Rede von Herrn Dr. Michael Frenzel, Vorsitzender des Vorstands TUI AG Hauptversammlung am 7. Mai 2008 in Hannover
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I. Geschäftsverlauf 2007
II. Laufendes Geschäft, I. Quartal
III. Strategie und Zukunft
– Es gilt das gesprochene Wort –
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
herzlich willkommen zur Hauptversammlung der TUI AG. Meine Vorstandskollegen und ich freuen uns über Ihr zahlreiches Erscheinen und das Interesse, das Sie damit der TUI entgegenbringen.
Noch nie war eine Hauptversammlung der TUI AG so sehr im öffentlichen Blickpunkt wie diese. Und dies nicht deshalb, weil unsere Ergebnisse oder die Aktienperformance in 2007 schlecht gewesen wäre. Im Gegenteil. Die öffentliche Diskussion zentriert sich auf die angeblich gegenläufige Position unserer beiden großen Aktionärsgruppen. Ich meine, zu Unrecht.
Natürlich durchlaufen wir derzeit eine Phase, dass nach dem Beschluss sich von der Containerschifffahrt zu trennen, auch unsere Aktionärsstruktur sich umschichtet.
Da ist die große Gruppe derjenigen Investoren, die langfristig an der weiteren Entwicklung der TUI AG als touristisches Unternehmen interessiert sind. Da ist zum anderen diejenige Gruppe, die eher kurzfristig an einer optimalen Verwertung der Containerschifffahrt interessiert ist.
Wir als Vorstand sind allen Aktionären verpflichtet, und nach intensiven Diskussionen mit dem Aufsichtsrat der TUI AG sehe ich auch im Aufsichtsrat kein anderes Bild. Dies war im Übrigen der Grund, dass der Aufsichtsrat bereits im Januar beschlossen hat, den Schifffahrtsinteressenten ein Mandat anzubieten. Wir sind überzeugt, dass die Trennung von Hapag-Lloyd im Interesse aller Aktionäre zügig und mit optimalem Ergebnis umgesetzt werden kann und dass am Ende des Prozesses eine gestärkte TUI AG steht, die Hapag-Lloyd mit neuen Eigentumsstrukturen in die Zukunft entlassen wird und Spielraum bleibt, alle unsere Shareholder am realisierten Wert teilhaben zu lassen, d.h. im Klartext: Wir werden unsere Aktionäre angemessen am Erlös beteiligen.
Die derzeit geführte, personalisierte Diskussion ist aus meiner Sicht nicht im Interesse des Unternehmens, sie bindet derzeit einen Teil unserer Kräfte, wird uns aber nicht davon abhalten, zügig die Trennung umzusetzen.
Es ist nicht meine Rolle, den Aufsichtsrat zu bewerten. Lassen Sie mich nur soviel sagen: Wir haben den Aufsichtsrat stets als kritischen Sparingspartner erlebt, mit dem wir in vielen, zum Teil ganztägigen Klausurtagungen um unsere Strategie gerungen haben und der den Weg dieses Unternehmens entscheidend geprägt hat, was auch dadurch deutlich wird, das nicht jede wichtige Entscheidung einvernehmlich getroffen werden konnte.
Lassen Sie uns heute diese Diskussion beenden, denn es geht um die Zukunft Ihres Unternehmens, es geht um den Wert Ihrer Aktien und es geht auch um die Motivation von über 68.000 Mitarbeitern, die derzeit hoch verunsichert sind, was die Zukunft der TUI AG angeht.
Zur Versachlichung der Diskussion möchte ich Ihnen ausführlich berichten, wo Ihre TUI heute steht und welche Pläne Vorstand und Aufsichtsrat für die strategische Entwicklung des Konzerns haben, so dass Sie sich Ihr eigenes, orginäres Bild machen können. Bevor wir dazu kommen, gehe ich zunächst auf das Jahr 2007 und die Eckdaten zum Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2008 ein.
I. Geschäftsverlauf 2007
Vor einem Jahr hatte ich Ihnen von dieser Stelle aus ein besseres Jahr 2007 gegenüber 2006 angekündigt. Dieses Versprechen haben wir erfüllt. Beide Sparten des Konzerns, Touristik und Schifffahrt, haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich besser entwickelt als im Vorjahr. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem Engagement zur positiven Entwicklung unseres Unternehmens beigetragen haben.
Der Erfolg spiegelt sich besonders im operativen Konzernergebnis des Jahres 2007 wider, das sich erheblich verbessert hat und mit 616 Millionen Euro um 37 Prozent über Vorjahr liegt. Dieser Ergebnissprung versetzt uns in die Lage, Ihnen wieder eine Dividendenausschüttung mit einem Betrag von 25 Cent pro Aktie vorschlagen zu können.
Die positive Geschäftsentwicklung hat sich im ersten Quartal des Jahres 2008 fortgesetzt. Die internationale Bankenkrise und die Schockwellen an den Finanzmärkten haben bei der TUI bislang keine nachhaltigen Folgen gehabt. Unser operatives Geschäft entwickelt sich gut, der Kurs der TUI Aktie, die schon in 2007 besser als der DAX performt hat, lag auch in den letzten Monaten deutlich über der Entwicklung des DAX.
