TUI Aktiengesellschaft
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Rede des Vorstandsvorsitzenden der TUI AG Dr. Michael Frenzel Bilanzpressekonferenz am 31. März 2004

Rede des Vorstandsvorsitzenden der TUI AG Dr. Michael Frenzel Bilanzpressekonferenz am 31. März 2004

– Es gilt das gesprochene Wort –

Meine Damen und Herren,

(...)

2003 war ein schwieriges Jahr. Das muss ich Ihnen nicht mehr sagen. Dennoch: Vor diesem einmalig schwierigen Hintergrund hat der Konzern die Herausforderungen gut gemeistert. Nicht zuletzt mit Blick auf unser Wettbewerbsumfeld stehen wir wie ein Fels in der Brandung. Das zeigen auch unsere Ergebnisse, die wir in 2003 erzielt haben: Das Ergebnis der Sparten (EBTA) betrug 913 Millionen Euro . Das ist ein für unseren Konzern außerordentlich gutes Ergebnis.

Wenn wir die Sparten im einzelnen betrachten, erkennen wir positive und negative Entwicklungen:

Das Ergebnis in der Touristik reicht nicht an das Vorjahresergebnis heran. Im ersten Halbjahr blieb kein europäischer Quellmarkt von den Auswirkungen des Irak-Krieges, SARS und der schwachen Konjunktur verschont. Im zweiten Halbjahr setzte dann überall eine deutliche Aufholjagd ein. Das touristische Gesamtergebnis von 208 Millionen Euro übersteigt heute sogar leicht die Erwartungen, die man nach dem schlechten ersten Halbjahr haben konnte. Damit stehen wir im Branchenvergleich gut dar. Unsere Strategie der regionalen Diversifizierung hat sich vollständig bewährt.

Das Ergebnis des Bereichs Europa Mitte litt am stärksten von allen touristischen Aktivitäten des Konzerns. Mit minus 17 Millionen Euro blieb es deutlich hinter dem Vorjahr zurück. In Deutschland konnte ein insgesamt gutes Geschäft in der Hauptsaison die Verluste aus dem ersten Halbjahr nicht mehr ausgleichen. Das Ergebnis des Bereichs Europa Nord war mit 79 Millionen Euro deutlich positiv, aber vor allem währungsbedingt niedriger als im Vorjahr. Großbritannien blickt operativ auf ein zufrieden stellendes Jahr zurück. Das Ergebnis des Bereichs Europa West betrug 42 Millionen Euro. Die Einbeziehung der französischen Nouvelles Frontières hat sich positiv auf das Ergebnis niedergeschlagen. Der Bereich Zielgebiete erzielte mit 105 Millionen Euro wiederum ein exzellentes Ergebnis. Unsere Hotelaktivitäten steuerten hierbei den wesentlichen Gewinnbeitrag zu.

Unser zweites Geschäft Logistik, angeführt von Hapag-Lloyd, trägt zwar nur ein Fünftel des Umsatzes bei, hat sich aber 2003 als Ertragsperle erwiesen. Das Ergebnis in der Logistik stieg um 57 Prozent auf 314 Millionen Euro. Das ist das bislang höchste Ergebnis dieser Sparte. Den größten Beitrag hierzu leistete die Containerschifffahrt. Hier schlugen sich das gestiegene Transportvolumen und die verbesserten Frachtraten nieder.

Stellen wir einmal beide Sparten gegenüber, wird deutlich, dass die Logistik das erwartungsgemäß schwächere Ergebnis der Touristik in 2003 ausgleichen konnte.

Neben der Entwicklung in den Sparten haben Abgangsgewinne aus dem Verkauf unseres Energie-Bereichs wesentlich zu dem insgesamt guten Ergebnis des Konzerns beigetragen.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir den Jahresüberschuss des Konzerns nach 41 Millionen Euro im Vorjahr auf 315 Millionen Euro deutlich steigern konnten.

Meine Damen und Herren, wir nutzen die insgesamt günstigen Voraussetzungen aus dem Spartenergebnis und den außerordentlichen Erträgen, um in unserer Bilanz Vorsorge für die Zukunft zu treffen. Wir wollen unsere zukünftigen Ergebnisse von möglichen Risiken entlasten. Insgesamt haben wir in diesem Jahr unsere Firmenwerte um über 1 Milliarde Euro reduziert. Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland bilanzieren wir nach den neuen IAS Standards. Wir wollen unseren Beitrag zu größtmöglicher Transparenz und Berechenbarkeit leisten. Herr Feuerhake wird Ihnen diese Maßnahme im Anschluss erläutern.

Unser Ergebnis ermöglicht es uns, unseren Aktionären auch nach einem Jahr mit äußerst ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere für unser Kerngeschäft Touristik, wieder eine Dividende von 77 Cent je Aktie vorzuschlagen. Wir wollen unseren Aktionären auch in schwierigen Zeiten eine stabile, attraktive Dividende bieten.

Im Zusammenhang mit der o. g. Berechenbarkeit möchte ich noch darauf hinweisen, dass wir auch bei der Reduzierung unserer Nettoverschuldung ein weiteres großes Stück vorangekommen sind. Sie lag am Bilanzstichtag bei 3,8 Milliarden Euro, das sind 1,6 Milliarden Euro weniger als im Jahr zuvor. Die Entschuldung ist für uns ein zentrales Thema. Sie sehen, auch hier stimmt der Trend.

Einen Ausblick für das laufende Jahr zu geben fällt mir - anders als vor einem Jahr - ein gutes Stück leichter: Der bisherige Geschäftslauf signalisiert eine deutliche Belebung des Umsatzes und auch des Ertrages. Nach zwei schwierigen Jahren stehen die Zeichen im Touristikgeschäft wieder auf Wachstum. Das belegen vor allem die Buchungseingänge der letzten Wochen: In Deutschland und in Großbritannien freuen wir uns über konstant zweistellige Zuwachsraten. Die Umsätze der letzten Wochen lagen konzernweit um 17 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Terroranschlag von Madrid hatte demnach keine Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung unserer Touristiksparte.

Im laufenden Wintergeschäft verzeichnet der TUI Konzern europaweit ein Wachstum bei den gebuchten Umsätzen von 6,2 Prozent, im Sommer zeichnet sich nach einem schwächeren Start ebenfalls eine erfreuliche Aufwärtskurve ab, die derzeit mit 2,4 Prozent im Plus liegt.

Für das gesamte touristische Jahr verzeichnen wir konzernweit heute ein Plus von 4,2 Prozent bei den gebuchten Umsätzen. Die Pax-Entwicklung verläuft fast parallel.

Einige von Ihnen waren auf unserer Pressekonferenz vor 2 ½ Wochen in Berlin. Seitdem ist unser Geschäft wieder um einen vollen Prozentpunkt gewachsen. Der Geschäftsverlauf entspricht insgesamt unseren Erwartungen. Wir sind daher zuversichtlich, in 2004 unsere operativen Ergebnisse, insbesondere in der Touristik, weiter steigern zu können.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.