Prognosebericht Maßnahmenprogramm in der Touristik wird umgesetzt. Schifffahrt profitiert durch Synergien.
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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Gesamtwirtschaftliche Situation
Allgemeine Entwicklung
Experten gehen davon aus, dass sich der Anstieg der Weltwirtschaft auch in den kommenden Jahren auf einem vergleichbaren Niveau wie in den Vorjahren bewegen wird. Der International Monetary Fund (IMF, World Economic Outlook, Oktober 2007) rechnet jedoch, wie auch schon für das Jahr 2007, mit einer leichten Abschwächung. So prognostiziert er ein Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsproduktes von 4,8 % in 2008. Dies bedeutet eine Verlangsamung, die im Wesentlichen durch die Immobilienkrise in den USA und wie schon im Vorjahr durch den steigenden Ölpreis und Inflationstendenzen ausgelöst wird. Insbesondere wird erwartet, dass die Immobilienkrise nun auch große Unsicherheiten an den weltweiten Finanzmärkten nach sich zieht. Für den Ölpreis prognostiziert der IMF derzeit einen Anstieg um 9,5 % in 2008. Wie bereits in 2007 wird auch in 2008 der Welthandel mit 6,7 % stärker wachsen als die Weltwirtschaft. Für die Jahre 2009 bis 2012 erwarten die Experten ein durchschnittliches Wachstum der Weltwirtschaft von jährlich 5,1 %, während der Welthandel um 7,2 % ansteigen soll.
Entwicklung in den Regionen
Bei Betrachtung der einzelnen Wirtschaftsregionen zeigt sich in allen Regionen ein stabiles, teilweise leicht abgeschwächtes Wachstum. Für die USA wird die Zunahme des Bruttoinlandsproduktes für 2008 durch den IMF auf 1,9 % prognostiziert. Dies entspricht derzeit auch der Prognose für 2007. Insgesamt wird hier eine Abkühlung der Nachfrage bedingt durch eine striktere Kreditvergabe erwartet. Dies gilt insbesondere für den Immobilienmarkt und die damit verbundenen Sektoren. Das Wachstum im Euroraum wird für 2008 auf 2,1 % geschätzt und liegt damit etwas niedriger als die Prognose für 2007. Als Wachstumsrisiken wird dabei neben dem volatilen Ölpreis und einer Verlangsamung des Wachstums in den USA ebenfalls eine erwartete striktere Kreditvergabe durch die Banken gesehen. Auch in Asien wird eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums erwartet. So entwickelt sich die konjunkturelle Dynamik in Japan mäßig, und das prognostizierte Wirtschaftswachstum schwächt sich auf 1,7 % ab. Dagegen wächst die Wirtschaft in den asiatischen Schwellenländern mit 8,8 % noch immer überdurchschnittlich. Vorreiter ist hier China mit 10,0 %, gefolgt von Indien mit 8,4 % geschätztem Wachstum in 2008. Dämpfend könnte sich hier allerdings eine Senkung der europäischen bzw. amerikanischen Nachfrage in Folge der Unsicherheit auf den Finanzmärkten auswirken.
Erwartete Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts
| Veränderung in % | 2007 | 2008 |
|---|---|---|
| Welt | 5,2 | 4,8 |
| Euroraum | 2,5 | 2,1 |
| Deutschland | 2,4 | 2,0 |
| Großbritannien | 3,1 | 2,3 |
| Frankreich | 1,9 | 2,0 |
| USA | 1,9 | 1,9 |
| Japan | 2,0 | 1,7 |
| China | 11,5 | 10,0 |
| Indien | 8,9 | 8,4 |
| Ostasiatische Schwellenländer | 9,8 | 8,8 |
Quelle: International Monetary Fund, World Economic Outlook, Oktober 2007
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© TUI AG Geschäftsbericht 2007 |
Marktentwicklung in den Sparten
Touristik
Wie bereits in den Vorjahren wird durch die World Tourism Organization (UNWTO, World Tourism Barometer, Januar 2008) für das Jahr 2007 ein beschleunigtes Wachstum des weltweiten Reisemarktes mit rund 6 % prognostiziert. Auf Grund einer hohen wirtschaftlichen Unsicherheit sowie
eingetrübter ökonomischer Rahmenbedingungen soll sich das Wachstum in 2008 jedoch lediglich zwischen 3 % und 4 % bewegen. Zu diesen Rahmenbedingungen zählen unter anderem auch der Kurs des US-Dollar sowie der hohe Rohölpreis. Das schwächste Wachstum wird mit 1 % bis 3 % für Nord- und Südamerika erwartet. Verantwortlich dafür ist die wirtschaftliche Lage in Nordamerika, von wo aus rund zwei Drittel der Reisen in diese Region gebucht werden. Das erwartete Wachstum des Reisemarktes im Euroraum liegt dagegen mit 3 % bis 4 % auf dem Niveau des weltweiten Durchschnitts und kann dabei insbesondere von guten Wechselkursen des Euro profitieren. Die stärksten Wachstumsraten zwischen
6 % und 10 % werden in den Regionen Asien und Pazifik sowie dem
Mittleren Osten und Afrika erwartet.