Es ist in den letzten Wochen sehr viel über die langfristige Performance der TUI Aktie diskutiert worden. Beispielsweise wurde die Rechnung aufgemacht, dass seit 1994 der Wert der Aktie stagniert, während sich der DAX verdoppelt habe. Richtig ist aber auch, dass bis zum 11. September 2001, diesem schrecklichen Einschnitt insbesondere für die Tourismusbranche, unsere Kursentwicklung deutlich über der DAX-Entwicklung lag. Der Markt hat seinerzeit unseren Konzernumbau honoriert.
Verloren haben wir dramatisch und überproportional in den Krisenjahren 2002 und 2003, in dem in Folge des 11. Septembers unser Tourismusgeschäft wegbrach und wir uns branchenbedingt deutlich negativer entwickelten als andere Unternehmen. Seit dem 12. März 2003, dem Tiefpunkt der Kursentwicklung im DAX, hat sich nach einer externen Analyse der FAZ unser Kurs mit einer Steigerung um fast 130 Prozent mehr als verdoppelt; damit liegen wir im Mittelfeld der positiven Wertentwicklung aller DAX Unternehmen.
Mir war dieser Hinweis wichtig, um neben die nüchternen Zahlen, auch die Ursachen für diese Entwicklung zu stellen und auf die Relativität der jeweiligen Betrachtungszeiträume hinzuweisen. Natürlich hätte ich mir – wie Sie – eine insgesamt bessere Entwicklung gewünscht, die in unserem Branchenumfeld schwierig war. Wichtiger als diese Vergangenheitsbewältigung ist für uns der Blick nach vorne. Hier sehen wir uns klar in der Verpflichtung, durch eine weitere nachhaltige Verbesserung unserer Ergebnisse die positive Entwicklung unseres Aktienkurses des letzten Jahres weiter zu festigen.
Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich nun zu meinem detaillierten Überblick über das Jahr 2007 kommen, um anschließend die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2008 zu erläutern. Der Schwerpunkt meiner Rede wird natürlich die weitere strategische Entwicklung des Konzerns sein. Wir haben sowohl in 2007 als auch in den ersten Monaten 2008 entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft der TUI getroffen.
Zunächst also zum Jahr 2007: In der Touristik konnte der Gewinn des Vorjahres trotz schwieriger Marktbedingungen in der ersten Jahreshälfte deutlich übertroffen werden. Bereinigt um die Sondereinflüsse stieg das operative Ergebnis der Touristik um 14 Prozent auf 449 Millionen Euro. Darin spiegeln sich die in den Vorjahren durchgeführten Ergebnisverbesserungsmaßnahmen wider. Gemeinsam mit unserer Wachstumsstrategie im Hotelbereich haben diese uns geholfen, besser abzuschließen als im Vorjahr. Da in diesen Zahlen zeitraumbedingt keine Ergebnisanteile von First Choice enthalten sind, bestätigt dieser Ergebnisanstieg die Ertragskraft unserer in den Merger eingebrachten Aktivitäten eindrucksvoll. Die TUI Touristik hat nach mehreren mageren Jahren wieder ein ordentliches Gewinnniveau erreicht.
Richtungweisend für die strategische Fortentwicklung der Touristik war in 2007 die Gründung der TUI Travel PLC durch die Fusion der Touristik-Sparte des Konzerns mit der britischen First Choice Holidays PLC. Wir haben sämtliche Vertriebs- und Veranstalteraktivitäten der Quellmärkte, die dazugehörigen Fluggesellschaften sowie die Zielgebietsagenturen auf die TUI Travel PLC übertragen und seitens First Choice wurde deren gesamtes Geschäft in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht. Die TUI AG erhielt einen Anteil von 51 Prozent an der neuen Gesellschaft und die Aktionäre von First Choice entsprechend einem Anteil von 49 Prozent. Das neue Unternehmen TUI Travel ist in London notiert und hat auf Anhieb den Sprung in den FTSE 100, den Leitindex der Londoner Börse, geschafft. Die Projektteams von TUI und First Choice, die die Verschmelzung vergangenes Jahr abgewickelt haben, haben einen exzellenten Job gemacht. Ich möchte mich für diese professionelle Arbeit bei den beteiligten Mitarbeitern bedanken.
Das neue Unternehmen TUI Travel ist in 180 Ländern weltweit aktiv und betreut über 30 Millionen Kunden. Es ist mit großem Abstand das führende Touristikunternehmen in der Welt – das gilt für den Umsatz wie die Erträge. Mit TUI Travel haben wir die strukturellen Voraussetzungen geschaffen, in einem wettbewerbsintensiven Umfeld das Pauschalreisegeschäft noch effektiver aufzustellen und das margenstarke Spezialgeschäft weiter auszubauen. Wir kombinieren also die Vorteile von Größe mit der Margenstärke der Spezialisierung.
