TUI Aktiengesellschaft
http://www.tui-group.com/de/nachhaltigkeit/umwelt/kon_u_sys/gb_9899.html
Geschäftsbericht 1998/99 Umweltberichterstattung

Geschäftsbericht 1998/99 Umweltberichterstattung

Konzernaufgaben

Die Integration und Unterstützung aller Gesellschaften bei qualitäts- und kundenorientierten ökologischen Aktivitäten von Hotels, Veranstaltern, Incoming Agenturen, Fluggesellschaften und Reisebüros durch den Zentralbereich Umweltmanagement dokumentierte sich erfolgreich in der ersten Expertenkonferenz der HTU-Umweltkoordinatoren in Hannover (Juli 1999) mit Fach-Vertretern aus zwanzig europäischen Gesellschaften der HTU.

Produktökologie

Der kontinuierliche Ausbau der ökologischen Qualitätssicherung gerade im Kernbereich der Hotelleistungen wurde durch Beitritt und aktive Mitgliedschaft in der IHEI International Hotels Environment Initiative des Prince of Wales Business Leaders Forum weiter professionalisiert. Die TUI hält dabei Sitze im International Council und im Executive Council. Das jährlich durchgeführte interne Benchmarking ergab erneut, daß die TUI Hotelmarken in der ökologischen Bewertung der Gäste deutlich besser abschneiden als die übrigen Vertragspartner. Das Iberotel Sarigerme Park (Türkei) und die Hotelkette Grecotel (Griechenland) wurden auf dieser Grundlage - wie im Vorjahr - als TUI Umwelt Champions '99 ausgezeichnet.

1999 erhielten wir für das interne Hotel-Monitoring 2337 Hotel-Checklisten von unseren Vertragspartnern weltweit. Deutlich zeigt sich bei der Hotelauswertung eine signifikante positive Korrelation von Qualitätsmanagement und Umweltqualitätsaspekten der Betriebsführung. Während die Diskussion um die Einführung von nationalen bzw. international anerkannten touristischen Gütezeichen noch weitgehend in den Anfängen steckt, haben sich die ersten Hotelbetriebe unter unseren Vertragspartnern nach ISO 14001 zertifizieren lassen. Die Einführung oder in Einzelfällen der Ausbau des Anteils an regenerativen Energien für die Stromerzeugung zählt weiterhin zu den auffälligsten ökologischen Schwachstellen.

Destinationsentwicklung

Maßnahmen zu einer nachhaltigen Tourismusentwicklung in den Destinationen wurden im Berichtszeitraum vor allem auf den Balearen, Kanaren, Zypern, Ägypten und an der französischen Mittelmeerküste initiiert. In der Regel geht es dabei um Meerwasser- und Strandqualität, Lärmschutz, Trinkwasserversorgung, Hygieneprüfungen und Abfallentsorgung. Problematisch ist dabei meist eine kontrollierte Arbeitsteilung zwischen privatem und öffentlichem/kommunalem Sektor. Aber auch Fragen wie die Einführung einer Ökosteuer für Touristen bei Einreise in Urlaubsgebiete (z. B. Balearen, Kanaren, Seychellen) wurden mit uns diskutiert. In einer Reihe von Destinationen werden zunehmend Klimafolgen spürbar. Neben andauernder Trockenheit und weiterem Absinken des Grundwasserspiegels - mit der Folge schwieriger Trinkwasserversorgung - war dies im Berichtszeitraum vor allem das Phänomen des "coral bleaching" in Tauchdestinationen, wie z. B. den Malediven. Entsprechende Kundeninformationen wurden ins Internet und in den Katalog eingestellt. Gerade auch in den Destinationen versuchen wir durch einen erweiterten Dialog mit den betroffenen Anspruchsgruppen zu einem besseren Verständnis und daraus aufbauender Kooperation zu kommen.

Dialog mit der Öffentlichkeit

Aufgrund ihrer internationalen Aktivitäten wurde die TUI auf Initiative des Bundesumweltministeriums eingeladen, im April 1999 anläßlich der 7. Sitzung der Commission of Sustainable Development (CSD-7) der Vereinten Nationen in New York ihr Umweltmanagementsystem zu präsentieren. Dies zeigt, ebenso wie beispielsweise die Beiträge der TUI anläßlich der IÖW/VÖW-Konferenz "Umweltschutz im globalen Wettbewerb" (Hannover, Juni 1999), wie stark gesellschaftliche Erwartungen im In- und Ausland an die Einbindung des Marktführers in den öffentlichen Dialog (Multi-Stakeholder-Dialogue) sind.

Dem kommt die TUI (seit November '98) unter anderen auch mit einer eigenen Umwelt-Website (www.tui-umwelt.com) mit ökologischen Informationen in neun Sprachen nach. Die weit über 1000 Webseiten werden von vielen tausenden Interessenten mit kontinuierlich steigender Tendenz aus der ganzen Welt angeklickt.

Zum zweiten Mal entstand in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift "Politische Ökologie" (ökom Verlag, München) für ein "Tourismus Special" (April 1999) eine Broschüre "TUI im Dialog: Tourismus und Umwelt". Das TUI Umwelt Forum - anläßlich der weltgrößten Tourismusmesse ITB - hat sich für die Branche fest etabliert. Thema '99 war die Vernetzung mit dem United Nations Environment Programme UNEP (vertreten durch den Executive Director Professor Dr. Klaus Töpfer) und der Generaldirektion XXIII der Europäischen Kommission (vertreten durch den Generaldirektor Guy Crauser). Mit Vorträgen an Akademien, Universitäten und Fachhochschulen, Stiftungs-Einrichtungen, Forschungsinstitutionen und bei nationalen und internationalen Konferenzen erläuterten wir unsere Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung. Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Umweltverbänden (z. B. NABU, Euronatur, WWF, STPS etc.) und deren Unterstützung im In- und Ausland sorgt für ein hohes Maß an Transparenz.

Zielsetzungen

Für den Zeitraum Herbst 1999 bis Herbst 2000 ist der Beginn der praktischen Aktivitäten innerhalb der neu zu gründenden, weltweiten "Tour Operator Initiative on Sustainable Tourism Development" gemeinsam mit den Partnerorganisationen UNEP (Division Technology, Industry and Economics), UNESCO und WTO World Tourism Organisation vorgesehen. Während der Dauer der Weltausstellung Expo 2000 soll das Thema "Mensch, Natur, Technik" und Tourismus unseren internationalen Geschäftspartnern sinnvoll am Geschäftssitz in Hannover demonstriert werden.