien. Darüber hinaus steigt der Anteil an Gütern, die in Containern transportiert werden, weiter an. Nachdem im Jahr 2006 weltweit 104 Mio. TEU transportiert wurden, wuchs diese Menge im Jahr 2007 um 8 % auf über 112 Mio. TEU (Quelle: Global Insight, September 2007).
In der Schifffahrtsbranche führte das hohe Niveau der ölpreisabhängigen Bunkerkosten zur Umsetzung Treibstoff sparender Maßnahmen. Da höhere Geschwindigkeiten bei Containerschiffen einen überproportionalen Bunkerverbrauch zur Folge haben, wurde damit begonnen, die Fahrtgeschwindigkeit der Schiffe auf ausgewählten Routen zu reduzieren. Um weiterhin die gleichen Abfahrtsfrequenzen anbieten zu können, müssen weitere Containerschiffe in den Liniendienst eingebracht werden.
Die Routen in der Containerschifffahrt werden nach Fahrtgebieten geordnet. Für die wesentlichen Fahrtgebiete ergab sich im Jahr 2007 folgende Entwicklung: Den größten Anteil am weltweiten Transportvolumen hatte im Jahr 2007 der innerasiatische Verkehr mit rund 24 Mio. TEU und einem Wachstum im Vergleich zum Vorjahr von rund 7 %. Das größte Wachstum von rund 15 % auf knapp 20 Mio. TEU wurde auf den Europa-Fernost-Routen erzielt. Mit rund 19 Mio. TEU bei einem Wachstum von 5 % folgte das Fahrtgebiet Transpazifik. Im Fahrtgebiet Atlantik wurden zwischen Europa und Nordamerika rund 6 Mio. TEU transportiert. Das kleinste Fahrtgebiet ist Lateinamerika mit rund 4 Mio. TEU. Eine Reihe von Unternehmen in der Containerschifffahrt hat sich zu internationalen Allianzen zusammengeschlossen. Zweck dieser Konsortien ist die gegenseitige Nutzung von Transportkapazitäten und die Koordination von Abfahrtzeiten. Dadurch ist es den Mitgliedern möglich, ihren Kunden eine größere Anzahl von Routen und höhere Frequenzen anzubieten. Die Hapag-Lloyd AG ist Gründungsmitglied der Grand Alliance, dem bedeutendsten Konsortium
in der Containerschifffahrt weltweit. Hapag-Lloyd stellt rund 35 % der gemeinschaftlich genutzten Kapazität.
Die Konzentration in der Containerschifffahrt setzte sich im Jahr 2007 mit einigen kleineren Übernahmen fort. Die Liste der größten Containerreedereien wird weiterhin angeführt von der dänischen Reederei Maersk mit einer Transportkapazität von knapp 1,8 Mio. TEU. Mit deutlichem Abstand folgt die Schweizer Mediterranean Shipping Co. (MSC) mit einer Transportkapazität von rund 1,2 Mio. TEU. Nach der französischen CMA CGM und der taiwanesischen Evergreen Line folgt Hapag-Lloyd mit einer Kapazität von 0,5 Mio. TEU als fünftgrößte Containerlinie der Welt.
Wettbewerb
Geschäftsmodell
Die Hapag-Lloyd AG ist ein global tätiges Unternehmen mit über 340 Büros in über 100 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Dabei sind die Schiffe der Hapag-Lloyd-Flotte auf 77 Routen auf allen Weltmeeren unterwegs. Insbesondere wird der volumenstarke Ost-West-Verkehr bedient. Dieser beinhaltet im Wesentlichen Transporte zwischen Nordamerika, Europa und Asien. Die Vertriebsorganisation ist weltweit nach der gleichen Struktur aufgebaut, dem so genannten „Blueprint-Modell“. Eng mit der Organisation verbunden ist das voll integrierte IT-Netzwerk. Die Geschäftsprozesse und deren Dokumentation sind hierin standardisiert. Das IT-Netzwerk stellt für alle Nutzer Daten in Echtzeit bereit und ermöglicht damit die kosten- und ertragsoptimierte Steuerung der Containerströme. Darüber hinaus helfen diese Komponenten bei der Ermittlung und dem Angebot maßgeschneiderter Lösungen für die individuellen Anforderungen der Kunden. Ebenso sichert das IT-Netzwerk die Informationsgewinnung für die Kunden und stellt die von Hafen- und Zollbehörden benötigten Daten zur Verfügung.