Die Maßnahmenpakete zur Zusammenführung der Aktivitäten beider Gesellschaften in den Märkten und zur nachhaltigen Ergebnissteigerung sind definiert, erste Erfolge bereits realisiert. Neben den Kostensenkungsaspekten, beispielsweise aus der Neuausrichtung des Vertriebs, der Reorganisation der Reiseveranstalter und der Fluggesellschaften in England sowie der Harmonisierung der IT-Systeme liegt das hohe Potenzial von TUI Travel vor allem darin, dass wir die Stärken der ehemaligen First Choice im Bereich der Spezialisten und der Aktivurlaube über eine weitaus größere Vertriebsplattform anbieten können. Obwohl natürlich auch die Synergien, die wir bereits nach wenigen Monaten von jährlich 100 Millionen GBP auf 150 Millionen GBP anheben konnten, erheblich unsere künftige Rentabilität verbessern werden. Mit der Realisierung kommen wir gut voran – sie wird bis 2010 abgeschlossen sein. Der Zusammenschluss gibt uns eine neue Plattform, in einem sich ändernden Markt erfolgreich zu wachsen. Wir können mit Stolz sagen: TUI Travel ist fit für die Zukunft.
TUI Hotels & Resorts als größter Ferienhotelanbieter in Europa bleibt ein Kernbereich der TUI AG und wir werden die eigenen Hotelkapazitäten in bestehenden und potentiellen Wachstumsdestinationen weiter ausbauen. Unsere Hotelsparte hat sich im vergangenen Geschäftsjahr wiederum sehr gut entwickelt und die Ergebnisse sind auch im Vergleich zu unserem Touroperatorgeschäft noch deutlicher angestiegen. Das operative Ergebnis stieg mit 19 Prozent auf 146 Millionen Euro. Wir sehen das Potenzial in den nächsten Jahren, dieses Ergebnis kontinuierlich weiter zu steigern. Schon heute ist das Standbein TUI Hotels & Resorts erfreulich ertragsstark.
Meine Damen und Herren,
wir haben die Touristik auf eine neue Ebene gebracht, die sehr gute Perspektiven in der Zukunft verspricht.
Dies gilt auch für die Schifffahrt:
Unsere Containerschifffahrt hat in 2007 den operativen turnaround geschafft und deutlich besser als im Vorjahr abgeschnitten. Trotz gestiegener Bunkerkosten und der Schwäche des Dollar-Kurses konnten wir unser Ergebnis, dank der exzellenten Produktivität von Hapag-Lloyd, kräftig steigern. Das bereinigte Ergebnis der Hapag-Lloyd lag mit 197 Millionen Euro um rund 90 Millionen Euro oder rund 121 Prozent deutlich über dem Vorjahresergebnis. Dieser Sprung beim Gewinn gelang uns, obwohl die Frachtraten im Jahresdurchschnitt noch hinter denen des Vorjahres zurückblieben. Im Ergebnisswing von Hapag-Lloyd wirken sich die realisierten Synergieeffekte der in 2005 erworbenen Containerlinie CP Ships spürbar aus. Hapag-Lloyd ist mit dem erfolgreichen Abschluss der Integration von CP Ships in die Weltspitze der Containerschifffahrt aufgerückt und damit exzellent aufgestellt.
Auch der Zentralbereich zeigt sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Auf vergleichbarer Basis verbesserte sich das bereinigte Ergebnis um 36 Millionen Euro auf einen Negativbetrag von rund 30 Millionen Euro. Ursächlich hierfür waren zum einen die drastischen Kostensenkungsmaßnahmen in der Zentrale sowie positive Ergebnisbeiträge aus der Bewertung von derivativen Finanzsicherungsinstrumenten. Wir haben – meine Damen und Herren – in der Holding unsere Mitarbeiterzahl von 420 auf 120 in den Zentralfunktionen reduziert und sind damit schlank aber schlagkräftig aufgestellt. Dieser Personalabbau ist uns verantwortlich und in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat gelungen.
Soweit einige Kernzahlen vorab. Herr Feuerhake wird im Anschluss an meine Ausführungen noch ausführlicher auf den Jahresabschluss 2007 eingehen.
Bevor ich auf die strategische Entwicklung des Konzerns eingehe, einige Anmerkungen zum Geschäftsverlauf im laufenden Jahr.
II. Laufendes Geschäft, I. Quartal
Der positive Trend des Jahres 2007 setzt sich fort. Wir werden in der kommenden Woche unseren Bericht über das erste Quartal vorlegen und ich darf Ihnen bereits heute vorab folgende Kennzahlen mitteilen.
Beim Umsatz konnten wir im ersten Quartal 2008 mit einem Wachstum von 24 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro deutlich zulegen. Das Umsatzwachstum wurde von allen touristischen Segmenten getragen, wobei insbesondere durch die Einbeziehung der ehemaligen First Choice deutliche Umsatzsteigerungen erzielt werden konnten. Die Schifffahrt konnte beim Umsatz ebenfalls zulegen. Wesentliche Treiber hierfür waren gesteigerte Frachtraten.
