Rede von Herrn Rainer Feuerhake, Finanzvorstand Bilanzpressekonferenz am 18. März 2008 in Hannover
Rede zum Download
als PDF Datei.
weiter...
- Es gilt das gesprochene Wort -
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte Ihnen nun den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2007 vorstellen, der insbesondere auch durch den Erwerb der First Choice Holidays PLC geprägt worden ist. Herr Dr. Frenzel ist auf die wichtigsten Kennziffern bereits eingegangen. Zunächst darf ich Sie durch die Konzern G + V zu führen.
Wie schon in den Vorjahren ergeben sich aus veränderten IAS-Anforderungen aber auch infolge der Harmonisierung des Ausweises in der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Erwerb von First Choice Veränderungen in der Finanzberichterstattung. Dazu gehört hauptsächlich die Darstellung der Konzern G + V nach dem international gebräuchlichen Umsatzkostenverfahren. Auch die Darstellung des bereinigten EBITA in der Konzern G + V ist zu nennen.
Den Umsatzerlösen von 21,9 Milliarden Euro werden die Umsatzkosten gegenübergestellt. Sie betrugen 20,3 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 5,9 Prozent entspricht. In den Umsatzkosten sind alle Aufwandsarten, die mit der Erzielung des Umsatzes zusammenhängen, zusammengefasst. Sie setzen sich aus allen Kostenarten, die zur Leistungserstellung dienen, wie Material- und Personalkosten, Abschreibungen und Miet- und Leasingaufwendungen, beispielsweise für Flugzeuge und Hotels, zusammen.
Der Bruttogewinn als Saldogröße aus Umsatzerlösen und Kosten betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 1,5 Milliarden Euro, das sind 17,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Verwaltungsaufwendungen lagen im Geschäftsjahr 2007 mit 1,4 Milliarden Euro auf dem Wert des Vorjahres. Einem Anstieg aus der erstmaligen Einbeziehung der First Choice stand im abgelaufenen Geschäftsjahr eine rückläufige Entwicklung der Verwaltungskosten in der Schifffahrt gegenüber. Die sonstigen Erträge und anderen Aufwendungen umfassen in erster Linie Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Gegenständen des Anlagevermögens. Im Geschäftsjahr 2007 belief sich der Posten auf 336 Millionen Euro und lag damit um 50,6 Prozent über dem Vorjahr. Dies ist im Wesentlichen begründet durch den Ertrag aus der Veräußerung des Montreal Gateway Terminals im Bereich Schifffahrt. Der Saldo aus Bruttogewinn, Verwaltungsaufwand und sonstigem Posten beträgt 485 Millionen Euro.
Das Finanzergebnis belastet die Konzern G + V mit 259 Millionen Euro. Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen enthält das anteilige Jahresergebnis der Unternehmen, an denen der Konzern mit 20 – 50 Prozent beteiligt ist. Mit 65 Millionen Euro verbesserte es sich um 28,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ursächlich für die Steigerung war die positive Entwicklung des Containerterminals in Altenwerder in der Sparte Schifffahrt. Die Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte beliefen sich auf insgesamt 54 Millionen Euro. Sie betrafen die Abschreibungen der Geschäfts- oder Firmenwerte für Budget Travel und die Magic Life-Gruppe in der Sparte Touristik. Damit liegt das Ergebnis vor Steuern der fortzuführenden Bereiche bei 237 Millionen Euro und somit um rund 970 Millionen Euro besser als im Vorjahr.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrugen 1 Millionen Euro und setzten sich aus effektiven Ertragsteuern in Höhe von 104 Millionen Euro und einem latenten Steuerertrag in Höhe von 103 Millionen Euro zusammen. Dieser Ertragsteueraufwand resultierte hauptsächlich aus der Neuordnung der gesellschaftsrechtlichen Strukturen in Deutschland im Zuge der Fusion der touristischen Einheiten mit First Choice zur neuen TUI Travel PLC. Ebenso wirkte sich die in 2007 neu begebene Wandelanleihe aus. Hieraus ergibt sich eine weitergehende Aktivierung von latenten Steuern auf Verlustvorträge von TUI AG. Beide Vorgänge führen zu einem latenten Steuerertrag, dem ein tatsächlicher Ertragsteueraufwand in etwa gleicher Höhe gegenübersteht. Die tatsächlichen Ertragsteueraufwendungen stehen mit rund 31 Millionen im Zusammenhang mit dem Abgangsgewinn aus den Montreal Gateway Terminals. Darüber hinaus sind im ausländischen Konzernbereich steuerpflichtige Gewinne angefallen, die nicht mit im Inland bestehenden Verlustvorträgen verrechenbar sind.
Der Konzernjahresüberschuss beläuft sich auf 236 Millionen Euro, von denen 175 Millionen Euro auf die Aktionäre der TUI AG entfallen. Der Anteil anderer Gesellschafter am TUI Ergebnis beträgt 61 Millionen Euro. Diese entfallen nahezu ausschließlich auf die anderen Aktionäre der TUI Travel sowie den Hotelbereich.
Im Geschäftsjahr 2007 führte die erstmalige Einbeziehung der Aktivitäten von First Choice in den TUI Konzernabschluss zu einer deutlichen Erhöhung der Vermögenswerte und Finanzschulden. Die Bilanzsumme des Konzerns stieg im Vergleich zum Vorjahr um 25,1 % auf 16,3 Milliarden Euro.
Die Nettoverschuldung des Konzerns liegt mit 3,9 Milliarden Euro rund 700 Millionen Euro über dem Vorjahr. Dieser Anstieg ist auf die Konsolidierung der Finanzschulden der First Choice Holidays PLC zurückzuführen. Die Konzernverschuldung steigt generell aufgrund des touristischen Swings zum Jahresende saisonal an. Durch das höhere Geschäftsvolumen wird der sommerliche Anzahlungsbestand im Sommer aber ebenfalls steigen, so dass per Saldo die jahresdurchschnittliche Verschuldung nicht höher sein wird als bisher.
Zum Abschluss möchte ich noch einige Worte zur Finanzierung des Konzerns sagen. Im Januar haben wir eine Umtauschanleihe auf Aktien von TUI Travel begeben. Die uns daraus zufließenden Mittel haben uns in die Lage versetzt, Vorsorgekreditlinien zu kündigen – die TUI AG hat heute praktisch keine Bankschulden und hält Finanzierungsreserven in Form liquider Mittel vor. Der Exchangeable versetzt darüber hinaus die TUI Travel in die Lage, sich Schritt für Schritt eigenständig zu finanzieren. Rückzahlungsverpflichtungen der TUI AG über die nächsten 3 Jahre können aus Kreditrückzahlungen der TUI Travel PLC und vorhandener Liquidität finanziert werden. Einen Abbau der Beteiligung an der TUI Travel als Folge des Exchangeable wird es im übrigen nicht geben, die Rechte der Zeichner bei Auszahlung wird die TUI AG auf dem Wege des Cash-Settlement befriedigen.