Neben dem reinen Seetransport von Containern bietet Hapag-Lloyd vorrangig die Organisation des weltweiten Haus-zu-Haus-Transportes an. Die Transportkette beginnt mit dem Transport des Containers vom Versender zu einem Seehafen. Dort schließt sich die Verschiffung zum Zielhafen an, und die Kette endet mit der Lieferung zum Bestimmungsort. Insbesondere die Transporte der Container zu oder von den Seehäfen – per Bahn, Lastkraftwagen oder Binnenschiff – werden überwiegend von Subunternehmen durchgeführt. Hapag-Lloyd ist dabei Hauptvertragspartner während des gesamten Transports und bietet dem Kunden darüber hinaus weitere Services wie die Zollabwicklung.
Strategie
In der Sparte Schifffahrt wird grundsätzlich eine Fortsetzung der bereits in den vergangenen Jahren begonnenen Wachstumsstrategie angestrebt. Dabei ist für die nächsten Jahre ein Kapazitätsaufbau von durchschnittlich 8 % p. a. der Containerschiffflotte geplant und durch entsprechende Investitionsprogramme unterlegt. Die Wachstumsstrategie wird von folgenden strategischen Ansatzpunkten begleitet:
- Gezielter Kapazitätsaufbau durch Investition in große Schiffsklassen.
- Hebung weiterer Effizienzvorteile durch eine homogene Flottenstruktur.
- Ausnutzung strategischer Optionen zu externem Wachstum im Zuge der fortschreitenden Konsolidierung des Marktes.
- Flexible Kapazitätssteuerung durch einen ausgewogenen Mix der Flottenfinanzierung zwischen Eigentum/Langfristcharter und Kurzfristcharter.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Allgemeine Entwicklung
Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich insbesondere im ersten Halbjahr 2007 fortgesetzt. Nach einer Abschwächung im zweiten Halbjahr wird durch den International Monetary Fund (IMF) ein Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsproduktes von insgesamt 5,2 % prognostiziert (IMF, World Economic Outlook, Oktober 2007). Vor allem die Immobilienkrise in den USA wirkte dabei dämpfend. Das Wachstum in den asiatischen Schwellenländern war weiterhin überproportional, während es sich für die Volkswirtschaften der USA, des Euroraumes sowie Japans schwächer zeigte als im weltweiten Durchschnitt. Neben der wirtschaftlichen Expansion in den Schwellenländern war ein deutlicher Anstieg der Produktion in den Industrieländern zu erkennen. Das Wachstum des Welthandels entwickelte sich stabil und wird durch den IMF für das Gesamtjahr mit 6,6 % prognostiziert. Es liegt damit über dem Wachstum der Weltwirtschaft.
Entwicklung in den Regionen
Amerika und Asien
Während das Wirtschaftswachstum in den USA in der ersten Jahreshälfte 2007 noch 2,3 % betrug, lag es für das Gesamtjahr bei lediglich 1,9 %. Verantwortlich dafür sind die Krise am US-amerikanischen Hypothekenmarkt und deren Auswirkungen auf den dortigen Immobiliensektor, in Folge derer die Nachfrage der Haushalte zurückging. Die Schwäche des US-Dollar wirkte sich zwar negativ auf Importe aus, förderte jedoch gleichzeitig den Exportsektor. Das Wachstum in Kanada lag im Jahr 2007 leicht über dem der USA. Japan war der Finanzkrise nicht so stark ausgesetzt, trotzdem wuchs die Wirtschaft etwas langsamer als im Vorjahr. Dazu trug unter anderem der schwache Yen bei. In den asiatischen Schwellenländern wurde das Wachstum erheblich von China mit 11,5 % und Indien mit 8,9 % getrieben. Insbesondere in der ersten Jahreshälfte wuchs die Wirtschaft in Asien außergewöhnlich schnell. Im Gesamtjahr lag das Wachstum in der Region bei 9,8 % und damit auf dem hohen Niveau des Vorjahres.
Euroraum
Das Wirtschaftswachstum des Euroraumes lag im Jahr 2007 bei 2,5 % und damit auf dem Niveau der entwickelten Volkswirtschaften. Das anhaltend hohe Zinsniveau sowie Ausläufer der US-Immobilienkrise wirkten sich in der zweiten Jahreshälfte verlangsamend auf das Wachstum aus. Trotz einiger dämpfender Rahmenfaktoren legte der private Konsum in der
ersten Jahreshälfte zu, allerdings etwas langsamer als im Vorjahr. Hier wirkten sich die Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland, Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Parlamentswahlen in Frankreich sowie der hohe Ölpreis aus. Insbesondere in Deutschland bestimmten diese Faktoren, neben gestiegenen Preisen für bestimmte Nahrungsmittel, die hohe Inflationsrate, unter deren Einfluss der private Konsum hier für das Gesamtjahr sogar leicht zurückging. Im übrigen Euroraum hat sich der private
Konsum für das Gesamtjahr dagegen stabil entwickelt.