Das operative Ergebnis des Konzerns verbesserte sich im ersten Quartal deutlich. Der für den Geschäftsverlauf typische Verlust verringerte sich um 21 Prozent auf -196 Millionen Euro. Das Ergebnis der Touristik verbesserte sich damit trotz der erstmaligen Berücksichtigung des saisontypischen negativen Ergebnisbeitrages der ehemaligen First Choice Aktivitäten in Höhe von -83 Millionen Euro, um rund 1 Prozent. Bereinigt um die Belastung aus First Choice verbesserte sich die „alte“ TUI Touristik um rund 37 Prozent, ein sichtbarer Beleg auch für die deutlich verbesserte Ertragslage der „alten“ TUI Touristik. Die Schifffahrt konnte das operative Ergebnis trotz spürbarer Belastungen durch das gestiegene Energiepreisniveau sowie den schwächeren US-Dollar Wechselkurs deutlich steigern.
Mit dem ersten Quartal können wir also durchaus zufrieden sein. Ich darf Ihnen auch im Namen meiner Vorstandskollegen versichern: Wir werden alles tun, damit dieser positive Trend anhält.
Natürlich drängen sich angesichts der aktuellen Finanzmarktkrise Fragen auf:
Wie sehr zum Beispiel beeinflusst die Krise des Immobilien- und Finanzsektors in den USA sowie der anhaltende Preisauftrieb beim Rohöl den Welthandel im Jahr 2008 und damit indirekt auch die Geschäfte von Hapag-Lloyd als einer der führenden Containerreedereien der Welt? Und: Lassen sich die Verbraucher in den europäischen Märkten – vor allem in Großbritannien – in ihren Urlaubsgewohnheiten beeinflussen?
Nun, die Markt- und Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten ein moderates Nachlassen des konjunkturellen Wachstums, auch wenn das weltweite Expansionstempo immer noch beträchtlich und die Grundtendenz nach wie vor aufwärtsgerichtet ist. Im Euroraum wirkt zudem die Aufwertung der Gemeinschaftswährung dämpfend. Dennoch wird die Wirtschaft auch hier weiter wachsen, wobei die Experten davon ausgehen, dass die Zuwachsraten unterhalb des langfristigen Trends liegen werden.
Besser als diese Studien ist ein Blick auf unsere aktuellen Buchungszahlen in der Touristik, die sich weiterhin unverändert stark zeigen. Quer durch Europa sind wir gut unterwegs und lassen ein gutes Jahr mit verbesserter Preisqualität erwarten. In Deutschland zum Beispiel verkaufen wir zurzeit besonders viele Reisen zum margenstarken Katalogpreis. Ein Blick auf die ersten Vorausbuchungen für die Wintersaison 2009 in UK und Skandinavien zeigt zum jetzigen Zeitpunkt eine Fortsetzung dieses Trends. Zusammengefasst zeigt uns das, dass sich die Verbraucher ganz offensichtlich beim Thema Urlaub und Reise nicht negativ beeinflussen lassen. Urlaub ist ein Grundbedürfnis. Am Urlaub wird - wenn überhaupt - dann eher zuletzt gespart.
Für das Geschäftsjahr 2008 erwarten wir daher eine deutliche Steigerung der Ergebnisse in allen Touristikaktivitäten.
Aufgrund der bereits eingeleiteten Kapazitätsanpassungen bei TUI Travel - vor allem für den deutschen und britischen Markt - dürfte das Umsatzwachstum im Wesentlichen aus der ganzjährigen Einbeziehung der First Choice Aktivitäten rühren. Als Ergebnistreiber bei TUI Travel sehen wir:
- die zu erwartenden Synergieeffekte
- Margenverbesserungen im so genannten Mainstreamgeschäft
- und Wachstum in den Bereichen Specialist und Activity Holidays sowie im Bereich Online Destination Services.
Auch für TUI Hotels & Resorts rechnen wir für das laufende Jahr mit einer positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Unter anderem soll dies durch eine weitere Steigerung der Übernachtungen insbesondere im östlichen Mittelmeer und durch einen Anstieg der durchschnittlichen Erlöse pro Bett erreicht werden.
Eine gleichsam erfreuliche Entwicklung erwarten wir für die Kreuzfahrten, die ab dem Geschäftsjahr 2008 der Touristik zugeordnet sind. Unterm Strich bedeutet das, dass wir für die Touristiksparte des Konzerns - trotz einer Zunahme der Wettbewerbsintensität sowie der Gefahr erhöhter Rohstoffkosten - mit einer deutlichen Erhöhung des Ergebnisses im laufenden Geschäftsjahr rechnen.
Und damit zur Schifffahrt: Hapag-Lloyd konnte im ersten Quartal 2008 einen deutlichen Anstieg des Frachtratenniveaus gegenüber Vorjahr durchsetzen. Hier rechnen wir mit einer weiteren Fortsetzung des Trends. Dagegen lagen die transportieren Mengen nur knapp über Vorjahr und noch unter den Erwartungen, was auch auf ein Abschwächen der Atlantikverkehre zurückzuführen war. Die Auswirkungen der Finanzmarktkrise sind auf den Diensten nach Nordamerika spürbar. Dagegen beflügelt der günstige US-Dollar die Exporte aus den USA.
Hapag-Lloyd ist jetzt bestens aufgestellt. Durch die Erreichung der vollen Synergiepotenziale in Höhe von rund 220 Millionen Euro in 2008 erwarten wir trotz leicht eingetrübter Umfeldfaktoren weiterhin eine deutliche Steigerung des Ertragsniveaus im Vergleich zum Vorjahr.
