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Rede Rainer Feuerhake
Rede von Herrn Rainer Feuerhake, Finanzvorstand Bilanzpressekonferenz am 22. März 2006 in Hannover

Rede von Herrn Rainer Feuerhake, Finanzvorstand Bilanzpressekonferenz am 22. März 2006 in Hannover

– Es gilt das gesprochene Wort –

Meine Damen und Herren,
nachdem Herr Dr. Frenzel Ihnen die Ertragslage der Bereiche und des Konzerns dargestellt hat, möchte ich nun einige wesentliche Positionen und Aspekte des Ihnen vorliegenden Konzernabschlusses 2005 vertiefend erläutern. Erlauben Sie mir zunächst einige einleitende Anmerkungen zu den im vorliegenden Abschluss neu anzuwendenden Rechnungslegungsstandards des IASB.

Neue Rechnungslegungstandards des IASB Für den Konzernabschluss 2005 waren mehrere überarbeitete bzw. neu erlassene Standards verbindlich anzuwenden, andere die ab 2006 verbindlich werden haben wir vorzeitig angewendet.

Umfangreiche Auswirkungen auf den Konzernabschluss hat die erstmalige Anwendung des IFRS 5. Hiernach ist das Ergebnis von Geschäftsbereichen, die gemäß diesem Standard als einzustellende Geschäftsbereiche definiert sind, in einer entsprechenden Position der Gewinn- und Verlustrechnung zusammenzufassen. Analog hierzu sind Vermögen und Schulden der einzustellenden Bereiche ebenfalls in einer separaten Bilanzposition dargestellt.

Des Weiteren sieht der überarbeitete IAS 16 eine jährlich vorzunehmende Überprüfung von Restwerten, Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern vor. Wir haben in diesem Zusammenhang unter anderem die Nutzungsdauer bei Containerschiffen der Hapag-Lloyd an die international üblichen und auch bei CP Ships verwandten Nutzungsdauern von 25 Jahren angepasst.

Im Rahmen der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen wird bereits 2005 IAS 19 zur erfolgsneutralen Verrechnung von Unterdeckungen bei Pensionsrückstellungen mit dem Eigenkapital wahrgenommen.

Entsprechend wird der Zinsanteil aus der Bewertung von Pensionsverpflichtungen nicht mehr wie bisher als Personalaufwand erfasst, sondern im Finanzergebnis ausgewiesen.

Zum Zwecke der Vergleichbarkeit sind die Zahlen des Vorjahres 2004 entsprechend des IAS 8 den vorgenannten Standards angepasst und mit Erläuterungen und Überleitungsrechnungen versehen.

Soweit zu den neu anzuwendenden Rechnungslegungsstandards. Lassen Sie mich nun einige ergänzende Anmerkungen zu den Ausführungen von Herrn Dr. Frenzel zum Jahresabschluss geben.

Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse stiegen um 1,9 Milliarden Euro bzw. 12 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro. Analog zur Umsatzsteigerung stiegen Material- und Personalaufwendungen sowie Abschreibungen.

Der Saldo – quasi das operative Ergebnis - ist mit 584 Millionen Euro praktisch unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Das Ergebnis der operativen Sparten hat sich wie bereits ausgeführt in der Touristik leicht verbessert und im Zentralbereich leicht verschlechtert. Die Schifffahrt ist auf Vorjahreshöhe, wobei erstkonsolidierungsbedingt das operativ positive Ergebnis von CP Ships für November und Dezember keinen Konzernergebnisbeitrag leistete.

Im touristischen Ergebnis sind wie in jedem Jahr auch 2005 einmalige Faktoren enthalten, wie zum Beispiel Restrukturierungsaufwendungen oder Abgangserträge. Der Saldo aus diesen einmaligen Faktoren hat 2005 besonders stark belastet.

Mit -237 Millionen Euro verschlechterte sich das Finanzergebnis um –28 Millionen Euro. Ursächlich hierfür war zum einen ein erhöhter durchchnittlicher Zins aus der Umstellung von kurz- und mittelfristig variablen Finanzschulden auf langfristige festverzinsliche Anleihen aus dem Geschäftsjahr 2004. Zum anderen ergaben sich zusätzliche Aufwendungen aus der Akquisitionsfinanzierung von CP Ships.