Schifffahrt
Global Insight prognostizert für das Jahr 2008 eine Zunahme des Transportvolumens in der Containerschifffahrt um 7,3 % auf rund 120 Mio. Standardcontainer (TEU). Dies liegt unter anderem in einem stetigen Wachstum des Welthandels begründet, welches der International Monetary Fund (IMF) für das Jahr 2008 auf 6,7 % schätzt. Dieser vor allem durch die asiatischen Volkswirtschaften getriebenen positiven Entwicklung steht ein erhöhter Kostendruck gegenüber. So wird derzeit für 2008 von weiter steigenden Bunker- und Energiekosten ausgegangen.
Entwicklung der Ertragslage
Touristik
Geschäftsverlauf
Im Geschäftsjahr 2007 konnte die Touristik-Sparte erneut ein Gästewachstum verzeichnen. Bereinigt um die erstmalige zeitanteilige Einbeziehung von First Choice resultierte der Anstieg insbesondere aus dem deutschen Markt und betraf sowohl den Verkauf von Veranstalterreisen als auch von Reisekomponenten, insbesondere Flugeinzelplätzen. Für die Folgejahre werden Wachstumsimpulse bei Veranstalterreisen vornehmlich in der Fernstrecke erwartet. Badepauschalreisen in Ziele rund um das Mittelmeer werden sich dagegen auf hohem Niveau stabilisieren. Während die Bedürfnisse der Urlauber immer individueller werden und die Nachfrage nach Spezial- und Nischenangeboten steigt, unterliegen Standardprodukte weiterhin einem starken Preiswettbewerb. Daher liegt das strategische Schwergewicht der TUI in 2008 neben einer flexiblen Kapazitätspolitik auf der Gestaltung individueller Urlaubsreisen und differenzierter Produkte für den Kunden. Dies soll über eine hohe Produktqualität und die Schaffung von Alleinstellungsmerkmalen aus Sicht des Kunden erreicht werden. Zu diesem Zweck werden die Hotelexklusivitäten in allen Märkten verstärkt. Durch diese, aus Sicht der TUI wesentlichen, Erfolgskriterien wird die Werthaltigkeit des Mainstreamgeschäfts bei moderatem Wachstum deutlich erhöht. Der Bereich Spezialgeschäft, der unter anderem Premium- und Bausteinprodukte umfasst, wird ebenfalls weiter ausgebaut.
Umsatz
Ausgehend von einem Umsatz im Geschäftsjahr 2007 in Höhe von rund 16 Mrd. € wird im Geschäftsjahr 2008 eine Umsatzsteigerung auf rund 19 Mrd. € angestrebt. Der Zuwachs resultiert wesentlich aus der erstmalig ganzjährigen Einbeziehung der Aktivitäten von First Choice, während das originäre Umsatzwachstum entsprechend der geplanten Kapazitäts- und Qualitätsstrategie moderat ausfallen wird.
Ertragslage
Für 2008 wird sowohl für die TUI Travel PLC als auch für TUI Hotels & Resorts ein Anstieg des Ergebnisses erwartet. Wesentliche Ergebnistreiber bei der TUI Travel PLC sind die erwarteten Synergien aus der Zusammenführung von TUI und First Choice, Margenverbesserungen durch die eingeleiteten Kapazitäts- und Produktmaßnahmen im Bereich Mainstream sowie ein weiteres Wachstum der Bereiche Specialist Holidays, Activity Holidays und Online Destination Services. TUI Hotels & Resorts plant eine weitere Steigerung der Übernachtungen, die von der erwarteten positiven Entwicklung in Fernzielen sowie im östlichen Mittelmeer getragen wird. Ausserdem soll das Drittgeschäft deutlich ausgebaut werden. Der durchschnittliche Erlös pro Bett soll leicht ansteigen.
Ausgehend vom Ergebnisziel für die ehemaligen touristischen Einheiten der TUI unter Einbezug der zukünftig erwarteten Ergebnisbeiträge der First Choice sowie erster Synergieerfolge und unter Berücksichtigung eines Margenrisikos durch die Zunahme der Wettbewerbsintensität sowie erhöhter Rohstoffpreise erwartet die TUI für die Touristik eine deutliche Erhöhung des Ergebnisses.