Insgesamt kann sowohl durch die erwartete Steigerung des Ergebnisses in der Touristik sowie durch die weitere Erholung der Schifffahrt von einer Verbesserung der Ertragskraft des Konzerns ausgegangen werden. Diese Aussage treffen wir trotz der sich in wichtigen Märkten eintrübenden Konjunkturaussichten. Die TUI ist heute wetterfester als noch in den vergangenen Jahren.
III. Strategie und Zukunft
Sehr geehrte Damen und Herren,
lassen Sie mich nun auf die strategische Entwicklung des Konzerns eingehen. Unser Geschäftsmodell stand ja im Vordergrund der öffentlichen Diskussion in den vergangenen Monaten.
Gestatten Sie mir zur richtigen Einordnung einen kurzen Rückblick.
Als wir 1997 sämtliche Anteile der Hapag-Lloyd AG erworben haben, standen die touristischen Aktivitäten der Hapag-Lloyd im Mittelpunkt unseres Interesses: die 30 Prozent-Beteiligung an dem deutschen Reiseveranstalter Touristik Union International, die Fluggesellschaft Hapag-Lloyd Flug und die Reisebüros. Die Akquisition von Hapag-Lloyd war unser erster Schritt in die Touristik und unser Ziel war es, durch die Übernahme der anderen 70 Prozent an der Touristik Union sowie weiterer Zukäufe im In- und Ausland das führende Touristikunternehmen weltweit aufzubauen.
Dieses Ziel haben wir erreicht. Bereits 2001 erzielten wir in der Touristik Umsatzerlöse von rund 12,8 Milliarden Euro und ein Ergebnis von 511 Millionen Euro. Unterm Strich stand eine Rendite von rund 4 Prozent. Diese positive Entwicklung wurde schlagartig mit den Anschlägen vom 11. September 2001 unterbrochen. Die folgenden Jahre mit Irak-Krieg, Terroranschlägen und Naturkatastrophen dämpften die Reiselust und führten zu gravierenden negativen Auswirkungen auf die Ertragskraft der Touristik weltweit.
In der Folge ging die Ertragskraft auch unserer Touristik deutlich zurück und bis 2003 sank unser Touristikergebnis auf ein völlig unbefriedigendes Niveau von 200 Millionen Euro.
Schneller als alle Wettbewerber haben wir darauf mit einem beispiellosen Kostensenkungs- und Ergebnisverbesserungsprogramm reagiert und im Zeitraum von 2002 bis 2007 die strukturellen Kosten der Touristik um fast 500 Millionen Euro gesenkt. Gleichzeitig haben Maßnahmenbündel zum Ausbau unseres Internetvertriebs sowie neue Produkte und die Fortsetzung unseres Wachstums im Hotelbereich unsere Erträge um mehr als 300 Millionen Euro erhöht. Diesen positiven Ergebniseffekten von gut 800 Millionen Euro stehen allerdings drastisch gestiegene Treibstoffkosten gegenüber. Von 2002 bis 2007 haben sich die jährlichen Kerosinrechnungen auf Basis der Mengen von 2007 für unsere Flugzeuge um gut 550 Millionen Euro erhöht. Für die Wertung, des in 2007 erzielten Touristik-Ergebnisses von knapp 450 Millionen Euro bleibt festzuhalten, das der Markt auch heute noch nicht die volle Abwälzung der Kerosinpreissteigerungen seit 2002 erlaubt.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung wurde uns schon 2006 sehr wohl bewusst, dass eine weitere Ergebnissteigerung in der Touristik nur über eine Marktkonsolidierung möglich ist. Als sich Anfang 2007 die Chance einer Fusion mit First Choice abzeichnete, haben wir schnell reagiert und innerhalb weniger Monate die Gründung der TUI Travel PLC realisiert. Mit TUI Travel sind wir in eine neue Dimension vorgestoßen, die uns neben den Kostensynergien in Höhe von 150 Millionen GBP vor allem neue strategische Wachstums-Möglichkeiten in den margenstarken Bereichen der Spezialreisen und Aktivurlaube eröffnet.
Meine Damen und Herren,
unsere Entwicklung in der Touristik war steinig. Wir haben uns jedoch von unserem Ziel, nicht nur die größte, sondern auch die ertragsstärkste Touristikgruppe der Welt zu schaffen, nicht abbringen lassen. Die Ergebniseinbruch der Jahre 2002 und 2003 ist überwunden und wir sind heute unangefochten die Nummer 1 in der Welt. Wir sind gut aufgestellt und befinden uns klar auf einem Wachstumskurs. Weitere Ergebnispotenziale sind sichtbar und wir werden sie heben. Unser Markt hat weltweit bei weitem noch nicht ausgeschöpfte Wachstumspotenziale. Insbesondere die neuen Märkte in Russland, Indien, China und anderen Schwellenländern entwickeln sich kräftig. Wir werden dort unsere starken Marken und Produkte nutzen und expandieren.
Zur Schifffahrt:
Als wir Hapag-Lloyd 1997 übernahmen, verfügte das Unternehmen in der Containerschifffahrt über eine Stellplatzkapazität von rund 85.000 TEU und 22 Schiffe. Hapag-Lloyd war gemessen am Weltmaßstab ein kleines Unternehmen, die Nummer 18 in einem von Skaleneffekten getriebenen Markt.