Die vorgenannte Belastung des Finanzergebnisses führt entsprechend zu einem Rückgang des Ergebnisses vor Ertragssteuern um 35 Millionen Euro bzw. 8 Prozent auf abgerechnete 386 Millionen Euro.

Trotz des Ergebnisrückgangs erhöhte sich der Steueraufwand auf 87 Millionen Euro und damit um 32 Millionen Euro gegenüber Vorjahr. Dies ist neben höheren Steuerzahlungen der Hotelgesellschaften im Wesentlichen auf einen erhöhten latenten Steueraufwand im QM Frankreich zurückzuführen.

Bei einem nahezu unveränderten Ergebnis aus einzustellenden Bereichen sinkt das Konzernergebnis um 77 Millionen Euro auf 495 Millionen Euro. Dieser Rückgang ist wie eben dargestellt zu etwa gleichen Teilen aus dem verschlechterten Finanzergebnis und den erhöhten Ertragssteueraufwendungen verursacht.

Das Ergebnis pro Aktie verringerte sich um 61 Cent auf nunmehr 2,16 Euro pro Aktie.

Nach den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung nun zu den wesentlichen Bilanzpositionen.

Bilanz/Verschuldung
Die Bilanzsumme erhöhte sich um rund 3 Milliarden Euro oder 24 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Dies resultierte hauptsächlich aus der erfolgten Konsolidierung der CP Ships-Gruppe seit dem 25. Oktober 2005.

Gleichzeitig erhöhte sich das Eigenkapital um rund 1,7 Milliarden Euro. Diese Steigerung – mehr als 50 Prozent des Zuwachses der Bilanzsumme – ist das Resultat der Kapitalerhöhung, des aufgenommenen Hybridkapitals und der Nettozuführung zu den Gewinnrücklagen, nach der Saldierung mit den bis dato bestehenden Unterdeckungen in den Pensionsrückstellungen des Konzerns. Entsprechend ist der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme um ein Drittel von 21,5 Prozent auf 28,5 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist der prozentuale Anteil der übrigen Passiva an der Bilanzsumme sowohl bei den Verbindlichkeiten, bei den Finanzschulden und bei den Rückstellungen zurückgegangen.

Ein Resultat der Eigenkapitalentwicklung ist die seit dem Jahr 2000 erstmalige Überdeckung des Goodwill mit Eigenkapital um rund 600 Millionen Euro. Im Jahresvergleich verbesserte sich das Verhältnis von Eigenkapital zu Goodwill von 71 auf 116 Prozent-Punkte deutlich.

Die Netto-Finanzposition des Konzerns erhöhte sich um rund 0,5 Milliarden Euro auf 3,8 Milliarden Euro.

Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Akquisition von CP Ships zurückzuführen. Entlastend waren demgegenüber die erfolgte Eigenkapitalerhöhung und die Begebung des Hybridkapitals. Im Bereich der Investitionen haben wir uns gegen Ende des Jahres entschlossen anstehende Zugänge insbesondere im Schifffahrtsbereich nicht über Leasing sondern als Eigeninvestition durchzuführen, weil dies sowohl unter Ratingaspekten wie finanzierungstechnisch vorteilhaft war. Insoweit hat sich auch eine Belastung der bilanziellen Netto-Verschuldung bei gleichzeitiger Entlastung der off-balance Verpflichtungen ergeben. Die anstehenden Desinvestitionen – Geschäftsreiseaktivitäten und Preussag North America (PNA) - werden die Verschuldung bereits in den nächsten Wochen unter Stand Ende 2004 zurückführen.

Lassen Sie mich in Ergänzung zu dem Themenkomplex Verschuldung noch einen strukturellen Aspekt hinzufügen. Unsere Finanzschulden sind durch die erfolgte Begebung der zwei Anleihen im Dezember 2005 mit Fälligkeiten zwischen 2008 und 2013 langfristig durchfinanziert. Aus heutiger Sicht sehen wir damit kein zwingendes Erfordernis die im Oktober 2006 fällig werdende Preussag-Anleihe zu refinanzieren.

Soweit zum Konzerabschluss: Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. Herr Dr. Frenzel wird Ihnen nun einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2006 geben.