Schifffahrt
Geschäftsverlauf
Insgesamt wird für Containertransporte weltweit ein weiteres Anziehen der Geschäfte erwartet. Mit einem Zuwachs von rund 7 % soll das Wachstum erneut über jenem des Welthandels liegen. Dies ist insbesondere auf die weiterhin positive Entwicklung des chinesischen Exportmarktes – als entscheidendem Faktor für die Fernost- und Transpazifik-Verkehre – zurückzuführen. Daneben wird über alle Fahrtgebiete von einem Anstieg der Frachtraten ausgegangen. Nach der abgeschlossenen Integration von CP Ships will Hapag-Lloyd einen über dem Marktwachstum liegenden Zuwachs bei den Transportmengen realisieren. Risiken liegen in diesem Zusammenhang zum einen in der noch nicht abschließend zu beurteilenden Auswirkung der Finanzmarktkrise auf die Entwicklung des Welthandels. Zum anderen spielt auch die Entwicklung des Preises für Schiffsbunker für die Ertragssituation eine Rolle. Der Bunkerpreis war in den letzten Jahren durch einen stetigen Anstieg gekennzeichnet.
Umsatz
Vor dem Hintergrund der erwarteten Entwicklung der Transportmengen und dem Anziehen der durchschnittlichen Frachtraten ist davon auszugehen, dass der Umsatz der Schifffahrt-Sparte zunehmen wird. Ausgehend vom Umsatz des Geschäftsjahres 2007 in Höhe von 6,2 Mrd. € ist – abhängig von der Kursentwicklung des US-Dollar zum Euro – eine Steigerung auf rund 7 Mrd. € im Geschäftsjahr 2008 möglich.
Ertragslage
Durch die Erreichung der vollen Synergiepotenziale aus der Integration von CP Ships im Jahr 2008 in Höhe von 220 Mio. € erwartet TUI auch bei nur moderaten Mengenzuwächsen und bei nur leichter Erholung des Frachtratenniveaus in 2008 für die Schifffahrt ein deutlich verbessertes Ergebnis.
TUI Konzern
Der Konzernumsatz soll auf der Basis der höheren Umsatzerwartungen in der Touristik und der Schifffahrt steigen, ausgehend vom Umsatz des Vorjahres in Höhe von knapp 22 Mrd. € auf rund 26 Mrd. €.
TUI AG
Vor dem Hintergrund der prognostizierten Geschäfts- und Ertragsentwicklung des TUI Konzerns kann erwartet werden, dass die TUI AG als Obergesellschaft des Konzerns ausreichende Ergebniszuflüsse aus ihren Beteiligungsgesellschaften erhält, um für 2008 wiederum eine Dividende ausschütten zu können.
Entwicklung der Finanzlage
Finanzierung
Die Netto-Verschuldung des Konzerns belief sich am Bilanzstichtag auf
3,9 Mrd. €. Ausgehend von einer erwarteten Steigerung der Ertragskraft des Konzerns sowie den geplanten Investitionsprogrammen in der Touristik und Schifffahrt kann von einer rückläufigen Entwicklung der Netto-Verschuldung für das Jahr 2008 ausgegangen werden.
Investitionen
Auf Grund bereits getroffener Investitionsentscheidungen und geplanter Projekte erwartet TUI für das Geschäftsjahr 2008 einen Finanzmittelbedarf von rund einer Milliarde Euro. Der überwiegende Teil ist für Investitionen in Sachanlagen vorgesehen. Rund 60 % der vorgesehenen Gesamtinvestitionen entfallen auf die Sparte Touristik. Rund zwei Drittel der Investitionen in der Touristik entfallen auf die TUI Travel PLC, das verbleibende Drittel ist für den weiteren Ausbau des Hotelbereichs vorgesehen. In der Schifffahrt beansprucht der Ausbau der Containerschiffflotte den größten Teil der Finanzmittel. Der Anteil der Schifffahrt beträgt rund 40 % der vorgesehenen Gesamtinvestitionen des Konzerns. Weitere Projekte oder Akquisitionen werden nur erwogen und umgesetzt, wenn sich attraktive Gelegenheiten ergeben oder es die geschäftliche Entwicklung gebietet.
Gesamtaussage der voraussichtlichen Entwicklung
Insgesamt kann durch die Realisierung der geplanten Synergien im Zuge der Fusion der touristischen Einheiten des TUI Konzerns mit der First Choice sowie einer erwarteten Frachtratenerholung und weiteren Verbesserung des Produktivitätsniveaus in der Schifffahrt von einer Steigerung der Ertragskraft des Konzerns im Geschäftsjahr 2008 ausgegangen werden. Die Ergebnisentwicklung kann dabei von einer möglichen Folgewirkung der aktuellen Finanzmarktkrise auf die operativen Geschäfte negativ beeinflusst werden.