Auch wenn wir primär an der Touristik interessiert waren, haben uns die hohen Kapitalrenditen der Schifffahrt überzeugt und wir haben in den gut 10 Jahren seit der Übernahme die Stellplatzkapazität versechsfacht und auf rund 510.000 TEU ausgebaut. Heute fahren 140 Containerschiffe für die Hapag Lloyd auf den Weltmeeren. Der Erwerb der CP Ships hat hierzu erheblich beigetragen. Insbesondere in den Jahren nach 2001 haben uns die Ergebnisse der Containerschifffahrt geholfen, unser Konzernergebnis zu stabilisieren.
Hapag-Lloyd ist heute – gemessen an der Stellplatzkapazität – die fünftgrößte Containerlinie der Welt. In der Produktivität liegt Hapag-Lloyd ganz vorn. Im Durchschnitt des letzten Ergebniszyklus von 2002 bis 2006 erzielte Hapag-Lloyd ein Ergebnis von rund 250 Millionen Euro. Für die Zukunft erwarten wir einen weiteren signifikanten Ergebnissprung. Durch unsere Investitionspolitik haben wir Hapag-Lloyd von einem Nischenanbieter zu einem global aufgestellten führenden Unternehmen entwickelt und damit den Wert in den letzten Jahren deutlich gesteigert. Insbesondere der Erwerb und die nahtlose Integration von CP Ships hat zu dieser Wertsteigerung kräftig beigetragen.
Als wir seinerzeit den Erwerb von CP Ships beschlossen, war uns klar, dass dies die strategische Diskussion über die Aufstellung der TUI AG verstärken würde. Wir haben seither in vielen Investorengesprächen darauf hingewiesen, dass losgelöst von der Frage, ob die Schifffahrt dauerhaft im Konzern verbleibe, der Erwerb wertsteigernd wirkt und deshalb sinnvoll ist. Die positive operative Entwicklung des Jahres 2007 hat dies eindrucksvoll bestätigt. Gleichzeitig haben sich die Forderungen aus dem Finanzmarkt nach einer Abtrennung der Schifffahrt verstärkt. Nachdem wir 2004 einen ersten Versuch uns teilweise von der Schifffahrt zu trennen aus Wertgründen aufgegeben hatten – seinerzeit hatten wir einen IPO geplant – hatten wir uns zunächst ganz auf die Integration von CP Ships konzentriert. Mit dem Abschluss ergaben sich wieder strategische Optionen. Nach intensiven Gesprächen mit unseren Investoren haben wir uns daher im Frühjahr entschlossen die zukünftige Entwicklung des Konzerns auf das Kerngeschäft Tourismus zu konzentrieren und die Trennung von der Schifffahrt nun vorzubereiten. Unser Aufsichtsrat hat daher in seiner März-Sitzung den Trennungsbeschluss gefasst und den Vorstand zugleich beauftragt, weitere Wachstumsoptionen zum Ausbau des touristischen Geschäftes zu untersuchen. Auch und gerade weil die Schifffahrt nach Jahren der Integration jetzt bestens aufgestellt ist und an alte Effizienzstärke anknüpft, können wir jetzt die Schifffahrt veräußern und uns auf das Kerngeschäft Touristik konzentrieren.
Die Vorbereitungen für den Ende Mai / Anfang Juni beginnenden Desinvestitionsprozess haben begonnen. Wir haben begleitende Investmentbanken mandatiert und erarbeiten die technisch notwendigen Vermarktungsunterlagen.
Wir haben die letzten Wochen genutzt, uns intensiv mit den möglichen Optionen der Trennung zu befassen, die von einem Verkauf, einem Merger mit einem anderen Unternehmen bis hin zu einem sogenannten Spin-off reichen. Ziel für uns ist es, am Ende diejenige Variante zu wählen, die maximalen Wert für alle unsere Shareholder schafft und sowohl die Hapag-Lloyd AG als auch die TUI AG strukturell gesund in ihre jeweilige Zukunft führt.
Wir schließen derzeit keine der möglichen Optionen aus, auch wenn wir eine deutliche Priorität für die Verkaufslösung sehen. Diese lässt sich sowohl zeitlich am zügigsten umsetzen und birgt die Chance, eine strategische Prämie zu realisieren. Ein Merger mit einem anderen Schifffahrtsunternehmen wäre allenfalls ein Zwischenschritt. Er wäre mit dem Risiko behaftet, erst in einem zweiten nachfolgenden Schritt die Anteile an dem neuen, gemeinschaftlichen Unternehmen verwerten zu können. Zudem ist diese Variante sehr langwierig. Auch der Spin-off ist eine zeitlich langwierige Variante. Sie setzt zudem voraus, dass der Konzern vorab komplett refinanziert wird, was unter den heutigen Marktbedingungen zu angemessenen Konditionen kaum möglich erscheint.