Entwicklung in den Sparten
Touristik
In der Touristik hat sich das Wachstum der letzten Jahre auch im Jahr 2007 fortgesetzt. Im Vergleich zu 2006 stieg die Anzahl der Reisen gemäß United Nations World Tourism Organization (UNWTO, World Tourism Barometer, Oktober 2007, Januar 2008) um 6,1 %, gemessen an den weltweiten Ankünften. Damit ist das Jahr 2007 das vierte in Folge mit einem Wachstum über dem von der UNWTO prognostizierten langfristigen Durchschnitt. In den entwickelten Regionen im Euroraum sowie in Amerika verlief die Entwicklung stabil. Dabei wuchs der Markt für Geschäftsreisen hier schneller als der Touristikmarkt. Treibend für das weltweite Wachstum waren Asien, der Pazifikraum, Afrika und der Mittlere Osten mit Wachstumsraten über 7 %. Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man auf die Quellmärkte blickt. Während sich das Wachstum in den meisten Ländern des Euroraumes stabil zeigte, konnten viele Schwellenländer zweistellige Wachstumsraten verbuchen. Dabei hatte das hohe weltweite Wirtschaftswachstum einen starken positiven Einfluss. Die anhaltenden Turbulenzen an den Kapitalmärkten beeinträchtigten nicht die Entwicklung der Touristik im Geschäftsjahr 2007.
Schifffahrt
Die weltweite Entwicklung in der Containerschifffahrt war trotz steigender Bunkerpreise positiv. So wuchs das weltweite Transportvolumen um rund 8 % auf über 112 Mio. TEU (Global Insight, September 2007) und übertraf damit das prognostizierte Wachstum des Welthandels. Der Hauptmotor dieser positiven Entwicklung lag erneut in Asien und dort insbesondere in China. Der Grad der Containerisierung erhöhte sich leicht auf rund 71 % nach rund 70 % im Vorjahr. Die zuletzt stark rückläufigen Frachtraten konnten sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2007 deutlich erholen, wobei, bezogen auf das Gesamtjahr, im volumenstarken Europa-Fernost-Verkehr der höchste Anstieg verzeichnet werden konnte. Den steigenden Frachtraten standen allerdings auch weiterhin hohe Bunkerkosten gegenüber. Bei zeitweise über 500 USD/Tonne stieg der Bunkerpreis im Jahresdurchschnitt um rund 15 % gegenüber dem Vorjahr. Dazu kamen Infrastrukturprobleme, wie insbesondere die Überfüllung in den Häfen von Southampton und Rotterdam. Um Treibstoff zu sparen, wurde im Jahr 2007 begonnen, die Geschwindigkeit der Containerschiffe im Europa-Fernostverkehr zu verringern. Gleichzeitig wurden neue Containerschiffe in Dienst gestellt, um die Transportfrequenzen stabil zu halten. Ebenfalls im Jahr 2007 wurde der Grand Alliance-Vertrag um weitere zehn Jahre verlängert.
Bewertung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Insgesamt entsprach die konjunkturelle Entwicklung im Geschäftsjahr 2007 weitestgehend den Erwartungen des Vorstands und damit den in der
Planung unterstellten makroökonomischen Rahmenbedingungen. Dabei zeigte sich für beide Geschäftsfelder in der ersten Jahreshälfte eine eher verhaltene Entwicklung als zunächst erwartet, während sich das geschäftliche Umfeld in der zweiten Jahreshälfte durchgreifend verbesserte. Belastend für beide Kerngeschäftsfelder waren die im Jahresdurchschnitt weiter angestiegenen hohen Energiekosten für Kerosin und Bunker. In der Schifffahrt belastete der im Vergleich zum Euro schwache Kurs des US-Dollar. In der Touristik war insbesondere in der zweiten Jahreshälfte durch die konjunkturellen Erholungstendenzen im europäischen Wirtschaftsraum eine spürbare Verbesserung der Konsumentennachfrage zu beobachten. In der Schifffahrt waren im Zuge des insgesamt stabilen weltwirtschaftlichen Wachstums deutliche Erholungstendenzen des Gesamtmarktes im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.