In der Öffentlichkeit werden bereits potentielle Erwerber diskutiert. Ich möchte dies nicht kommentieren, sondern klarstellen, dass es für uns keine Vorentscheidung gibt. Natürlich haben wir Verständnis für die Forderungen, insbesondere aus Mitarbeiterkreisen, nach einer sogenannten „Deutschen oder Hamburger“ Lösung. Dahinter steht die Sorge der Mitarbeiter um den Bestand der Arbeitsplätze und des Standortes. Nicht die Nationalität des Erwerbers ist aber entscheidend, sondern der Kaufpreis und die Frage, ob der Erwerber über das notwendige Know how und die finanziellen Ressourcen verfügt, die Hapag-Lloyd erfolgreich weiterzuentwickeln. Nur so werden auf Dauer Arbeitsplätze und Standorte gesichert. Wir, der Vorstand, sehen uns in der Verpflichtung, den tatsächlichen Marktwert der Containerschifffahrt zu realisieren, und dabei die Interessen unserer Shareholder, Bondholder und Stakeholder angemessen auszubalancieren. Wenn wir einen optimalen Verkaufserlös mit einer deutschen Lösung kombinieren können, umso besser.
Die Grundsatzentscheidung zur Trennung von der Hapag-Lloyd Containerlinie steht. Wir arbeiten mit aller Kraft an der Realisierung einer optimalen Lösung. Ich kann Ihnen heute noch keine Vorhersage zum exakten Zeitplan geben – man muss vernünftigerweise aber von einem Prozess ausgehen, der sicher einige Monate dauern wird. Wir haben das Interesse, die Trennung von der Hapag-Lloyd möglichst zügig aber mit optimalen Ergebnis umzusetzen.
Meine Damen und Herren,
mit Vollzug der Trennung von der Containerschifffahrt wird sich die Struktur des Konzerns erneut tiefgreifend verändern. Aus dem „Zwei Säulen Konzern“ wird ein Konzern hervorgehen, dessen Schwergewicht ausschließlich in der Touristik liegt. Der „reine“ Touristikkonzern umfasst die Geschäftsfelder TUI Travel, Hotels & Resorts sowie Kreuzfahrten. Hier besetzen wir schon jetzt führende Marktpositionen.
Die Touristik bleibt ein Wachstumsmarkt, der nach allen Prognosen in den nächsten Jahren überdurchschnittliche Steigerungsraten aufweisen wird. Die Wachstumsdynamik wird in den einzelnen Märkten unterschiedlich ausfallen. In unseren Kernmärkten in Europa liegen unsere Ergebnischancen vor allem im Ausbau der margenstarken Produkte im Spezialisten- und Aktivurlaubergeschäft und in der Realisierung von Kostensynergien. Unsere Position als führender Online Portal Anbieter, der die Urlaubsqualität über ein globales Netzwerk von eigenen Hotels und Agenturen in den Zielgebieten sichern kann, ist ein sehr wesentlicher Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten, die die Touristik als reines Handelsgeschäft betreiben.
Nach der Prognose renommierter Wirtschaftsforschungsinstitute werden sich in den Jahren bis 2020 die Ausgaben für Auslandsreisen sowohl in Russland, Indien und in China vervierfachen. Mit einem Wachstum von rund 400 Prozent wird der touristische Markt in China am stärksten wachsen, gefolgt von Indien und Russland mit rund 240 Prozent und 150 Prozent.
Die Wachstumsentwicklung in diesen Märkten eröffnet uns die Chance, die TUI zu einem globalen Tourismusunternehmen fortzuentwickeln.
Wir haben derzeit 30 Millionen Gäste im Jahr. Allein in Russland warten mehr als diese Zahl an Menschen, dass sie ebenfalls die Welt als Touristen erobern können. Die nötige Kaufkraft ist schon heute vorhanden. Hier ist unser Ziel, mit unseren starken Marken und Partnern Marktführer zu werden. Die potenzielle Zahl an Pauschaltouristen wird in Indien und China in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch um ein vielfaches höher sein. Weltweit verfügt kein anderes Unternehmen über ein besseres Know how als wir, um Strukturen und Prozesse aufzubauen, die dieses Potenzial in Umsatz und Ertrag umsetzen.
Wie in der Vergangenheit werden wir auch in Zukunft diese Aktivitäten gemeinsam mit starken lokalen Partnern angehen, die uns helfen, regionale Märkte mit all ihren Besonderheiten zu erschließen.
Aber auch unser europäischer Markt, mit aktuell über 300 Milliarden US Dollar Reiseausgaben, der mit Abstand größte Markt, wächst weiter. Hier sind wir heute schon Marktführer, dies werden wir ausbauen. Dabei passen wir unser Geschäftsmodell flexibel sich verändernden Marktbedingungen an. In diesem Zusammenhang verhandeln wir zurzeit einen Zusammenschluss unserer deutschen Flugaktivitäten „TUIfly“ mit Germanwings, einer Lufthansatochter. Der deutsche Flugmarkt konsolidiert sich derzeit.
Durch ein Zusammengehen mit Germanwings wird die neue Gesellschaft, an der wir und die Lufthansa mit je 40 Prozent beteiligt sein werden, insbesondere im Low-Cost-Segment gestärkt und wir werden unseren touristischen Kunden weiterhin ein auf sie zugeschnittenes Produkt anbieten können. Die Verhandlungen sind weit fortgeschritten, wir hoffen in den nächsten Wochen, diese abschließen zu können.
Enorme Möglichkeiten sehen wir andererseits im Ausbau unseres europäischen Langstreckenfluggeschäftes; mit einem Bestellvolumen von 23 Boeing 787; dem sogenannten „Dreamliner“, haben wir uns als europäisches Unternehmen dieses Fluggerät sehr früh gesichert und werden ein attraktives Langstreckenprodukt anbieten können.
Wir halten es nicht für unrealistisch, dass wir über all unsere Produkte und Märkte in den nächsten 10 Jahren unser Geschäftsvolumen weltweit mehr als verdoppeln können.
Von wesentlicher Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des Konzerns ist das Hotelgeschäft. Der Geschäftsbereich TUI Hotels & Resorts und des Hotelportfolios der TUI Travel umfasste im Jahr 2007 insgesamt 276 Hotels mit insgesamt knapp 163.000 Betten, wir sind damit weltweit die 11. größte Hotelkette und im Ferienresortbereich weltweit die Nr. 1. Den konsequenten Ausbau unserer Hotelsparte als wesentlicher Teil der Wertschöpfung setzen wir konsequent fort. Im laufenden Jahr werden wir 21 Hotels mit 16.000 Betten neu eröffnen.
Ein Meilenstein war beispielsweise die Eröffnung des Resorts Weiße Wiek in Boltenhagen an der Ostsee letzten Freitag. Direkt an der Ostseeküste auf einem fantastischen Grundstück wurde jeweils ein Dorfhotel und Iberotel eröffnet. Abgerundet wird dieses zurzeit größte Tourismusprojekt Mecklenburg-Vorpommerns durch einen Yachthafen. Für unsere im östlichen Mittelmeer bereits äußerst beliebte Marke Iberotel ist das damit das erste Haus in Deutschland. Ein zweites Iberotel folgt dann 2009 im Land Fleesensee, ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern. Ebenfalls zu den Höhepunkten zählt zweifelsohne die Fertigstellung eines Fünf-Sterne-Hotels der Marke RIU auf Jamaika oder etwa die Expansion von ROBINSON nach Marokko und Portugal.
Auch für den Hotelbereich führt der künftige Weg in neue Regionen. Neben unseren traditionellen Märkten rund um das Mittelmeer und der Karibik werden wir in neuen Regionen wie Asien, Indien oder auch Russland investieren. Unser Ziel ist es, unsere Nr. 1 Stellung im weltweiten Resortbereich weiter auszubauen und global zu expandieren.
Mit der Gründung der TUI Cruises GmbH haben wir vor einigen Tagen den Grundstein gelegt, zusammen mit unserem Partner Royal Caribbean Cruises Ltd. in den deutschen Volumenmarkt für Premium Kreuzfahrten einzusteigen. Der Kreuzfahrtmarkt wächst zweistellig und bietet gute Wachstumschancen. Grundstein der TUI Cruises Flotte wird – ein Vier-Sterne-Plus-Schiff, das im Jahr 2009 nach umfangreichen Umbau und unter neuem Namen seinen Dienst aufnehmen und mit rund 2.000 Betten unser bisheriges Angebot im Luxus- und Expeditionssegment ergänzen wird. In 2011 und 2012 folgen dann zwei Neubauten mit je 2.500 Betten. Daneben werden wir die exzellente Marktposition der Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, die im Konzern verbleibt, im Segment der Luxusreisen weiter ausbauen und damit unseren ertragsstarken Kreuzfahrtbereich deutlich stärken. Der Kreuzfahrtbereich wird in den nächsten Jahren eine der wichtigsten Wachstumssparten des Konzerns sein.
Meine Damen und Herren,
die Wandlung Ihres Unternehmens von einem industriellen Konglomerat zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen ist abgeschlossen. Wir werden die vielfältigen Wachstumsmöglichkeiten, die wir im Tourismus sehen, aufgreifen und die TUI AG als die schon derzeit weltweit größte Tourismusgruppe weiter entwickeln.
Lassen Sie mich am Ende meiner Ausführungen meine wesentlichen Botschaften noch einmal zusammenfassen:
- Der Vorstand wird die beschlossene Trennung von unserer Containerschifffahrt zügig umsetzen.
- Wir werden den Weg gehen, der im Interesse aller unserer Aktionäre liegt und darauf achten,
- dass sowohl die TUI AG mit ihren 60.000 touristischen Mitarbeitern eine gesicherte Zukunft hat und die vielfältigen Wachstumschancen, die der touristische Markt uns bietet, aufgreifen kann
- aber auch die Hapag-Lloyd Containerschifffahrt in neuen Eigentümerstrukturen ihren erfolgreichen Wachstumskurs fortsetzen kann.
Ich bitte Sie heute um Ihr Vertrauen und Ihr Votum, dass wir diese Aufgaben in personeller Kontinuität erfüllen können, um unsere ganze Kraft auf die Zukunft des Unternehmens zu fokussieren.
Ich bedanke mich für Ihr Vertrauen, Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf die Diskussion im Anschluss an den Vortrag von Herrn Feuerhake.
